Was habe ich hier eigentlich für ein wundervolles Buch gelesen
Was habe ich hier eigentlich für ein wundervolles Buch gelesen? ¿¿Charlotte und Eby kennen sich seit ihrer Kindheit. Irgendwann verlieren sie sich aus den Augen und gehen ihre eigenen Wege. Jahre später treffen sie wieder aufeinander - und beide stehen an einem Punkt in ihrem Leben, an dem nicht mehr alles so selbstverständlich funktioniert, wie es vielleicht einmal gedacht war.Charlotte ist ziemlich eigen, klug, manchmal etwas unbequem und hat ihren ganz eigenen Kopf. Eby kommt aus einer völlig anderen Welt und bringt ebenfalls ordentlich Persönlichkeit und einen ziemlich speziellen Humor mit. ¿Und genau diese beiden zusammen haben mir unglaublich gut gefallen.Ihre Gespräche sind manchmal alles andere als gewöhnlich. Sie springen von einem Gedanken zum nächsten, erinnern sich an früher, greifen irgendwelche Dinge auf, die für Außenstehende wahrscheinlich überhaupt keinen Sinn ergeben würden - und genau dadurch merkt man, wie lange diese beiden sich eigentlich schon kennen.Überhaupt hat das Buch eine ganz eigene Sprache. Da sind Wortspiele, Redewendungen, kleine sprachliche Überraschungen und manchmal Gedanken, bei denen ich kurz dachte: Okay, wo sind wir jetzt schon wieder gelandet? ¿Das macht es vielleicht nicht immer ganz einfach zu lesen, aber für mich hat genau das einen großen Teil des Charmes ausgemacht.Und dann ist da die andere Seite dieser Geschichte.Denn hinter all dem Humor geht es um ziemlich schwere Dinge: um Demenz, Verlust, Abschied, Familie und darum, was passiert, wenn man irgendwann merkt, dass das eigene Leben vielleicht nicht mehr so richtig zu einem passt.Was ich so schön fand: Das Buch wird dadurch nicht zu einer traurigen Geschichte.Im Gegenteil.Es hat unglaublich viel Wärme und eine Lebensfreude, die ich gar nicht erwartet hatte. Nicht dieses künstliche "Alles wird schon gut", sondern eher eine Lebensfreude, die sagt: Ja, manches im Leben ist verdammt schwer. Aber deswegen muss man doch nicht aufhören zu lachen.Und ich glaube, genau diese Mischung hat mich so bekommen.Ich habe Charlotte und Eby manchmal nicht ganz verstanden. Ich habe über sie gelacht, mich über sie gewundert und ihnen an manchen Stellen gedanklich wahrscheinlich auch mal einen kleinen Schubs geben wollen. ¿ Aber gleichzeitig sind mir beide unglaublich ans Herz gegangen.Besonders ihre Freundschaft hat mir gefallen. Sie müssen sich nicht gegenseitig retten. Sie sind einfach da. Sie kennen die Macken des anderen, können miteinander albern sein und geben sich trotzdem den Raum, ihren eigenen Weg zu finden.Und irgendwo zwischen all diesen Gesprächen, Erinnerungen und manchmal völlig schrägen Situationen steckt dann diese Frage: Was ist eigentlich Glück?Nicht unbedingt das große, perfekte Glück. Sondern das, was man vielleicht erst bemerkt, wenn man genauer hinschaut.Menschen, die einem guttun. Ein gemeinsames Lachen. Erinnerungen. Nähe. Und vielleicht auch der Mut, irgendwann zu sagen: So wie bisher muss es nicht bleiben.Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass mich dieses Buch so sehr begeistern würde. Nicht, weil es irgendwelche großen Überraschungen braucht. Sondern weil es auf seine ganz eigene Art erzählt, mit Figuren, die nicht glatt sind, einer Sprache, die manchmal ziemlich wild unterwegs ist, und ganz viel Herz.Und genau deshalb ist es für mich eines dieser Bücher, bei denen ich nach der letzten Seite nicht einfach denke: Schön. Nächstes Buch.Es bleibt noch ein bisschen.Dieses Buch tut weh und heilt einen gleichzeitig wieder. ¿¿Für mich ganz klar 5 Sterne. Ohne Diskussion.