Mit Träume auf Pellworm von Mareile Raphael durfte ich den zweiten Band der Reihe Nordseeverliebt hören. Der Roman verbindet Nordseeflair, Inselatmosphäre, einen Neuanfang und natürlich eine Liebesgeschichte. Gesprochen wird das Hörbuch von Corinna Dorenkamp und Michael Borgard. Die einzelnen Bände der Reihe sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gehört werden.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Emma und Hauke erzählt. Dass dafür zwei Sprecher eingesetzt wurden, hat mir grundsätzlich gut gefallen. Corinna Dorenkamp konnte ich angenehm zuhören und ihre Stimme passte für mich gut zu Emma. Bei Michael Borgard hatte ich allerdings ein Problem mit den weiblichen Passagen. Dabei hat er seine Stimme entsprechend verstellt, was sich für mich leider sehr unnatürlich angehört hat. Dadurch konnte ich mich nicht immer so gut auf die Geschichte einlassen. Die beiden Stimmen grundsätzlich voneinander unterscheiden zu können, fand ich dagegen hilfreich.
Im Mittelpunkt steht Emma Winter, als sie unerwartet ein Erbe auf Pellworm erhält, bietet sich ihr die Gelegenheit für einen Neuanfang. Eigentlich möchte Emma das geerbte Haus nur verkaufen und anschließend wieder verschwinden. Auf der Fähre begegnet sie jedoch Hauke, einem wortkargen Handwerker. Was zunächst nur wie eine flüchtige Begegnung aussieht, lässt sich auf der kleinen Insel nicht so einfach vergessen. ...
Mareile Raphael schreibt angenehm leicht und flüssig. Die Geschichte lässt sich grundsätzlich unkompliziert hören und auch die Beschreibungen von Pellworm vermitteln ein schönes Nordseegefühl. Meer, Insel und die besondere Atmosphäre eines kleinen Ortes bilden einen passenden Rahmen für die Geschichte. Gerade diese Nordseestimmung hat mir wieder gut gefallen.
Bei den Hauptfiguren hatte ich allerdings einige Schwierigkeiten. Leider hat mich die Entwicklung zwischen den beiden nicht wirklich überzeugt. Was mich beim Hören zunehmend genervt hat, war, dass Emma und Hauke sehr lange nicht richtig miteinander geredet haben. Für mich fühlte sich das an einigen Stellen einfach unauthentisch und zu sehr konstruiert an. Natürlich können Missverständnisse eine Liebesgeschichte spannend machen, aber hier war es mir irgendwann zu viel. Statt mit den jeweiligen Problemen offen umzugehen, haben sich die beiden immer wieder selbst im Weg gestanden. Dadurch hatte ich zunehmend das Gefühl, dass die Handlung künstlich in die Länge gezogen wird.
Insgesamt konnte mich Träume auf Pellworm leider nicht so überzeugen wie die anderen Bände der Nordseeverliebt-Reihe. Die angenehme Nordseeatmosphäre und die grundsätzlich flüssige Erzählweise haben mir gefallen, bei den Figuren und vor allem bei der Entwicklung ihrer Beziehung hatte ich jedoch zu viele Schwierigkeiten. Auch die für mich unnatürlich klingende verstellte Stimme des männlichen Sprechers für Emma hat meinen Hörgenuss zusätzlich beeinträchtigt. Meine Bewertung 3,5 Sterne, die ich großzügig au 4 Sterne aufrunde.