Schwächer als Teil 1, nichtsdestotrotz informativ und wegweisend für den letzten Band
Ich glaube nicht, dass dieses Buch ohne die anderen beiden Bände gut funktionieren würde. Es agiert mehr als Lückenfüller. Wir haben den Anfang mit Band 1 und wir bekommen das große Finale in Band 3. Aber man kommt nicht von heute auf morgen von A nach B. Und der Weg dahin ist Band 2.Das Buch macht seinen Job nicht schlecht. Mir gefällt, dass man sich am Anfang auf Katniss' Leben außerhalb einer Arena fokussiert. Die Machtspiele des Kapitols und die Manipulationen, Drohungen und Psychospielchen durch Snow verdeutlichen nur noch einmal, wie machtlos die Menschen in den Distrikten sind. Und es zeigt den enormen mentalen Druck, dem Katniss ausgesetzt ist. Man darf nicht vergessen, dass sie immer noch nur eine Jugendliche ist und die konstante Gefahr, die in der Luft schwebt, nachdem eigentlich alles vorbei sein sollte, würde jeden zerbrechen. Die Grausamkeit des Kapitols wird dadurch noch einmal auf eine andere, weitaus subtilere Art verglichen mit den Spielen, verdeutlicht.Allerdings zieht sich dieser Teil mit der Zeit. Man weiß, dass da noch etwas kommt und auch wenn Snows Botschaften gezielt Katniss zermürben sollen, so zermürbend ist es auch beim Lesen. Irgendwann liest sich einfach alles gleich.Aber das hält zum Glück nicht lange an und schon sind wir bei neuen Spielen. Was sich widerum liest wie Band 1. Verständlich, der Ablauf der Spiele ist nun mal gleich. Das könnte langweilig erscheinen, ist meiner Meinung nach überhaupt nicht störend. So lernen wir gemeinsam mit Katniss die neuen Charaktere kennen. In der Arena selbst wird schnell klar, dass nichts so ist wie in Band 1. Die Dynamiken mit den neuen Figuren lassen erahnen, wer noch eine größere Rolle spielen wird, es gibt wieder Spannung, Überraschungen, einen Plan, der weit über Katniss selbst hinausgeht. Die sich in diesem Teil durch ihr unfaires Verhalten Peeta gegenüber nicht gerade sympathisch macht, aber immer noch eine gute Protagonistin abgibt. Collins schafft, durch die Spiele und die kreative Arena die Lesenden nach einem holprigen Start wieder vollends in ihren Bann zu ziehen.Schließlich wird klar, warum es diesen Teil gebraucht hat, um den Bogen zum großen Finale zu spannen. Und durch den Cliffhanger am Ende ist man praktisch gezwungen, weiterzulesen. Absolut diabolisch.