Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Dieses Buch ist schwere Kost und hat mir beim Lesen immer wieder das Herz gebrochen. Es erzählt die Geschichte von Frankie, die ihrem Bruder nach Vietnam folgt und dort als Krankenschwester arbeitet. Gleichzeitig zeigt es eindringlich, welche tiefen Wunden der Krieg hinterlässt und wie schwer es ist, danach wieder ein "normales" Leben zu führen.Man wird ohne Umwege mitten ins Geschehen geworfen und befindet sich sofort in Vietnam. An Frankies Seite erlebt man ihren Alltag als Krankenschwester, in dem sie schwerstverwundete Soldaten, aber auch Männer, Frauen und Kinder versorgt. Nichts wird beschönigt. Der Krieg wird schonungslos und erschütternd dargestellt. Die Grausamkeiten, das Leid und die unzähligen Opfer gehen unter die Haut. Bis auf ein paar Filme hatte ich mich zuvor kaum mit dem Vietnamkrieg beschäftigt. Ich wusste zwar von den Protesten und davon, dass die USA dort schreckliche Dinge angerichtet haben, doch dieses Buch hat mir noch einmal auf eindringliche Weise vor Augen geführt, welches Ausmaß dieser Krieg hatte.Besonders eindrucksvoll fand ich auch, dass das Buch die Gegensätze des Krieges zeigt. Während auf der einen Seite Menschen sterben und unfassbares Leid herrscht, versuchen Soldaten, Krankenschwestern und Ärzte nach ihrem Dienst für ein paar Stunden Normalität zu finden und gemeinsam zu feiern. Gerade dieser Kontrast hat mich sehr nachdenklich gemacht und zeigt eine weitere hässliche Seite des Krieges.Frankie war für mich von der ersten Seite an eine unglaublich authentische Protagonistin. Sie ist mutig, verletzlich und menschlich. Eine Figur, die man am liebsten einfach nur in den Arm nehmen möchte. Auch ihre Freundinnen habe ich sehr ins Herz geschlossen. Es hat mir gefallen, dass sie die gesamte Geschichte über eine wichtige Rolle gespielt haben und Frankie nie wirklich allein war.Nicht ganz überzeugt hat mich dagegen das Liebeschaos rund um Frankie. Diesen Teil der Geschichte hätte ich nicht in diesem Umfang gebraucht und ich hätte mir für sie persönlich ein anderes Ende gewünscht. Außerdem zog sich das Ende für meinen Geschmack etwas zu sehr in die Länge. Obwohl ich den Abschluss insgesamt gelungen fand, wäre hier für mich weniger mehr gewesen."Die Frauen jenseits des Flusses" ist ein emotionales, bewegendes und schonungsloses Buch über die Schrecken des Vietnamkriegs und darüber, wie schwer es ist, nach solchen Erlebnissen wieder ins Leben zurückzufinden. Es hat mich tief berührt, oft sprachlos gemacht und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.