Ein paar Längen im Mittelteil und ein ¿unerhörtes¿ Finale. Wirklich beeindruckend.
Kim ist ein wütender Teenager und fühlt sich unbestimmt unwillkommen in ihrer Familie mit Mutter, Stiefvater und Halbbruder. Also rebelliert Kim, wo es nur geht. Das ausgerechnet das ihr ermöglicht, endlich ihren Vater kennenzulernen, kommt nicht nur für sie unerwartet. Ebenfalls unerwartet, jedoch für die Leser:innen, kommt dann auf einem alten Gewerbehof mitten im tiefsten Ruhrgebiet eine Geschichte aus der DDR-Vergangenheit - inklusive Puhdys, Manfred Krug und Stasi-Bespitzelung. Unerhört, würde Kims Vater wohl sagen. Und das ist es tatsächlich, mit all den skurrilen, liebevoll überzeichneten Charakteren, den wilden Haustürgeschäften und absurden Imbissbuden-Tourismus, den Kim in den Sommerferien bei ihrem Vater erlebt. Das mildert letztlich die Tragik hinter dieser Geschichte, die am Ende so nachhaltig ist, dass sie mich über die Längen im Mittelteil hinwegsehen lässt.