Wie geht man mit seinen widersprüchlichen Gefühlen nach dem Tod des Ehepartners um? Christien ist einerseits erleichtert, befreit, andererseits aber auch traurig, die Liebe im Lauf der Jahre verloren und sich immer mehr von ihrem Mann entfremdet zu haben. Ihr inneres Chaos mit all den Fragen nach den Ursachen, warum diese anfängliche Beziehung auf Augenhöhe mit gleichgelagerten Interessen so aus dem Ruder lief, spiegelt sich im desaströsen Zustand ihres gemeinsamen Zuhauses wider. Mit Unterstützung ihrer Schwester und anderer nahestehender Personen versucht sie, das Haus zu entrümpeln, Spuren der Sammelleidenschaft ihres Mannes zu löschen und mit Renovierungsmaßnahmen sowie Geselligkeit wieder Helligkeit und Freude in das zuletzt düster anmutende Heim einziehen zu lassen.
Es ist keine Schuldzuweisung an den Partner, vielmehr eine zeitlich distanzierte Beobachtung kleiner Puzzlesteine, die sowohl sie als auch ihr verstorbener Mann nicht mehr zusammenfügen konnten.
Wieviel Gemeinsamkeit und Distanz benötigt eine Beziehung?
Die Soziologin Brinkgreve gibt in diesem autobiografischen Werk mit Verweis auf andere paar- bzw. familienanalytische Bücher einen beeindruckenden Einblick in Faktoren, die uns im Miteinander beeinflussen, auf die wir aber ebenso auf unterschiedlichste Weise Einfluss nehmen können. Verschiedene Wege liegen vor uns, die Weichen stellen jedoch wir selbst. Es liegt an uns, Selbstverwirklichung und Leichtigkeit in unser Leben zu bringen, den Dialog mit dem anderen zu suchen und in Einklang zu bringen auch über den Tod hinaus.