Die Idee hatte Potenzial, die Umsetzung war mir aber etwas zu schleppend zu Beginn und später auf die falschen Aspekte fokussiert.
Worum geht's?Anna und Leo sind gemeinsam aufgewachsen und beste Freunde, seit sie denken können. Nach ihrem Highschoolabschluss verändert sich ihr Leben jedoch schlagartig - denn als Erben zweier Mafiafamilien kommt für sie keine normale Universität in Frage, sondern nur das Kingmakers College. Dort sollen sie nicht nur alles lernen, was man für eine kriminelle Karriere braucht, sondern müssen auch gegeneinander bestehen - denn Kingmakers ist der gefährlichste Ort für Menschen, deren Hass aufeinander Generationen überdauert hat.Meine MeinungDie Idee der Geschichte klang eigentlich ganz spannend für mich, insbesondere weil Mafiageschichten für mich der Innbegriff des Dark Romance Genres sind und ich daher durchaus gespannt auf die Umsetzung war.Gleich zu Beginn des Buches wurde ich dann jedoch etwas enttäuscht, da es fast die Hälfte der Handlung gebraucht hat, bis überhaupt wirklich etwas spannendes passiert ist. Der Einstieg war für meinen Geschmack viel zu schwerfällig, da man sowohl Anna, als auch Leo und Dean nur oberflächlich kennenlernt, dabei aber kaum weltbewegende Informationen erhält.Erst ab der zweiten Hälfte kommt wirklich Bewegung in die Handlung, und ich war deutlich interessierter an den Geschehnissen und dem Leben in Kingmakers. Das Campusleben hat leider insgesamt deutlich weniger Platz in der Geschichte eingenommen, als ich eigentlich erwartet hätte, mein Interesse war jedoch trotzdem höher als zu Beginn des Buches.Mit den Figuren hatte ich leider insgesamt auch eher meine Probleme, insbesondere weil ich kaum einen der Charaktere wirklich ernst nehmen konnte. Jeder wollte hier tough und edgy wirken, realistisch betrachtet ist aber niemand - abgesehen von Dean - wirklich je mit Gewalt in Berührung gekommen, was das Konzept der gefährlichen achtzehnjährigen Mafiaerben meistens eher lächerlich auf mich hat wirken lassen.Anna und Leo mochte ich als Paar irgendwie trotzdem, auch wenn man bei beiden gemerkt hat, dass sie sich ihrer Privilegien teils überhaupt nicht bewusst waren. Im Laufe der Geschichte hatte ich aber insbesondere bei Leo wirklich das Gefühl, dass er sich als Charakter weiterentwickelt hat, was mich durchaus versöhnlicher gestimmt hat.Seltsam fand ich bei den beiden jedoch trotzdem, wie plötzlich und in welchem Maße sich dann auf die sexuelle Komponente ihrer Beziehung fokussiert wurde. Immerhin sind beide volljährig, was immerhin beruhigend war, der Wechsel von absolut null Erfahrung hin zu vergleichsweise "professionellem" Vorgehen hat mich dann aber doch überrascht und ehrlicherweise gerade im Epilog eher irritiert.Auch in Hinblick auf Rechtschreib-, Logik- und Übersetzungsfehler hätte ich mir einen genaueren Blick auf die Geschichte gewünscht, da mir doch einige Stellen aufgefallen sind, die ein Lektorat eigentlich hätte ausbessern müssen. Mein generelles Lesevergnügen wurde zwar nicht maßgeblich gemindert, in Kombination mit allen anderen Kritikpunkten hatte ich so aber schlussendlich doch den Eindruck, dass dieses Buch sein volles Potenzial leider nicht ausgeschöpft hat.FazitDie Geschichte an sich hat mir leider erst ab der zweiten Hälfte wirklich gefallen, zuvor habe ich mich eher quälen müssen, um überhaupt an den Punkt zu kommen, der mein Interesse halten konnte. Die Figuren und ihre Entwicklungen waren daher nur eine kleine Entschädigung dafür, dass ich mich nicht so für die Geschichte begeistern konnte, wie das eigentlich der Fall hätte sein können.Dafür gibt es drei Bücherstapel von mir.