"Weihnachtsliebe auf den zweiten Blick" von Lotte Römer war für mich eine süße, wunderbar cozy Weihnachtsgeschichte mit ganz viel Chiemgau-Atmosphäre.
Hannah ist ein echter Weihnachtsmuffel, denn sie verbindet mit dem Fest eine schmerzhafte Erinnerung. Trotzdem lässt sie sich von ihrer weihnachtsbegeisterten Freundin Cora zu einem Nikolausumzug überreden. Dort wird sie von einem Kramperl angegriffen, und von einem unbekannten Mann hinter einer Maske gerettet. Danach beginnt für Hannah die Suche nach ihrem geheimnisvollen Retter.
Die Dynamik aus grummeliger Weihnachtsgegnerin und begeisterten Weihnachtsfans ist natürlich ziemlich klischeehaft. Trotzdem hat sie für mich funktioniert, weil die Geschichte sich selbst nicht zu ernst nimmt und einfach dieses gemütliche Weihnachtsgefühl verbreitet.
Besonders schön fand ich das Setting im Chiemgau. Ich habe selbst eine Zeit lang in der Nähe der Berge gewohnt und war schon oft in der Region. Deshalb war es beim Hören irgendwie lustig und vertraut, die Orte einordnen zu können und zu wissen, wo ungefähr alles liegt.
Auch die Einbindung der Kramperl-Tradition fand ich sehr interessant. Mir war das bisher vor allem aus Oberstdorf und dem Allgäu begegnet, weshalb ich es spannend fand, diese Tradition hier im Chiemgau wiederzufinden. Sie passt außerdem richtig gut zu der kleinen geheimnisvollen Komponente der Geschichte.
Das Hörbuch ist nicht besonders überraschend und bedient einige bekannte Weihnachtsromance-Klischees. Dafür ist es leicht, süß und super cozy, mit Weihnachtsmarkt, Schnee, Plätzchen und einer schönen Portion Weihnachtsmagie. Simone Walleck hat die Geschichte sehr angenehm gesprochen und dieses warme Gefühl schön transportiert.
Für mich kein ganz großes Highlight, aber ein wirklich niedliches Weihnachtshörbuch zum Einkuscheln, Schmunzeln und Abschalten.