Henri, Merle und Katharina sind seit dem Studium Freundinnen. Mit Anfang dreißig haben sie mittlerweile unterschiedliche Lebensentwürfe und -vorstellungen. Während Henri immer unabhängig und freigeistig bleiben möchte, keine Kinder oder festen Partner möchte, träumt Katharina schon länger von einem gemeinsamen Kind mit Ole, mit dem sie seit zehn Jahren zusammen ist. Merle hat bereits ein Kind bekommen und mit ihrem Mann baut sie ein Haus ganz in der Nähe ihrer Schwiegereltern. Die drei sehen sich immer weniger und kämpfen mit eigenen Herausforderungen und Sorgen. Wie erhält man eine Freundschaft aufrecht, wenn die Unterschiede mehr wiegen als die Gemeinsamkeiten?
Das Cover und der Klappentext haben mir direkt zugesagt, allerdings finde ich nach dem Lesen den Klappentext eher unpassend, weil das Thema Freundschaft nicht den Kern der Geschichte bildet. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht der drei Frauen geschrieben, was eine tolle Dynamik in die Handlung bringt und jede der drei Charaktere beleuchtet. Ich selbst bin genau in dem Alter der drei und konnte mich in jede hineinversetzen und mitfühlen. Ich hätte mir allerdings mehr Szenen und Situationen mit zwei oder allen dreien zusammen gewünscht um die Dynamik in der Freundschaft mehr zu verstehen. Wer ist laut, wer lenkt ein, wer hat die besten Ideen? Die drei Charaktere werden toll und vor allem authentisch und ehrlich beschrieben, ein großer Pluspunkt des Buches, hätten aber für mich noch mehr Tiefe bekommen können und die Geschichte generell mehr Seiten. Das Thema Kinderwunsch ist sehr präsent und bildet einen Kern der Handlung. Die Freundschaft der drei rückt immer mehr in den Hintergrund, was für mich nicht schlimm war, denn die Autorin beschreibt gekonnt den normalen Alltag in den Dreißigerin, in dem die meisten Frauen sich wahrscheinlich wieder finden können. Zwischen Haushalt, Partnerschaft, Hobbys, Familie und Arbeit bleibt oft kaum Platz für Freundschaften. Der Schreibstil ist angenehm leicht und bewusst reduziert, dennoch kommen die Gefühle und Gedanken sehr gut zum Ausdruck. Das Ende hat mir gut gefallen, hätte aber, wie auch andere Situationen, noch mehr auserzählt werden können.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung für diesen gelungenen Debütroman, in dem sich sicher viele junge Frauen wieder finden können und der mit tollen Charakteren punktet.