Ein ruhiger Thriller über Stalking, die ¿Schwarze Dahlie¿ und eine Frau, die erkennt, dass die Gefahr näher ist als gedacht.
"Die Dahlien-Morde" von Ashley Kalagian Blunt ist ein gelungenes Thriller-Debüt und bereits im Juni 2024 beim Droemer Verlag erschienen. Leider ist das Buch bei uns nicht wirklich populär geworden, was ich sehr schade finde. Denn wie der Titel schon verrät, verwebt die Autorin die Handlung mit dem berühmt-berüchtigten Mord an der "Schwarzen Dahlie" aus dem Jahr 1947 in Los Angeles.Der Einstieg bzw. der Prolog beginnt schon sehr spannend, fast schon brutal: Reagan findet die grausam zugerichtete Leiche einer jungen Frau - genauso grausam zugerichtet wie damals Elizabeth Short, besser bekannt als "die Schwarze Dahlie". Und damit beginnt Reagans Albtraum.Reagan ist als Protagonistin anfangs schwer zu greifen. Durch ein einschneidendes Erlebnis in ihrer Kindheit lebt sie ein eher zurückgezogenes Leben..ohne Internet, ohne Handy. Vor vielen Jahren ist sie einem Stalker entkommen und lebt deshalb in ständiger Angst. Verständlich, dass sie daher eher zurückhaltend und fast distanziert wirkt. Doch nach und nach wird ihre Vergangenheit offenbart.Bei Pflanzen hingegen blüht Reagan regelrecht auf. Als Inhaberin einer Gärtnerei für teils seltene Pflanzen verfügt sie über ein unglaubliches Wissen. Die Autorin nimmt sich hier bewusst Zeit, uns als Leser diese Artenvielfalt näherzubringen mit bildhaften Beschreibungen, aber auch mit lateinischen Namen. Die Schreibweise von Ashley Kalagian Blunt empfand ich insgesamt als sehr angenehm und eindringlich. Sie schafft es bereits auf den ersten Seiten, eine erdrückende Atmosphäre aufzubauen, die sie durchweg halten kann.Besonders positiv gefallen hat mir, dass es sich zwar um Mordfälle handelt, es allerdings keine präsenten Ermittler gibt. Lediglich Reagan und ihre beste Freundin Min, eine True-Crime-Autorin, begeben sich im ersten Teil auf Spurensuche. Dabei wird auch der spektakuläre Mordfall der "Schwarzen Dahlie" in den Handlungsstrang aufgenommen.Vorrangig geht es in "Die Dahlien-Morde" allerdings um eine andere Thematik: Stalking, unsere Internetpräsenz und die damit einhergehenden Gefahren, die gerade Frauen betreffen können."Die Dahlien-Morde" ist ein eher ruhiger Thriller, und Ashley Kalagian Blunt verzichtet weitestgehend auf detaillierte, brutale Szenen. Ihr Thriller schockiert vielmehr durch Tatsachen, die immer präsenter werden und uns Frauen betreffen. Mit dieser erdrückenden Atmosphäre brauchte sie keine blutigen Szenen, um mich an diesen Thriller zu fesseln.Man mag beim Lesen vielleicht denken, dass die Handlung und auch das Ende vorhersehbar sind, das dachte ich ebenfalls. Doch im zweiten Teil lässt die Autorin die Bombe platzen und entfesselt ein unglaubliches Ende.