Ein Albtraum im Kinderzimmer
Ich muss gestehen, ich habe hier zuerst den Trailer für den Film gesehen und dann herausgefunden, dass der Film auf einem Buch basiert. Und der Trailer hat mir schon so gut gefallen, dass ich natürlich das Hörbuch hören wollte, um viel tiefer in die Geschichte eintauchen zu können.
Im Mittelpunkt steht die achtjährige Bela. Jede Nacht begegnet sie einer unheimlichen Gestalt, die sie Other Mommy nennt. Immer wieder will diese in ihr Herz. Sie fragt sie immer wieder, doch Bela weigert sich. Was zunächst wie eine kindliche Fantasie klingt, entwickelt sich zunehmend zu einem Albtraum, der bald die ganze Familie betrifft. Denn nicht nur Bela kann sie sehen. Allein die Vorstellung, dass nachts eine fremde Gestalt im Kinderzimmer steht und immer wieder dieselbe Frage stellt, fand ich ziemlich unheimlich.
Wir erleben all das durch Belas Augen. Und da muss man sich fragen, wie sehr man den Erlebnissen eines jungen Mädchens glauben kann? Doch gerade das macht die Geschichte so beklemmend. Die Bedrohung schleicht sich langsam in den Alltag und sorgt dafür, dass man sich irgendwann selbst in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlt.
Hinter der unheimlichen Geschichte steckt mehr als nur eine gruselige Gestalt. Es geht auch darum, was passiert, wenn Erwachsene so sehr mit ihren eigenen Sorgen beschäftigt sind, dass sie kaum noch wahrnehmen, was ihre Kinder durchmachen. Man hat das Gefühl, die ganze Geschichte ist eine reine Metapher auf schwierige Familienverhältnisse und Geheimnisse innerhalb von Familien.
Am Ende weiß ich gar nicht so richtig, wie ich die Geschichte einordnen soll. Ja, es ist übernatürlich, doch war das ganze unterschwellige Familiending größer und hat recht viel Raum eingenommen. Es ist weder ein richtiger Thriller, noch Horror, noch ein Familiendrama. Es ist eine wilde Mischung aus allem und irgendwie war mir das zu viel. Auch das Ende konnte mich nicht vollständig überzeugen.