Das erste Kapitel des Buches spielt in Goldberg im Jahr 1980 und stellt Agnes und Helene vor, zwei junge Frauen voller Träume, die später beste Freundinnen werden.
Es gibt im Buch noch einige Rückblicke in die Achtziger Jahre. Doch die eigentliche Handlung spielt in der Gegenwart, im Mittelpunkt steht die nächste Generation, Während Helenes Tochter Fleur in Goldberg, einem fiktiven Städtchen, das stellvertretend für viele Weinanbauorte steht, geblieben ist, kehrt der weitgereiste Koch Jean-Claude nach Goldberg zurück, um für eine kurze Zeit bei seiner Mutter Agnes zu leben.
Bei aller Idylle gibt es in Goldberg Probleme: Geschäftsleerstand, Nachwuchssorgen und wirtschaftliche Herausforderungen für die Winzer. Kann man gemeinsam Lösungen finden?
Mir hat gefallen, dass im Buch Probleme nicht ignoriert werden. Auch Themen wie Krankheit und Sterben, Trauma bei Jungendlichen und Demenz werden thematisiert. Trotzdem ist eine positive, optimistische Grundstimmung spürbar.
Wer vom Buch Drama, permanenten Nervenkitzel und ein hohes Maß an Spannung erwartet könnte eventuell enttäuscht sein. Manche Entwicklung in der Handlung fand ich vorhersehbar.
Mir hat das Buch aber gut gefallen. Besonders positiv fand ich die Gestaltung der Charaktere und die ausdrucksstarken Landschaftsbeschreibungen, die mich mitten in den schwäbischen Weinort hinein versetzten.
Das Buch ist ein Roman voll Liebe zur Heimat, ohne dabei altbacken oder kitschig zu sein. Es ermutigt dazu, bei Problemen nach Lösungen zu suchen, am besten mit anderen gemeinsam, anstatt zu jammern, ein authentisches Leben zu führen und das wertzuschätzen, was man hat.
Ein schöner Bonus sind die leckeren, thematisch passenden Rezepte am Ende des Buches.
Gerne empfehle ich diesen Wohlfühlroman weiter.