Giuseppina Rigatoni möchte ihren Film in die deutschen Kinos bringen. Dies sollte eigentlich eine leichte Sache sein, zumal ihr Drehbuch bereits für den Deutschen Drehbuchpreis nominiert wurde. Easy, oder etwa nicht?!
Ein Filmevent jagt das nächste, in dem Giuseppina die Rolle einer Bittstellerin einnimmt und an ihre moralischen Grenzen stößt, um endlich Gönner*innen für ihren Kinofilm zu finden. Ein Glück, dass ihre Frau Anouk als Schauspielerin ebenfalls im Filmbusiness ist und Giuseppina sie an ihrer Seite weiß. Als ihr Vater unerwartet stirbt, muss sie sich jedoch zudem mit dem Erbe und der Vergangenheit ihrer Familie auseinandersetzen. Dabei kommen Geheimnisse an die Oberfläche, an die Giuseppina schon lange nicht mehr gedacht hat. Die vielen Reisen und die hohe Belastung stellen nicht nur ihre Beziehung zu Anouk auf die Probe.
Ich habe Angelina Maccarones Debütoman sehr gerne gelesen. Die Themen, die behandelt werden, sind so vielfältig. In "Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in" geht es um Queerness, Familien(-traumata), Kritik am Filmbusiness, Migration, das Aufwachsen als Kind mit dem Gefühl nie richtig dazu zugehören und und und... Ich bin fest davon überzeugt, dass jede*r Leser*in etwas für sich aus dem Buch "mitnehmen" kann. Für mich war es ganz klar die Darstellung der queerfeministischen Filmemacherin, die in der Filmwelt struggelt, und die Oberflächlichkeit dieses vermeintlich glamourösen Umfelds.
Obwohl Maccarone hier teilweise wirklich schwere Kost liefert, empfand ich den Erzählstil als sehr unterhaltsam und clever. Manches bleibt erst nach dem Satzende und dem Realisieren des Geschriebenen im Hals stecken.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung. Und sind wir doch mal ehrlich, allein das Cover und der Titel gehören schon ganz klar zu den Herbstfavoriten.