Hoffnungsvoll eingestiegen, frustriert zurückgelassen.
Eine junge Hexe, die den Tod ihrer Zwillingsschwester rächen will, begibt sich auf eine Reise voller Rätsel, um diesen aufzuklären, und trifft dabei auf den Fürsten des Zorns. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und geraten dabei nicht nur in Gefahren, sondern auch in innere Konflikte aus Trauer, Wut und unerwarteten Gefühlen.Hexen, Dämonenfürsten, dunkle Magie, verbotene Liebe. Diese Worte, die mich zu dem Buch hingezogen haben, haben meine Begeisterung im Laufe der Geschichte leider ziemlich gemindert. Was gut gestartet hat, hat sich schnell gewandelt. Aus Interesse wurde Ernüchterung, aus Spannung Vorhersehbarkeit, aus Motivation Frust.Der Start des Buches gefiel mir gut und ich mochte die Richtung, die die Geschichte einschlug. Das italienische Setting war sehr nahbar und vor allem die Erzählungen rund um das Familienrestaurant und das Essen fand ich toll. Ich konnte regelrecht hören, wie die Gerichte zubereitet wurden, und riechen, welchen Duft sie verströmten. Das gesamte Geflecht aus Hexen und Dämonen hat mich zu dem Buch hingezogen, weil ich schon lange keins mehr aus diesem Spektrum gelesen habe. Je mehr ich jedoch las, desto enttäuschter wurde ich und der Frust begleitete mich fast durch das gesamte Buch.Die Protagonistin Emilia wirkte stets naiv und ihre Stärke, die dem Lesenden vermittelt werden sollte, war für mich nicht erkennbar. Sie machte kaum eine Entwicklung durch und war in fast jedem Moment auf Hilfe angewiesen. Die Überlegenheit, die sie stets zur Schau stellte, war für mich nicht glaubwürdig und konnte ihre Schwächen nicht verbergen. Ihre Art zu handeln und zu kommunizieren war oftmals nicht schlüssig und stieß bei mir häufig auf Unverständnis. Auf der Suche nach Antworten bezüglich des Todes ihrer Schwester traf sie auf einige Hindernisse, die innerhalb von Sekunden gelöst wurden. Auch war vieles offensichtlich, was Emilia jedoch stets entging. Dies nahm der Geschichte die nötige Spannung.Einige Elemente wurden nicht ausreichend ausgeschmückt und es fehlten Details, die für mich wichtig gewesen wären, um besser zu verstehen. Die genaue Rolle der Hexen und Dämonenfürsten? Unklar. Die Charaktere blieben blass und es mangelte an Authentizität, Intensität und menschlicher wie inhaltlicher Tiefe. Emotionen waren für mich nicht greifbar und mir fehlte der Sog, den ich mir erhofft hatte. Statt mich in der Geschichte zu verlieren und mitzufühlen, fühlte ich mich wie eine Außenstehende, die das Geschehen weder nachvollziehen noch wirklich begreifen konnte.Insgesamt konnte mich das Buch daher nicht überzeugen, weshalb ich höchstwahrscheinlich auf eine Fortsetzung der Reihe verzichten werde.