Die Gesetze von Liebe und Logik ist ein eher langsam erzählter, entschleunigender Roman, der sich viel Zeit für seine Figuren und ihre Entwicklung nimmt. Gerade dadurch entfaltet sich die Charakterentwicklung tiefgreifend und nach und nach.
Nach einer prägenden Jugendliebe zerstört ein tragisches Ereignis in einer schicksalhaften Nacht das Leben mehrerer Menschen und trennt die Protagonistin und ihren Freund.
Die Geschichte spannt sich über mehrere Jahrzehnte. Man begleitet die Figuren nicht nur durch ihre Geschichte, sondern wird ganz automatisch mit moralischen Fragen konfrontiert: Wie schwer wiegt Schuld? Wie lebt man damit oder wann ist sie abgegolten? Kann man sich selbst vergeben? Und kann man tatsächlich zwei Menschen gleichzeitig lieben?
Besonders gefallen hat mir das Gefühl zu Beginn der Geschichte , das Flair der 70er-Jahre, die Musik und der Bezug zur Literatur . Die Mutter vermittelt ihren Töchtern fortschrittliche, feministische Werte und ermutigt sie, selbstständig zu denken und ihren eigenen Weg zu gehen.Dies transportiert die Autorin auch in den Roman.
Ebenso spielen Naturwissenschaften eine überraschend große Rolle Mathematik, Biologie, Physik und Astronomie fließen immer wieder in die Dialoge ein und verleihen dem Roman eine intellektuelle Atmosphäre.
Auch die Sprecherin passt wunderbar zur Geschichte. Sie liest mit einer ruhigen, unaufgeregten Art, die sehr angenehm ist und das entschleunigte Erzähltempo unterstützt.
Ein kleiner Fun Fact, den ich aus dem Buch mitgenommen habe: Atomuhren zeigen tatsächlich, dass Zeit in Meereshöhe minimal langsamer vergeht als in größeren Höhen ein faszinierender Gedanke, der wunderbar zum wissenschaftlichen Ton des Romans passt.
Im Zentrum stehen für mich letztlich die großen Fragen nach Schuld und Vergebung, Liebe und Verantwortung. Ein ruhiges, nachdenkliches Hörbuch, das weniger durch Spannung als durch seine Figuren, philosophischen Fragen und die besondere Atmosphäre wirkt.