Thor hat es ganz gut getan hat, mal in einem anderen Midgard unterwegs zu sein.
Es klingt etwas hochtrabend, dass Thor ein Roman aus "Die Asgard-Saga" ist. Wolfgang Hohlbein ist bekannt dafür, dass er diverse Reihen anfängt und diese nach Lust und Laune fortführt. Nach Thor kam in diesem Fall lediglich noch "Die Tochter der Midgardschlange" hinzu. Und da beide Romane aus dem Jahr 2010 stammen, dürfte die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Romans aus dieser "Saga" sehr gering sein.Hohlbein ist ebenfalls dafür bekannt, dass er Sagen und Legenden nimmt und diese ein wenig anders darstellt. Im Falle der nordischen Sagen gibt es gar keine Vorlage, so dass eine Eigeninterpretation durchaus legitim ist. Und diese beginnt mit einem Mann, der ohne sich an etwas erinnern zu können, in der bitteren Kälte eines Gebirges aufwacht. Und auf der Suche nach seiner Vergangenheit begegnet er allen Figuren, die der Leser aus der Sagenwelt kennt.Über weite Strecken macht es Spaß, Thor dabei zu begleiten, wie er nach und nach sich die Welt erschließt, in die er hineinstolpert. Da ist es auch egal, dass die Rollen bekannt sind und der Ausgang der Geschichte irgendwo auch. Selbst das dezent offene Ende sei dem Autor verziehen, denn es fügt sich alles zusammen, wenn man sich seiner eigenen Fantasie bedient. Ich fand, dass die Geschichte in der Mitte einen kleinen Durchhänger hatte und erst am Ende wieder an Fahrt gewann.Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, das von David Nathan eingelesen wurde, den ich zwangsläufig sofort mit Stephen King in Verbindung bringe. Er gehört zumindest in meiner Hörbuchwelt zu den erfahrenen "Urgesteinen" unter den Sprechern der Hörbücher.FazitIch kann sagen, dass es Thor ganz gut getan hat, mal in einem anderen Midgard unterwegs zu sein. Die Geschichte hatte seine Momente, und einen guten Unterhaltungswert. Sorry, wenn ich das so unverblümt sage, aber die Bücher von Wolfgang Hohlbein können mich gut unterhalten, sind aber für gewöhnlich keine Highlights.