Der Klappentext von Battle of the Bookstores klang für mich total spannend: Zwei Buchläden-Betreiber, die sich unweit von einander befinden, ein Wettkampf um den höheren Gewinn, es geht ein ganzes Buch lang nur um Bücher und Buchläden und ein bisschen Romance ist auch noch dabei? Was will man mehr?
In diesem Buch lernen wir Ryan, den Romance-Buchladen-Betreiber und Josie, die eher ernste Literatur vertreibt, kennen. Beide sind sich überhaupt nicht grün und ignorieren einander eher. Vor allem Josie kann Ryan überhaupt nicht leiden, da er sich in der Vergangenheit vermeintlich negativ über ihr Genre geäußert hat. Nun kommt auch noch der Konkurrenzcharakter dazu, da der Manager, der weniger Umsatz und Gewinn macht, am Ende seinen Job verlieren wird, denn die Läden sollen zusammengelegt werden.
Was sie aber nicht wissen: eigentlich tauschen sie sich schon lange in einem Bücherforum online aus und verstehen sich dort erstaunlich gut. Das komplette Gegenteil zum realen Leben.
Die Kapitel wechseln aus der Perspektive von Ryan und Josie und teilweise liest man auch die Chat-Nachrichten, was das ganze abwechslungsreicher gemacht hat.
Ryan war mir teilweise ganz sympathisch, allerdings hatte er zwischendurch auch seine Aussetzer. Eigentlich ist er ein typischer book boyfriend, super sympathisch und denkt viel an seine Mitmenschen und Kollegen. Was mich allerdings total auf die Palme gebracht hat war seine Objektifizierung von Josie. Das ganze kam so häufig vor, dass es irgendwann einfach nur noch nervig war und man das Gefühl hatte er befände sich noch in der Pubertät. Hat sich einfach unglaublich unpassend und unreif angefühlt an diesen Stellen.
Anfangs hätte man es noch mit einer Anlehnung an Dark-Romance-Bücher verstehen können aber irgendwie hat es mich persönlich nur noch genervt weil es gefühlt pausenlos kam und einfach nicht gepasst hat an den Stellen bzw. zu der Stimmung. Trotzdessen war er mir aber der sympathischere der beiden Protagonisten.
Josie hat einige Päckchen zu tragen und da fühlt man auch wirklich mit ihr mit. Ihr Anti-Romance und Anti-Ryan-Verhalten wirkte aber sehr künstlich, unnötig und auch zu viel. Gerade als man mehr über ihre Vergangenheit und den Grund für ihre Abneigung gegen Romance erfährt, versteht man sie definitiv besser. Ihr Verhalten an sich war für mich aber oft unverständlich und nicht nachvollziehbar.
Das Buch hebt sich von anderen Büchern ab, in denen jemand eine Buchhandlung besitzt bzw. führt und man hatte mal eine ganz andere Handlung. Daher fand ich das sehr spannend. Es gab auch zahlreiche Wendungen, die überraschend kamen und der Handlung mehr Spannung verleiht haben. Besonders die The Office und Fourth Wing Sprüche und Andeutungen haben mir gut gefallen.
Die Übersetzung fand ich im großen und ganzen in Ordnung, bei welcher Stelle ich allerdings gestockt bin, war "Brautmonster". Der Anglizismus Bridezilla ist doch schon längst im Deutschen angekommen. Da hat das hier wirklich nicht gepasst. Vor allem, wenn zwischendurch die Aufschriften von Ryans Ansteckern ebenso auf Englisch waren.
Wer ein Fan von etwas miscommunication, Enemies-to-Friends-to-Lovers und He-falls-first ist, der wird dieses Buch sicherlich lieben. Mich hat es unterhalten können aber leider insgesamt nicht überzeugt. Daher nur 3,5 Sterne.