Connor führt ein Schattendasein. Mit seiner Mutter gibt es jeden Tag Streitigkeiten unter anderem auch deshalb, weil sie nicht akzeptieren möchte, dass Connor eine Beziehung mit einem anderen Jungen führt. Als Connor eines Tages von Unbekannten entführt und mit anderen Jugendlichen auf eine einsame Insel verschleppt wird, lernt er erst das wahre Grauen kennen.Wow, die Geschichte hat mich richtig gepackt. Der Schreibstil ist schön flüssig, der Handlungsablauf spannend und mir hat Connor als Protagonist sehr gefallen. Obwohl er erst 17 ist, merkt er schnell, dass etwas nicht stimmt und versucht die anderen Kinder zu warnen.Während des Lesens kamen verschiedene Gefühle in mir auf: Kopfschütteln, Nachdenklichkeit, aber auch die Frage, wieso Homosexualität so verurteilt wird. Was hoffen sich denn die Eltern, wenn sie ihre Kinder in dieses "Bootcamp" schicken? Dass die Homosexualität geheilt wird, als wäre es eine Krankheit? Auch habe ich mich gefragt, ob denn keiner die Kinder vermisst, wenn sie monate-, wenn nicht sogar jahrelang, komplett von der Bildfläche verschwinden. Überliegt hier die Scham, dass die Wahrheit ans Licht kommt etwa über den Wert, den man als Mensch hat?Ich fand es schockierend, wie die Kinder bzw. jung Heranwachsenden auf der Insel behandelt wurden. Ihnen wurde jegliches Andenken an ihren Partner genommen und sie wurden wie Gefangene festgehalten. Die Stimmung auf der Insel ist erdrückend und sehr strikt. Fehlverhalten wird sofort bestraft und man spürt auch, dass auf der Insel eine beklemmende Unzufriedenheit herrscht.Die Geschichte wühlt einen sehr auf. Ich weiß nicht, ob solche Camps in der Realität ebenfalls existieren, könnte es mir aber gut vorstellen, da Homosexualität in unserer Gesellschaft noch als absolutes Tabuthema angesehen wird. Dennoch hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen, gerade weil es so realistisch dargestellt wurde und ein aktuelles Thema behandelt.