Athmosphärisch und gut,,,,
Die vier Kinder auf dem in verhaltenen Grauton-Farben des Buchcover, vermitteln als erstes den Eindruck eines Coming-of-Age-Roman. Das stimmt teilweise. Es entwickelt sich allerdings ein ernstes Thema , einem spannendem Krimi ähnelnd. Der Roman erzählt die Geschichte rund um das plötzliche Verschwinden der jungen Anna auf einer abgelegenen Insel Neufundlands. Das Insel-Leben auf der Fischerinsel des 12 jährigen Pierce und seiner Freunde Thomas, Bennie und dessen Cousine Emily aus New York werden bildhaft und sehr stimmungsvoll aufgerollt. Pierce wächst in einer kleinen, engen Inselgemeinschaft von Kabeljaufischern auf. Sein Vater fährt täglich auf die raue See mit seinem eigenen Kutter zum Fischfang. Die Mutter arbeitet in einer Fischfabrik. Das plötzliche Verschwinden des Vaters bei der Arbeit traumatisiert den Jungen. Seine Angst vor dem Ertrinken und Tod auf dem Meer wächst so ins Unermessliche, dass er die See und das Betreten eines Fischkutters vermeidet. Die etwas ältere, sensible Anna bemerkt diese Ängste und versucht in einigen wenigen Begegnungen, die Jahre auseinanderliegen , Verständnis und Mitgefühl für diese Ängste an den jüngeren Pierce zu vermitteln. Pierce fühlt sich verstanden und getröstet, verehrt die ältere Anna und ihr grosses Zeichentalent, mit dem sie die Insel in Bildern festhält. Das wilde Meer, die Klippen der Insel sowie die blau glitzernden Eisberge , die sich immer wieder nah an die Inselküste schieben, sind ihre beliebten Motive. Das plötzliche Verschwinden von Anna schockt Pierce und seine Freunde. Sie machen sich auf die Suche nach Anna, wie die gesamte Inselbevölkerung. Diese Entwicklung wird in einem grossen, stetig wachsendem Spannungsbogen thematisiert. Als der alte, den Kindern unheimliche erscheinende *Festländer* Solomon, in die Suche der Jugendlichen nach Anna verwickelt wird, bekommt der Roman einen echten Spannungskick....... Ein anderer interessanter Aspekt im Buch war für mich die Erwähnung des Niedergangs der Fischindustrie auf den Inseln Neufundlands durch immer geringere Fangquoten , der Überfischung der Meere, sowie das Voranschreiten der Klimaveränderungen. Durch wunderschöne, fast poetische und verklärende Beschreibungen der Vergangenheit des Fischfanggewerbes hat der Autor diesen Inseln und seinen damals dort lebenden Menschen ein beeindruckendes Denkmal gesetzt. Der Autor lässt den Jungen Pierce in der Ich-Form erzählen und am Ende des Bucheshatte ich das Gefühl, dass der Autor viele autobiografische Elemente in seinem Buch verarbeitet hat. Der interessante Epilog am Ende des Buches verstärkte diesen Eindruck bei mir. Ich empfehle dieses lesenswerte und spannende Buch sehr gerne und bewerte es mitFÜNF ***** Sternen.