Ein Blick von dir von Karla Eklund hat mich emotional komplett abgeholt. Es ist eines dieser Bücher, das sich leise in dein Herz schleicht und dort noch lange bleibt.
Schon ab den ersten Seiten war ich mitten in Gesas Welt. Der Schreibstil ist unglaublich angenehm, bildhaft und emotional, ohne jemals überladen zu wirken. Besonders die Atmosphäre in den Bergen hat beim Lesen etwas total Entschleunigendes gehabt man spürt die Natur, die Ruhe, aber auch die innere Unruhe der Figuren.
Gesa als Protagonistin fand ich wahnsinnig nahbar. Ihre Unsicherheiten, ihr ständiges Hinterfragen und dieses Gefühl, oft zu viel zu sein, wirkten unglaublich authentisch. Gerade die Dynamik mit Levi hat mich teilweise richtig wütend gemacht. Stück für Stück zu erfahren, wie sehr sie sich in der Beziehung angepasst und klein gemacht hat, tat beim Lesen wirklich weh. Umso schöner war es, ihre Entwicklung mitzuerleben.
Und dann Joel
Ich habe ihn wirklich von Kapitel zu Kapitel mehr ins Herz geschlossen. Seine ruhige, verständnisvolle Art war für mich der perfekte Gegenpol zu allem, was Gesa vorher erlebt hat. Besonders schön fand ich, dass ihre Beziehung nicht überstürzt oder kitschig dargestellt wurde, sondern langsam, vorsichtig und ehrlich gewachsen ist.
Auch die ernsteren Themen wie Selbstzweifel, People Pleasing, emotionale Verletzungen und familiäre Erwartungen wurden unglaublich feinfühlig eingebunden. Gleichzeitig schafft das Buch aber auch immer wieder humorvolle und warme Momente, wodurch sich alles sehr echt angefühlt hat.
Der letzte Abschnitt hat mich emotional nochmal komplett erwischt. Die Auflösung rund um Levi hat perfekt gezeigt, warum diese Beziehung nie gesund für Gesa war. Der Epilog dagegen war einfach wunderschön und hat die Geschichte perfekt abgerundet.
Und ehrlich? Dieses Buch hat für mich riesiges Potenzial für einen zweiten Band!
Fazit:
Ein emotionales, warmes und unglaublich authentisches Buch über Selbstfindung, Heilung und die Frage, wer einem wirklich guttut. Für mich ein absolutes Herzensbuch.