Der Roman Restsommer behandelt auf den ersten Blick keine völlig neuen Themen. Als Coming-of-Age-Geschichte begleitet er Dominik durch einen Sommer voller schwieriger Entscheidungen. Dabei geht es nicht nur um seine berufliche Zukunft, etwa die Frage, ob er in das Unternehmen seines Vaters einsteigen möchte , sondern auch um eine unerwartete Liebe. Trotz dieser zunächst wenig innovativ wirkenden Ausgangslage bietet das Buch jedoch viele außergewöhnliche Aspekte.
Hervorzuheben ist das Bestattungsinstitut als Handlungsort. Die Abläufe und der Ort selbst werden sehr detailliert beschrieben, sodass man sich alles gut vorstellen kann. Gleichzeitig verstärkt das Setting einer kleinen Stadt im Nirgendwo die Intensität vieler Situationen und Konflikte.
Der Hauptgrund für meine Begeisterung ist jedoch der Schreib- beziehungsweise Erzählstil. Beim Lesen fühlt man sich sehr nah am Geschehen, und die Atmosphäre wird überzeugend vermittelt. Dadurch fällt es leicht, sich in Dominik, aber auch in die anderen Figuren hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufühlen. Zudem sind die Charaktere vielschichtig gestaltet, wodurch im Verlauf der Geschichte immer neue Facetten zum Vorschein kommen.
Zusammenfassend ist das Buch also eine klare Empfehlung für alle, die beim Lesen abschalten und sich in einen Sommer voller Freiheit, Gefühle, aber auch wichtiger Entscheidungen hineinversetzen möchten.