Danke für den schönen Abend von Gitta van Spree ist ein Roman, der mich vor allem mit seiner ungewöhnlichen Ausgangssituation und dem Klappentext neugierig gemacht hat. Alex Martin führt eigentlich ein eher unaufgeregtes Leben in Paris und arbeitet in einer Kunstgalerie. Gleichzeitig hat sie seit drei Jahren eine heimliche Beziehung mit dem verheirateten KI-Experten Kai Landsmann. Als sie ihn eines Morgens tot in einem Hotelzimmer findet, trifft sie eine ziemlich überraschende Entscheidung: Statt die Polizei zu rufen, nimmt sie sein Handy an sich, verschwindet und gibt sich als jemand anderes aus.
Mir hat dabei besonders gefallen, dass Alex nicht einfach nur einem klassischen Mordfall hinterherjagt. Vielmehr geht es auch um die Frage, wie gut man einen Menschen wirklich kennen kann. Je mehr Alex über Kai herausfindet, desto stärker scheint sich das Bild zu verändern, das sie von ihm hatte. Dadurch entsteht eine interessante Mischung aus Spannung, persönlichen Gefühlen, Täuschung und Geheimnissen. Gleichzeitig gibt es einige Wendungen, bei denen man sich immer wieder fragt, wem Alex eigentlich noch vertrauen kann.
Die ersten zwei Drittel des Buches fand ich leider sehr anstrengend zu lesen. Der Inhalt besteht größtenteils aus den Gedanken der Protagonistin, die für mich oft wild und wirr durcheinandergehen. Dabei hatte ich häufig den Eindruck, dass diese Gedanken nicht wirklich zum Fortschreiten der Handlung beitrugen, sondern mich eher verwirrten und es mir schwer machten, der Geschichte zu folgen. Ähnlich ging es mir mit den zahlreichen Rückblicken. Bei vielen davon habe ich mich gefragt, warum sie Teil der Geschichte sind, da ich nicht das Gefühl hatte, dass sie für die eigentliche Handlung von Bedeutung waren. Dadurch fiel es mir zunehmend schwer, dranzubleiben.
Das letzte Drittel hat mir dann besser gefallen, denn hier wurde die Geschichte spannender und die Handlung kam für mein Empfinden deutlich mehr voran. Dennoch habe ich möglicherweise einfach keinen richtigen Zugang zur Geschichte gefunden, denn am Ende blieben für mich mehr Fragen als Antworten. Für mich bleibt daher vor allem ein Gefühl der Ratlosigkeit zurück.
Danke für den schönen Abend ist ein sehr ungewöhnlicher und teils spannender Roman, bei dem nicht nur die Frage nach dem Täter interessant ist, sondern vor allem die Geheimnisse hinter einer Beziehung. Auch wenn mich der Roman leider nicht richtig abgeholt hat, fand ich die Idee und den ungewöhnlichen Ansatz interessant. Vor allem hat er es geschafft, dass ich noch lange über die Geschichte nachgrübeln musste, weil ich sie unbedingt verstehen wollte.