So kalt die Nacht von Marika Neitz
Schon das Cover hat mich sofort angesprochen. Die düstere Farbgestaltung und das geheimnisvolle Haus versprechen eine atmosphärische Geschichte und genau das bekommt man auch.
Marika Neitz erzählt einen spannenden Kriminalfall, der von Beginn an fesselt. Die Handlung entwickelt sich Stück für Stück, sodass man immer wieder neue Puzzleteile erhält. Die Spannung lebt dabei weniger von actionreichen Szenen, als von der sorgfältigen Ermittlungsarbeit, den psychologischen Hintergründen und der Frage, wie die Ereignisse der Vergangenheit mit den aktuellen Verbrechen zusammenhängen. Marika Neitz behandelt schwierige Themen sensibel und ohne sie unnötig auszuschlachten.
Die beiden Hauptfiguren Anna Melcher und Frieder Tann wirken authentisch, haben ihre eigenen Ecken und Kanten und ergänzen sich als Ermittlerteam sehr gut. Vor allem Anna ist eine Protagonistin, die trotz ihrer persönlichen Herausforderungen Stärke zeigt und dadurch recht glaubwürdig wirkt. Der Schreibstil ist flüssig, angenehm und schafft es, die düstere Atmosphäre insgesamt aufrecht zu erhalten. Die Rückblicke sind sinnvoll eingebaut und sorgen dafür, dass man immer tiefer in die Geschichte eintaucht. Teilweise war es sehr emotional und sprachlos machend. Eine Pause war nötig, um die Handlung zu verarbeiten.
So kalt die Nacht ist ein atmosphärischer Krimi mit starken Figuren, einer gut durchdachten Handlung und einem Spannungsbogen, der bis zum Schluss trägt. Wer Krimis mit psychologischem Tiefgang und einer geheimnisvollen Stimmung mag, wird hier bestens unterhalten.