Annie MacLeod wächst größtenteils auf dem Segelboot ihrer Eltern vor der kanadischen Westküste auf und fühlt sich dem Meer schon immer ungewöhnlich verbunden. Als ein Tsunami ihr vertrautes Leben zerstört und ihre Eltern verschwinden, strandet Annie an Land. Dort rettet sie einen jungen Mann namens Walker, zu dem sie sofort eine merkwürdige, kaum greifbare Verbindung spürt. Zwischen Familie, Liebe, Verlust und einer geheimnisvollen Beziehung zur Natur beginnt für Annie die Suche nach einem neuen Zuhause und nach sich selbst.
Die Grundidee hat mir wirklich gefallen. Auch einzelne Szenen sind mir im Gedächtnis geblieben und hatten genau diese eigenartige, fast entrückte Stimmung, die ich mir von der Geschichte erhofft hatte. Leider hat mich die Handlung trotzdem nie richtig gepackt. Ich hatte über längere Strecken Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Beim Hören kamen mir die vielen Namen und Zeitsprünge zusätzlich in die Quere. Manchmal musste ich erst wieder überlegen, wer gerade wo einzuordnen ist und in welcher Zeit wir uns befinden. Auch der mystische Teil hat für mich nicht ganz zu einem runden Gesamtbild gefunden. Ich mochte die Idee dahinter, aber vieles blieb für mich eher lose miteinander verbunden. Manche Entwicklungen konnte ich nachvollziehen, bei anderen habe ich mich gefragt, warum sie überhaupt in diese Richtung geführt wurden. Dazu kamen Passagen, die sich für mein Empfinden ziemlich gezogen haben.
Vielleicht lag es auch daran, dass ich mit einer etwas anderen Geschichte gerechnet hatte. Die Beschreibung hatte bei mir ein bestimmtes Bild entstehen lassen, das sich beim Hören dann nicht ganz bestätigt hat. Die Sprecherin, die mir nicht unbekannt ist, hat mir dagegen wiedermal gut gefallen. Ihre Stimme passte für mich zur Atmosphäre und hat auch ruhigere Passagen angenehm getragen. Und trotz meiner Kritik gab es immer wieder einzelne Momente, bei denen die Geschichte ihre Wirkung entfalten konnte. Am Ende blieb bei mir deshalb eher das Gefühl zurück: schöne Idee, interessante Atmosphäre, aber leider nicht die Geschichte, in die ich mich wirklich verlieren konnte.