Die verschlossene Tür von Freida McFadden, übersetzt von Sybille Uplegger/ Verlag: bookouture
Wenn man mit dem Teufel spricht, kann nichts Gutes dabei herauskommen.(Position 2726/Kapitel 32)
Aaron Nierling ist ein brillanter Mann, liebevoller Familienvater, Narzisst und Psychopath, und sitzt seit 26 Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis. In seiner verschlossenen Kellerwerkstatt wurden eine Leiche und die Knochen vieler Frauen gefunden.
Seine Tochter Dr. Nora Davis ist Chirurgin. Eigentlich hat sie mit ihrem Vater und seiner Vergangenheit abgeschlossen. Doch dann trifft sie zufällig in einer Bar ihren Ex-Freund Brady, der immer Slasher-Filme mit ihr ansah während ihrer Studienzeiten.
Gleichzeitig lassen ähnliche Morde in Noras Umfeld darauf schließen, dass sie etwas mit diesen zu tun haben könnte.
Plötzlich steht die Polizei vor ihrer Tür und Nora fängt an zu zittern.
Was wird ihr unterstellt? Werden die Morde ihres Vaters nachgestellt? Und lauert das Böse vielleicht doch in Noras Genen?
Denn ihr Vater hat es ihr als Kind immer und immer wieder gesagt:
Wir sind uns so ähnlich, Nora!
Nora beginnt an sich selbst zu zweifeln. Und nach 26 Jahren fährt sie das erste Mal zu ihm: Aaron Nierling, ihrem Vater.
Der hat sich immer schon einen Protegé gewünscht.(Position 3426/Kapitel 43)
Und genau hier beginnt für mich dieses perfide Spiel, das Freida McFadden so gut beherrscht.
Ist das Böse bereits bei Nora angekommen?
Die Spannung bleibt durchgehend hoch, der Schreibstil ist fesselnd und die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Ich mochte manche Protagonisten gar nicht, seltsam war ihr Ex-Freund Brady und gruselig die Aussagen der alten Nachbarin über Brady. Philip, Noras Kollege, charmant und ein Frauenheld der auch nicht vor der jungen Mitarbeiterin Harper halt macht. Philip wollte unbedingt, dass Nora in seine Praxis einsteigt.
Freida McFadden schafft es, mich als Leserin immer wieder zweifeln zu lassen; an Nora, an meinen eigenen Theorien und irgendwann sogar daran, ob ich überhaupt noch weiß, wem ich hier trauen kann.
Besonders die Rückblenden haben mich immer wieder zurück ins Buch gezogen. Unglaublich gruselig wird immer wieder von der verschlossenen Kellertüre erzählt. Und Noras Neugier, was sich dort unten befindet und warum man die Tür abschließen muss.
Die Ereignisse scheinen in eine bestimmte Richtung zu laufen und doch werden gezielt falsche Hinweise gestreut.
Nora wird weder besonders sympathisch beschrieben, noch kann man ihr wirklich trauen. Und genau das hat es für mich so spannend gemacht. Ich hatte viele gute Theorien, habe alles durchgespielt und war mir zwischendurch sicher, ich hätte herausgefunden, was hier wirklich passiert.
Bis zur nächsten Seite.
Und dann kam ein Ende, das ich so überhaupt nicht vorgesehen hatte.
Was für ein Pageturner!