In Beth is dead erzählt Katie Bernet die Geschichte der den meisten als Little Women bekannten March-Schwestern neu und modern.
Sie behält die Charaktere bei und versetzt sie in unsere Zeit. Da ich das nicht gewusst habe, als ich anfing dieses großartig vertonte Hörbuch zu hören war ich doch etwas überrascht. Klar, die Namen kamen mir bekannt vor und dennoch machte es erst Klick, als dann auch der Name Little Women im Buch fiel.
Nun ja, zu meiner Verteidigung: Ich habe das Buch nie gelesen und kenne nur den Anime (den ich früher sehr mochte).
Spannend wird die Geschichte aus den verschiedenen Perspektiven der vier (ja, auch von Beth) Schwestern erzählt, doch wer hofft, dass Beth dann ja gar nicht tot sein kann irrt. Denn jede der Schwestern (außer Beth natürlich) hat zwei Zeitebenen auf denen sie erzählt. Zum einen Vorher und zum anderen Nachher. Diese wechseln sich regelmäßig ab. Die Vorher Zeitebene läuft dabei unaufhaltsam auf das schreckliche Ereignis zu, bis es (ACHTUNG, leichter Spoiler! ANFANG) in einem Kapitel aus Behts Sicht sein Finale erreicht in dem sie ihr Ende findet. Dieses Kapitel erwähne ich deshalb, weil ich es extrem unangenehm fand zu hören. Fast nicht auszuhalten, aber mehr möchte ich dazu nicht sagen. (Spoiler ENDE)
Die vier Schwestern hat Bernet wirklich wunderbar herausgearbeitet. In wie weit sie jeweils ihren Vorbildern entsprechen vermag ich nicht zu beurteilen, jedoch war jede für sich eine eigenständige Persönlichkeit mit spannender Storyline. Jede hat ihre Beweggründe und diese werden auch deutlich und unterscheiden sich.
Die Sprecherinnen Jodie Ahlborn, Julia Nachtmann, Nina Reithmeier und Lisa Cardinale hauchen ihnen dann noch zusätzlich so viel Esprit und Leben ein, dass es wirklich eine Freude war sie zu hören.
Aber... Ja, was denn nun? Ich bin voll des Lobes und doch muss ich sagen, dass ich irgendwann, warum auch immer, nicht mehr so ganz bei der Sache war. Es war nicht dieser Drang da immer weiter wissen zu wollen was denn nun passiert ist. Woran genau das gelegen hat kann ich nicht sagen, oberflächlich betrachtet stimmte alles.
Die Story ist spannend und hält die ein oder andere Wendung und Finte parat, mal war ich sicher Person X war es, dann überzeugt davon dass es doch Person Y war der/die Beth das Leben gekostet hat und zwischendurch vermutete ich dann doch einen schrecklichen Unfall.
Von daher war da schon sehr viel Spannung vorhanden, nur irgendwie fehlte dann doch diese Sogwirkung die ein richtig, richtig gutes Buch ausmacht.
Es hatte einfach ein paar Hänger gerade zur Mitte hin.
Wer einen spannenden Jugendthriller haben möchte und Little Women Fan ist wird hier voll auf seine Kosten kommen. Auch Menschen (wie ich) die das Original nicht kennen, dafür aber gerne (Jugend)Thriller lesen/hören sollte das absolut nicht abschrecken. Die Story kann man trotzdem fehlender Kenntnisse genießen.
Von mir gibt es daher 3,5 von 5 Sternen.