Zu den mittleren Dialogen zählend, gehört das Symposion unfraglich mit zu den Höhepunkten in Platons Werk. Dabei hebt sich das Symposion auch Gastmahl genannt in Aufbau, Gesprächsführung und Komplexität von Handlung und Inhalt in Teilen deutlich von den meisten anderen Dialogen Platons ab.
Die Szenerie des Dialogs bildet ein Trinkgelage, bei dem sich die Beteiligten darauf einigen, weitestgehend auf das Trinken zu verzichten und stattdessen mehrere Lobreden auf den Eros zu halten. So wird im Verlauf des Dialogs der Eros in seinen verschiedenen Facetten vorgestellt, woraus sich eine große Deutungsvielfalt des Eros zwischen sinnlichem Begehren, universaler Wirkmacht als Prinzip des Verbindens und Vereinens und dem philosophischem Streben ergibt ein Spannungsfeld, das von akzidentieller irdischer Beziehung, über mythologisch grundierter Anthropologie bis hin zur platonischen Weisheitsliebe als Teilhabe an der Unsterblichkeit reicht.
Höhepunkt des Symposions und einer der literarisch-philosophischen Höhepunkte überhaupt im gesamten Werk Platons ist unzweifelhaft die Rede der Priesterin Diotima, die als eine Initiation des Sokrates in die Philosophie gelesen werden kann.
In seiner zweifachen dramatischen Vermitteltheit, seiner literarischen Virtuosität und natürlich nicht zuletzt aufgrund seiner philosophischen Tiefe übt das Symposion seit jeher eine enorme Faszination aus. In seiner großen Vielschichtigkeit und seinem Reichtum an Bezügen erwächst aus dem "Symposion" ein Reichtum an Ideen und Deutungen, der uns wie kaum ein anderer Dialog Platons in die Genialität des antiken Meisterdenkers des Schönen, des Guten und der Glückseligkeit einführt
Mit dem "Symposion" legt der Sprecher Volker Braumann den dritten Teil seiner Hörbuchreihe "Platon Sämtliche Dialoge" vor.