13 - Das Tagebuch ist ein außergewöhnlich atmosphärischer Roman, der vor allem durch seinen starken Stil und seine verschachtelte Erzählweise überzeugt. Von der ersten Seite an merkt man: Dieses Buch will nicht nur eine Geschichte erzählen - es zieht einen hinein in eine Welt, die düster, brutal und gleichzeitig faszinierend lebendig ist.Besonders gelungen sind die verschiedenen Handlungsstränge, die geschickt miteinander verwoben werden. Einerseits folgt man der Rahmenhandlung rund um Godric End, andererseits entfaltet sich durch das Tagebuch eine Geschichte innerhalb der Geschichte. Diese zweite Ebene vertieft nicht nur die Figur, sondern erweitert auch nach und nach das Verständnis der Welt und ihrer Grausamkeit. Ja, stellenweise kann diese Struktur etwas verwirrend wirken - man muss aufmerksam lesen und gedanklich mitgehen -, doch genau das macht den Reiz aus. Statt der Story zu schaden, verleiht diese Erzähltechnik dem Buch zusätzliche Tiefe und Eigenständigkeit.Inhaltlich bleibt 13 durchgehend spannend. Die Atmosphäre ist dicht, roh und stellenweise beklemmend, ohne je aufgesetzt zu wirken. Besonders hervorzuheben ist die Storyline um den Unterumpf: Sie ist extrem eindringlich, unangenehm im besten Sinne und bleibt lange im Kopf. Hier zeigt sich die große Stärke des Autors, brutale Situationen nicht nur zu beschreiben, sondern spürbar zu machen.Was ebenfalls überzeugt, ist das Worldbuilding: Die Welt wirkt kaputt, ungerecht und glaubwürdig - ein Ort, an dem Moral keine feste Größe ist und Überleben oft alles bedeutet. Die Figuren sind nicht glatt oder eindeutig, sondern gebrochen, widersprüchlich und dadurch umso interessanter.Ein weiterer Pluspunkt: 13 - Das Tagebuch ist nicht abgeschlossen. Es gibt weitere Teile, die die Geschichte fortführen - und genau diese stehen bei mir definitiv auf der WuLi. Wer sich einmal auf diese Welt eingelassen hat, wird wissen wollen, wie es weitergeht.Fazit:Ein stark geschriebener, düsterer Roman mit Mut zur Komplexität, einer ungewöhnlichen Erzählstruktur und einer Atmosphäre, die unter die Haut geht. Kein Buch für nebenbei - aber eines, das sich festsetzt.