Der zweite Teil von The French Affair ist unabhängig vom ersten Teil les- bzw. hörbar. Es sind hin und wieder Hinweise auf den ersten Teil und es macht sicher Spaß, die bekannten Charaktere wieder zu lesen, aber es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, da hier die Geschichte von Violette und Gabriel erzählt wird, die unabhängig von den bisherigen Ereignissen zu verstehen ist. Allerdings ist die Betonung manchmal falsch und man denkt kurz, dass jemand anderes spricht.
Die Geschichte wird aus beiden Seiten erzählt, sodass man nicht nur sehen kann, was die beiden jeweils erleben, sondern auch, was in ihnen vorgeht. So sind einige Handlungen besser nachzuvollziehen. Immer wieder gibt es Rückblicke sowohl in die gemeinsame Vergangenheit, als auch in die jeweils eigene Vergangenheit von Gabriel und Violette. Das macht die Geschichte noch runder, da man die Hintergründe besser nachvollziehen kann ohne einen langen Prolog vorab lesen bzw. hören zu müssen.
In diesem Buch geht es nicht nur um die ehemalige Freundschaftsgeschichte von Gabriel und Violette, sondern auch um Geheimnisse insbesondere in der Familie von Gabriel, die es zu lüften gilt. Sie sind spannend aufgebaut und dargestellt. Wieder einmal wird gezeigt, dass nicht alles so sein muss wie es scheint und das Leben der Schönen und Reichen viele Schattenseiten hat.
Schön finde ich die charakterliche Entwicklung von Gabriel, die nicht leicht ist, aber die Widersprüche und die Probleme durch die Erziehung werden deutlich aufgezeigt. Wie schwierig die familiäre Prägung ist und das Streben nach der Anerkennung der Eltern.
Eine schöne Auflösung der Ereignisse.