,Eine spanische Nachrichtenseite berichtet über sein tödliches Missgeschick.' So beginnt der neue Roman der in Bukarest geborenen, heute in Zürich lebenden Autorin Dana Gricorcea. Die Rede ist von Camil und gelesen hat diese Zeile die Erzählerin, die von sich sagt, ,Camil war mein bester Freund, mein erster.' Mit ihren Geschichten tauchen wir ein in flirrende Sommer in einem kleinen Dorf in den Karpaten, irgendwann Ender der 80er, Anfang der 90er Jahre. Wir lernen Roxana kennen, das Mädchen aus Bukarest, das hier ihre Sommer verbringt, meistens lesend auf der Wiese im Garten. Die Beobachtungen der Kinder sind verrückt und märchenhaft, wirken seltsam aus der Zeit gefallen, es macht Spaß, die Geschichten zu lesen. Eingebettet sind sie in eine kursiv gedruckte Handlung, in der eine Autorin und der sie auf ihrer Lesereise begleitender Pianist Thierry sich einander annähern. Wer ist hier wer? Und was haben diese Personen miteinander zu tun?
Auch das ist ziemlich verrückt: Welchen Kosmos Dana Grigorcea auf nur 160 Seiten eröffnet! Sie zeigt uns eine (verlorene?) Welt, in der zwar nicht alles eitel Sonnenschein ist, die jedoch, zumindest in den Augen der Kinder, eine ist, in der Menschen einander begegnen und miteinander reden. Es ist das Bild einer funktionierenden Gemeinschaft. Darüber ein Sonne, die freundlich ist, Blätter im Wind und Freude im Herzen aufblitzen lässt. Lesefreude!