Ariane und Sam versuchen seit ihrer Kindheit gemeinsam, ihren Platz in einer unwirtlichen Stadt zu finden. Die Wohnungslosigkeit hat ein solches Ausmaß angenommen, dass viele Menschen auch solche, die Arbeit haben auf die stark begrenzten o ffentlichen Schlafra ume der Stadt zurückgreifen müssen.
Nur wenige ko nnen sich eine Übernachtung in privaten Schlafhotels leisten. Eigene Wohnungen sind der Elite vorbehalten. Da Sam auf der ID-Karte nicht zu erkennen ist, auf der obendrein nur zwei Geschlechter zur Verfügung stehen, sind den beiden fast alle Türen versperrt. Sie verbringen ihre Na chte also in Bussen und finden Schlaf, wa hrend sie durch die Stadt gefahren werden. Tagsüber führt Ariane ein von außen betrachtet normales Leben und hat einen Bürojob, den sie zwar verabscheut, der den beiden aber immerhin ein geringes Maß an Sicherheit garantiert.
Eines Tages findet Sam eine Unterkunft bei Menschen, denen es gelingt, am System vorbeizuleben, und Ariane bleibt allein zurück. Sie beginnt, ihr spa rliches Erspartes für tempora re Zimmer auszugeben, und lebt weit über ihren Verha ltnissen, flüchtet sich von einer Übergangssituation in die na chste. Schließlich kündigt sie ihren Job, wird Kinderma dchen bei einer reichen Familie, folgt auf ihrer Suche anderen in ihre Ha user und Betten und versucht einen Ort zu finden, an dem sie bleiben kann und will getrieben von einem Hunger auf das Leben, der ihr Angst und Hoffnung zugleich macht.