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Produktbild: Herrinnen des Mondes | Jokha Alharthi
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Herrinnen des Mondes

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Über das Leben dreier Schwestern aus einem kleinen Dorf in einer Zeit des raschen sozialen und wirtschaftlichen Wandels in Oman.

Das Dorf al-Awafi in Oman ist die Heimat dreier Schwestern: Mayya, die mit gebrochenem Herzen die Ehe mit Abdallah eingeht, Sohn des wohlhabenden Kaufmanns Sulayman. Asma, die aus Pflichtgefühl Khalid heiratet, einen selbstverliebten Künstler. Und Khawla, die alle Anträge ablehnt, während sie auf ihren Geliebten wartet, der nach Kanada ausgewandert ist und nur alle zwei Jahre zurückkehrt. Drei Frauen, drei Blickwinkel auf Oman und eine traditionelle Gesellschaft, die sich nach der Kolonialzeit zwischen Tradition und Moderne neu definieren muss - wie die Frauen auch. Und dann ist da noch die rätselhafte, betörende Zarifa, die als Sklavin nach Oman kam, von Sulayman gekauft und seine große Liebe wurde.

Herrinnen des Mondes erzählt vielstimmig über das Leben, Lieben und die Träume von Frauen in einer traditionell patriarchalischen islamischen Gesellschaft.

Produktdetails

Erscheinungsdatum
24. April 2025
Sprache
deutsch
Untertitel
Originaltitel: Sayyidat al-Qamar. Mit Lesebändchen.
Seitenanzahl
336
Autor/Autorin
Jokha Alharthi
Übersetzung
Claudia Ott
Verlag/Hersteller
Originaltitel
Originalsprache
arabisch
Produktart
gebunden
Gewicht
458 g
Größe (L/B/H)
209/134/32 mm
Sonstiges
Mit Lesebändchen
ISBN
9783038201526

Portrait

Jokha Alharthi

Ihre Begabung wurde Jokha Alharthi, geboren 1978, in die Wiege gelegt, denn in ihrer Familie gibt es eine Reihe von Dichtern. Ihr Roman Herrinnen des Mondes war auch eine Art Heimweharbeit, fing sie doch während ihres Studiums der klassischen arabischen Literatur an der Universität von Edinburgh an, daran zu schreiben. Das regnerisch-kühle Wetter wird eine Rolle gespielt haben. Jokha Alharthi schreibt Romane, Erzählungen und Kinderbücher, hat aber auch eine akademische Karriere absolviert. Heute unterrichtet sie als Associate Professor am College of Arts and Social Sciences der Sultan Qaboos University in Maskat, der Hauptstadt Omans.

Pressestimmen

»Ein phantasievoller, fesselnder und poetischer Einblick in eine Gesellschaft im Wandel und in Leben, die uns bislang verborgen geblieben sind. « The Man Booker International Prize

»Klug und erhellend. « The Wall Street Journal

»Bereichernd und dicht. « Time Magazine, New York

»Jokha Alharthi ist eine unverwechselbare und wichtige neue Stimme der Weltliteratur. « The Irish Times, Dublin

Besprechung vom 12.08.2025

Lächeln der Sandgazelle
Jokha Alharthis großer Dorf- und Familienroman

Was für ein Roman! Er öffnet uns ein unbekanntes Land, Oman, und erzählt so genau und lustvoll von einer Dorfgemeinschaft, dass wir sie sehen und riechen, als stünden wir mitten darin: Wir hören die freundlichen Tanten und die bissigen, die schweigsamen oder herrischen Mütter, die fordernden, eigensinnigen Väter. Von der ersten Zeile an zieht das Buch in den Bann, und das ist auch der präzisen, stilistisch geschliffenen Übersetzung von Claudia Ott geschuldet, einer ausgewiesenen Spezialistin - sie teile, schreibt sie im Nachwort, mit der Autorin die Leidenschaft für klassische arabische Literatur und für das Landleben.

Die sechzig für die Übersetzung mit Überschriften versehenen Kapitel spielen in al-Awafi, einem fiktiven Dorf in Oman - das nach den Auskünften der Autorin als typisch gelten darf. In ihm spiegeln sich, konzentriert und emotional aufgeladen, die Umbrüche zwischen 1920 und 1990, in denen sich das Sultanat am Persischen Golf von einer streng hierarchischen, bäuerlichen Stammesgesellschaft in eine moderne, industriell und technisch geprägte Gesellschaft verwandelte - die Hauptstadt Maskat wird zum Sehnsuchtsort für die jungen Leute aus dem Dorf. Maskat war einst ein Umschlagplatz für Sklaven, bis die Sklaverei auf Drängen der Engländer 1926 verboten wurde. An genau diesem Tag, dem 25. September, wird im Haus des Scheichs Said die Sklavin Sarifa geboren, eine der Hauptfiguren des Romans.

Die Autorin Jokha Alharthi, 1978 in Oman geboren, unterrichtet Arabistik in Maskat. Während des Studiums in Edinburgh hatte sie ihren Roman zu schreiben begonnen, den ersten aus Oman, und wahrscheinlich sei er ein "Heimwehbuch", meint ihre Übersetzerin - womit sie sicher recht hat. In einer der schönsten Szenen, der Begrüßung einer neugeborenen Tochter in einem wohlhabenden Haus des Dorfes, amüsieren wir uns über die feinen Sticheleien der Nachbarinnen, in denen die Familienfehden mehrerer Generationen aufblitzen, sehen die prüfenden oder neidischen Blicke auf seidene Polster und vergoldete Truhen. Aus dem vielstimmigen Chor der Gäste, ihren lauten und leisen Stimmen setzt sich das Bild einer Gesellschaft zusammen, die unter einer traditionell fest gefügten und scheinbar ruhigen Oberfläche von heftigsten Spannungen geschüttelt wird.

Die einzelnen Kapitel werden aus der Sicht verschiedener Figuren erzählt, die ihren Erinnerungen folgen und oft tief in die Vergangenheit tauchen. Meist spricht Abdallah, der Sohn des Sklavenhändlers Suleiman, ein moderner junger Mann, der zwischen Dorf und Hauptstadt pendelt - und damit in diesem Fall ein idealer Erzähler ist. Er liebt das Leben im Dorf und leidet doch unter den Erwartungen: die der Schwiegermutter, die ihre Tochter opulent ausgestattet sehen will, und die des Vaters, der von seinem einzigen Stammhalter Gehorsam fordert und den Halbwüchsigen grausam züchtigt. Noch am Sterbebett des Vaters bettelt der weinende Sohn, der Vater möge endlich seine alten Wunden berühren - vergebens.

Als Kind schützte ihn nur die Liebe seiner Kinderfrau, der Sklavin Sarifa, die, schon in Oman geboren, selbstbewusst genug war, sich einen Platz am Familientisch zu erobern. Sie verehrt ihren neuen Besitzer, den Sklavenhändler Suleiman, der sie als Sechzehnjährige gekauft hatte, und will sich einen anderen Platz zum Leben als in seinem Haus gar nicht vorstellen. Auch dann nicht, als er sie zwangsweise mit einem seiner Haussklaven verheiratet, der seine Wut über die Verschleppung von der Makran-Küste immer wieder herausschreit: "Vergessen? Wo gibt es denn Vergessen?" Es könnte das Motto des ganzen Buches sein.

Der Roman spricht lokale Tabuthemen sehr offen an. Geistige Behinderungen bei Kindern etwa, für die sich die Eltern schämen - wie überhaupt Scham im Alltag auch des modernen Omans eine große Rolle spielt. Und die bis heute praktizierte Hexerei liefert einige Rätsel, die sich als Spannungsfäden durchs Buch ziehen: Wie kann es sein, dass eine gesunde junge Frau stirbt, nur weil sie einen Basilikumstrauch im Hof ausriss? Oder wohin verschwindet die wegen ihrer souveränen Freizügigkeit bewunderte Beduinin Nadschiyya, die ihr Geliebter Assan graziler findet als die von den Dichtern besungene Sandgazelle?

Mit seinen Töchtern Mayya, Asma und Chaula tritt, eindrucksvoll übersetzt, die arabische Poesie auf. Ihr gelingt Erstaunliches: Nur im "Dichterspiel" wagen es die Töchter, durch raffiniertes Kombinieren der klassischen Zeilen dem autoritären Vater seine Fehler vorzuhalten - und dank der ehrwürdigen Verfasser hörte er ihnen aufmerksam zu. Einleuchtender und schöner kann von der Macht der Poesie nicht erzählt werden. NICOLE HENNEBERG

Jokha Alharthi:

"Herrinnen des Mondes". Roman.

Aus dem Arabischen

von Claudia Ott.

Dörlemann Verlag,

Zürich 2025.

336 S., geb.

Alle Rechte vorbehalten. © Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt am Main.

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Von begine am 25.04.2025

Osmanische Familie

Jokha Alharti ist 3ine omanische Schriftstellerin. Herrinnen des Mondes ist ein Familiengeschichte., die ein enormes Werk wurde. Es gibt drei Schwestern, die verschiedene Ansichten des Lebens haben. Dann gibt es noch mehrere Personen, die den Roman bereichern. Ich musste mich sehr konzentrieren, um diese Geschichte zu verstehen. Mir war es etwas zu viel. Trotzdem ist e ein wunderbarer Roman, den ich empfehlen kann.
Von coala am 24.04.2025

Eindrucksvolles Porträt omanischer Frauen

Herrinnen des Mondes von Jokha Alharthi ist ein beeindruckendes, vielschichtiges Buch, das tief in das Leben von drei Schwestern im Oman eintaucht. Als Leser fühlt man sich sofort in die vertrauten, doch gleichzeitig fremden Lebenswelten dieser Frauen gezogen, die zwischen Tradition und Moderne stehen. Alharthi schafft es, die Emotionen und inneren Konflikte ihrer Charaktere auf eine Weise darzustellen, die sehr real wirkt. Da ist Mayya, die in eine Ehe hineingedrängt wird, obwohl sie in jemand anderen verliebt war. Asma, die ihre Ehe aus Pflichtgefühl führt und sich dabei immer weiter entfremdet fühlt. Und Khawla, die sich weigert, den gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen, und ihren eigenen Weg geht, auf der Suche nach Liebe und Freiheit. Jede dieser Frauen kämpft auf ihre Weise mit den Normen ihrer Kultur, und trotzdem sind ihre Erfahrungen einzigartig. Alharthi gelingt es, die sozialen und kulturellen Spannungen der omanischen Gesellschaft einfühlsam darzustellen, ohne dabei zu verurteilen. Die poetische Erzählweise schafft eine intime Atmosphäre, die als Leser mit den inneren Kämpfen der Frauen mitfühlen lässt. Der Roman ist eine kraftvolle Auseinandersetzung mit Selbstbestimmung und der Rolle der Frau in einer sich wandelnden Gesellschaft. Ein tiefgründiger und nachdenklicher Roman, der die Bedeutung von persönlichen Entscheidungen in einer von Tradition geprägten Welt aufzeigt.
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