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Die Geschichte der Bienen

Roman. Originaltitel: Bienes historie. Deutsche Erstausgabe.
Buch (gebunden)
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England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die al … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Die Geschichte der Bienen
Autor/en: Maja Lunde

ISBN: 3442756847
EAN: 9783442756841
Roman.
Originaltitel: Bienes historie.
Deutsche Erstausgabe.
Übersetzt von Ursel Allenstein
Btb

20. März 2017 - gebunden - 528 Seiten

Beschreibung

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte - die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?

Portrait

Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Sie ist eine bekannte Drehbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchautorin. Die Geschichte der Bienen ist ihr erster Roman für Erwachsene, der zunächst national und schließlich auch international für Furore sorgte. Er stand monatelang auf der norwegischen Bestsellerliste und wurde mit dem Norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet.

Leseprobe

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Pressestimmen

"Hier ist ein hochaktueller, ein toll erzählter, ein packender Roman gelungen." Edith Beßling, titel thesen temperamente
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Stefanie H.
von Stefanie H. - Hugendubel Buchhandlung Erfurt Nordhäuser Straße - 22.10.2018
Die Geschichte der Bienen ist die Geschichte der Menschen. So mitreißend las sich noch kein Manifest für die Natur. Die Tragödien dreier Familien ist an das Leben der Bienen gebunden. Dieses Buch macht uns bewusst, wie wichtig die Existenz selbst der kleinsten Lebewesen ist, und regt uns auf erschreckende Weise an, achtsamer mit der Natur umzugehen.
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung München Riesstr. - 22.10.2018
Lundes "Die Geschichte der Bienen" erzählt von einer modernen Angst: Wenn die Bienen verschwinden, ist der Mensch in Gefahr. Eine besondere Familiengeschichte?
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Braunschweig Schuhstraße - 22.10.2018
Ein "WICHTIGES" Buch! Die Geschichte wird glaubhaft erzählt und regt zum Nachdenken an.
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Neubrandenburg Stargarder Str. - 18.09.2018
Wie alles zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt die Autorin von Verlust und Hoffnung und stellt damit wichtige Fragen unserer Zeit, vom unsichtbaren Band zwischen Natur und Mensch.
Volker Stein
Nicht nur für Imker
von Volker Stein - Hugendubel Buchhandlung Wismar Hinter dem Rathaus - 11.01.2017
Die Geschichte der Bienen erhielt in Norwegen den Preis der Buchhändler(innen) als ihr persönliches Lieblingsbuch. Da Norwegen wiederum mein Lieblingsland ist, wollte ich das natürlich umgehend überprüfen und wurde nicht enttäuscht. In diesem Roman, wohlgemerkt kein Sachbuch, wie der Titel vermuten läßt, beschreibt die Autorin Maja Lunde die Geschichte dreier Imkerfamilien auf drei Kontinenten über Zeitraum von 250 Jahren seit 1852. Ein ehrgeiziges Vorhaben, aber es funktioniert tatsächlich auch in den Köpfen der Leser. Ausgehend von einem Zitat, das Albert Einstein zugeschrieben wird, nämlich dass beim Aussterben der Bienen auch der Mensch nicht lange überleben würde, wird die Entwicklung der Imkerei beschrieben. Gerade der Teil des Buches, der im China des Jahres 2098 spielt und der damit zunächst etwas abwegig erscheint, bewegt den Leser dabei besonders. In einer Welt, die einige Naturkatastrophen hinter sich und das alte, einst mächtige, Europa praktisch keine Bedeutung mehr hat, versucht die junge Mutter Tao für ihren Sohn Wei-Wen eine bessere Zukunft zu erreichen. Auf der einen Seite kämpft sie dabei gegen die Politik der chinesischen Staatsführung, auf der anderen Seite muss sie auch ihren Mann überzeugen, der sich mit seiner Situation bereits abgefunden hat. Ein sehr lesenswertes Buch mit Bedeutung auch für unsere Gegenwart.
Bewertungen unserer Kunden
Bedrückend, aber aufrüttelnd...und genial erzählt
von Anonym - 22.10.2018
Maja Lunde hat eine interessanten Ansatz gewählt... mit drei Geschichten aus drei Zeitabschnitten komponiert sie in Romanform eine bedrückende, aber aufrüttelnde Mahnung über ein real existierendes Thema an uns alle: ...wenn die Bienen aussterben, sterben wir auch. Längst ist das weltweite Bienensterben Realität, die von Maja Lunde beschriebene Handbestäubung der Bäume in China am Ende des 21. Jahrhunderts findet bereits teilweise statt. Es ist höchste Zeit, aufzuwachen, hoffentlich noch nicht zu spät. Der von Maja Lunde geplante, vierteilige Klima-Zyklus, wird uns weitere Mahnungen bescheren. Tröstlich ist, daß sie genial schreibt. Ein wirklich gelungener Roman.
Von Menschen und Bienen
von Kaffeeelse - 05.05.2018
In diesem Roman wird die Bedeutung der Bienenzucht für uns alle dargestellt. Einerseits dürften Teile dieser Informationen uns allen bekannt sein, aber der Mensch zeichnet sich ja von jeher dadurch aus, vor bestimmten Problemen die Augen zu verschließen, zumindest ein großer Teil der Menschheit. Deshalb ist dies auch ein wichtiger Roman, der uns zeigen soll, wohin die Reise gehen könnte ... ! Die Handlung des Buches wird in drei Erzählstränge gegliedert, die auch unterschiedlich geschrieben sind, ersterer dysphorisch, düster, beklemmend, packend, der Zweite altmodisch, kalt, beklemmend und der Dritte kühl berichtend. Erst am Ende des Büches wird das Erzählen etwas wärmer und es taucht etwas ein hoffnungsvoller Grundgedanke auf. Ersterer Erzählstrang spielt 2098 in Shirong, Sichuan, China; hier wird die Geschichte von Tao und ihrer Familie erzählt. Tao arbeitet als menschliche Bestäuberin in einer Obstplantage, ist in ihrer Rolle recht unglücklich und hängt alten Träumen nach. Durch das Verschwinden der Bienen hat sich die Erde in ein destruktives Endzeitszenario verwandelt und die Menschheit ihre Menschlichkeit verloren. Als ihr Sohn Wei-Wen einen Unfall erleidet, verändert sich für Tao alles. Der Zweite spielt 1852 in Maryville, Hertfordshire, England; hier beschreibt uns Lunde die Welt von William und seiner Familie. William, ein Biologe und Samenhändler, der durch die Erfindung eines neuartigen Bienenstockes die Bienenzucht revolutionieren möchte und sich auch der Umwelt beweisen möchte, ist ein recht depressiver Charakter. Er möchte ein Vorbild für seinen Sohn Edmund sein und erreicht jemand Anderen. Und der dritte und letzte Erzählstrang spielt 2007 in Autumn Hill, Ohio, USA; dort lebt George und seine Familie. George ist ein Bienenzüchter, der mit dem Szenario des Bienenverschwinden/-sterbens konfrontiert wird, auf Hilfe und Übernahme des Hofes durch seinen Sohn Tom hofft und erlebt das es diesen in ein gänzlich anderes Genre zieht. Das ganze Buch ist in einer sehr informativen Art verfasst, man erfährt viel über die Imkerei und genauso viel über deren Bedeutung, sowie auch der Bedeutung der Wildbienen. Und genauso werden die Folgen des Fehlens dieser emsigen Insekten verdeutlicht. Und es werden mögliche/oder erwiesene Ursachen des Verschwindens genannt. Für mich in der zusammengetragenen Fülle an Informationen ein durchaus lehrreiches, gut recherchiertes Werk. Am Ende laufen die drei Erzählstränge in einer gut gemachten und interessanten Art zusammen. Und was ich besonders schön fand, am Ende kommt auch noch etwas Hoffnung in diesem etwas melancholischen Buch auf. Sprachlich ist dieses Buch in einem etwas kühlen Ton gehalten, der sich ab der Mitte aber etwas verändert/etwas wärmer wird. Das Buch lässt sich gut lesen und ist spannend geschrieben. Es ist auch ein leiser Sog merkbar. Die Beschreibung der Imkerei wird in einem interessanten Stil vermittelt. Unbedingt Lesen. Die Bienen flogen ein und aus, ein und aus. Sie hatten Nektar und Pollen dabei, Nahrung für die Nachkommen. Doch nicht nur für die eigenen, wenigen, denn jede einzelne Biene arbeitete für das Volk, für alle, für den Organismus, den sie gemeinsam mit den anderen bildete.
Über die Bienen und Menschen - nachdenklich stimmend
von Lasszeilensprechen - 16.04.2018
England, 1852: William ist Biologe und Samenhändler. Seit sein Mentor sich von ihm abgewendet hat und er sich als Forscher und Biologe gescheitert sieht, schafft er es nicht mehr, sein Bett zu verlassen. Durch neuen Input durch sein Kind rafft er sich auf, einer neuen Idee nachzugehen - ein neuartiger Bienenstock, der die Imkerei völlig revolutionieren soll. Ohio, 2007: George ist Imker und er möchte sein florierendes Geschäft irgendwann an seinen Sohn Tom vererben. Dieser hat jedoch ganz andere Pläne für sein Leben -bis auf einmal die Bienen verschwinden. China, 2098: Mittlerweile haben die Menschen die Arbeit der Bienen übernommen und bestäuben die Blumen per Hand. Denn schon lange gibt es keine Bienen mehr. Tao ist eine von den fleißigen Arbeiterinnen. Sie hofft auf ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Nach einem mysteriösen Zwischenfall ist Wei-Wen weg und Tao sucht nicht nur nach ihm, sondern auch nach einer neuen Zukunft für die gesamte Menschheit. Ein Buch über Bienen? Wäre das Buch nicht Bestseller des vorangegangen Jahres gewesen, hätte ich das Buch wohl eher nicht lesen müssen. Als meist verkauftes Buch muss Maja Lunde doch etwas richtig gemacht haben und so wollte ich mich auch selbst von diesem Roman überzeugen lassen. Zuallererst: Ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn eine Geschichte über Bienen erst einmal etwas eigenartig klingt, genauso wie die Inhaltsangabe des Buches. Zuerst werden alle drei Geschichten kurz eingeführt und dann abwechselnd erzählt. Je nach Erzählhöhepunkt wechselt die Geschichte auch mal nur zwischen zwei Geschichten, sie werden also nicht starr abwechselnd erzählt, was auch wirklich Sinn macht. Alle 3 Zeitachsen für sich sind interessant, aber überzeugen so richtig erst in Kombination miteinander. William ist depressiv, nachdem er sich als gescheitert betrachtet. Erst durch den Besuch seines Sohnes und die Aussicht auf ein neues Projekt, auf das er sämtliche Lebensenergie fokussieren kann, kann er wieder neuen Lebensmut gewinnen. George geht in seinem Beruf auf, und wünscht sich, wie so viele Eltern, sein aufgebautes Imperium einmal an seinen Sohn zu geben. Es kommt mehrfach zu Konflikten, weil Sohn und Vater einfach unterschiedliche Lebenspläne haben. Die Handlung in China hat ein wenig Endzeitstimmung. Die Menschen sind eher Sklaven, es herrscht Lebensmittelknappheit und diverse Teile sind nicht mehr bewohnt. Die Frage nach Wei-Wens Schicksal steht im Raum - auch wenn durch die Thematik den meisten Lesern schnell klar sein dürfte, was es mit dem Zwischenfall auf sich hat. Das Buch macht wirklich nachdenklich, was die Rolle der Bienen angeht und wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Maja Lunde überzeugt aber vor allem auch dadurch, dass sie sich so eingehend mit der Eltern-Kind-Beziehung auseinandersetzt. Mit der Frage, was wir unseren Kindern hinterlassen wollen, was wir uns für sie wünschen und wie weit wir für sie gehen würden. Auch wenn das Buch zwischenzeitlich etwas ruhig ist, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Gut unterhalten, weil es zum Denken anregt. Ich vergebe 5 Sterne.
Wie alles begann, wie alles werden wird
von Anyah Fredriksson - 04.12.2017
Im China des Jahres 2098 gibt es keine Bienen und andere Insekten mehr. Die junge Tao sowie ihr Ehemann leben als Sklaven. Demokratische Regierungen gibt es schon lange nicht mehr. Der Staat bestimmt das Leben der Menschen. Tao arbeitet als Bestäuberin von Fruchtbäumen, tagein und tagaus. Alle Menschen leben vegetarisch, da eine Bestäubung von Viehfutter viel zu teuer und aufwändig wäre. Taos große Angst ist, dass auch ihr 3jähriger Sohn bald mit der Arbeit beginnen muss. Nur herausstechend kluge Kinder dürfen nach dem 8. Lebensjahr noch weiter die Schule besuchen, für die anderen beginnt das Arbeitsleben. Verzweifelt versucht Tao dem Kind Wissen zu vermitteln. Ohio im Jahre 2007. Der Imker George hat es immer schwerer. Seine Bienen produzieren zwar noch Honig, aber die Produktionskosten sind immens hoch und der Verkauf ist nur schleppend. Seine Frau möchte ihn bewegen, mit ihr nach Florida zu gehen und ihren Alterswohnsitz dorthin zu verlegen. George hatte gehofft, dass sein Sohn Tom sein Bienengeschäft eines Tages übernehmen würde, doch der junge Student hat ganz andere Pläne für sein Leben. Im Jahre 1852 in England ist der schwer depressive Samenhändler William ans Bett gefesselt, nichts bringt ihn mehr dazu aufzustehen. Seine Familie kann er schon lange nicht mehr ernähren. Da hat er eine Idee, die seine Familie aus der Not heraus bringen könnte. Er entwickelt einen neuartigen Bienenkorb, in dem ein Bienenstock Honig produzieren soll. Die Autorin Maja Lunde malt in ihrem Roman "Die Geschichte der Bienen" eine sehr düstere Zukunft der Menschheit auf und beim Lesen frage ich mich immer wieder, wie weit wir noch von dem China des Jahres 2098, das sie beschreibt, entfernt sind. Und ich frage mich auch, ob dieser Weg zu stoppen ist. Sehr eindrucksvoll beschreibt die Autorin über die ersten professionellen Imker und darüber, wie schrecklich alles enden könnte. Die Figuren sind wunderbar angelegt, Maja Lunde erzählt die Geschichten in Kapiteln abwechselnd und ich brenne geradezu darauf, zu den jeweiligen Plätzen zurückzukehren. Maja Lundes Sprache und Schreibstil sind mitreißend und fesselnd. Die Szenarien sind eindrucksvoll und detailliert erzählt. Natürlich ist der Stoff des Buches zudem brandaktuell, denn das Bienensterben hat - wie wir alle wissen - längst begonnen und es wäre an der Zeit, das Steuer herum zu reißen. Sehr gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es selbstverständlich weiter an Leser, die ein Buch lesen möchten, dass nicht nur eine Geschichte erzählt sondern noch so viel mehr ist, nämlich ein Lehrbuch über das Leben.
Interessant, aber nicht fesselnd
von Jashrin - 14.09.2017
"Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben." Albert Einstein Dieser Satz wird vielfach zitiert, auch wenn nicht wirklich belegt ist, das Einstein sich jemals derart über Bienen geäußert hat. Doch er passt fast perfekt zu Maja Lundes Roman. "Die Geschichte der Bienen" wird in drei Erzählsträngen erzählt und beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedeutung die Bienen für unser Leben haben. Der englische Samenhändler William setzt 1852 alles daran, einen neuartigen Bienenstock zu entwickeln und die Bienen zu erforschen. Seine Beschäftigung mit den Insekten hilft ihm wieder mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln. Mehr als hundert Jahre später versucht der Imker George in Ohio seinen Sohn davon zu überzeugen, den Betrieb später einmal zu übernehmen, auch wenn Toms Interessen eher beim Journalismus liegen. Doch als ein weitreichendes Bienensterben einsetzt, scheint der Beruf des Imkers bald keine Option mehr zu sein. 2098 verbringt Tao ihre Tage damit, Blüten von Hand zu bestäuben. Es ist ein hartes Leben, doch das Aussterben der Bienen hat viele Veränderungen mit sich gebracht. Maja Lunde erzählt ihre Geschichte in sehr ruhiger Art und Weise. Auch dramatischere Szenen, wie etwa Taos verzweifelte Suche nach ihrem Sohn, bilden da keine Ausnahme. Daher war das Buch über weite Teile für mich zwar interessant, aber nicht fesselnd, so dass es mir nie schwer fiel das Buch aus der Hand zu legen. Das ist wirklich schade, da ich die Grundidee des Buches sehr gut finde. Einerseits wird eine Geschichte erzählt, in der es um Hoffnung, um Verlust und um die ganz persönlichen Sorgen innerhalb der Familien geht, andererseits geht es auch um die Frage, wie weit wir in die Natur eingreifen sollen und dürfen. Die Bienen sind das verbindende Glied über die Jahrhunderte hinweg. Während William die Bienen erforscht und hofft, über seine Arbeit wieder wissenschaftlich erfolgreich zu sein, bedeuten die Bienen für George das tägliche Brot. Er pflegt seine Bienen, fährt mit den Bienenstöcken übers Land, damit sie bei den Bauern die Pflanzen bestäuben, und er würde gerne expandieren, als plötzlich das Bienensterben einsetzt. Auch für Tao spielen die Bienen eine wesentliche Rolle und das gleich in doppelter Hinsicht. Ihre Arbeit, die mühselig und eintönig ist, haben einst die Bienen mit lautem Gesumm erledigt, doch das ist nicht alles: auf völlig unvorhersehbare Weise verändern die Bienen auch Taos Zukunft auf dramatische Weise. Ich finde es unglaublich schwer, über dieses Buch zu schreiben. Einerseits war es wirklich interessant und ich fand es spannend, dass es diesmal ein Roman ist, der sich mit dem Bienensterben auseinandersetzt und kein weiterer Fachartikel über CCD (Colony Collapse Disorder), trotzdem fand ich es stellenweise etwas zäh und mehr als einmal dachte ich, dass mir das Buch besser gefallen hätte, wenn man es etwa um ein Drittel gekürzt hätte. Zudem hätte ich mich gefreut, wenn die Verbindung zwischen den einzelnen Erzählsträngen nicht nur in den Bienen gelegen hätte. Gut gelöst fand ich den Wechsel zwischen den einzelnen Zeitebenen. Nicht nur, dass jedes Kapitel mit Tao, William und George überschrieben ist, auch unten auf jeder Seite ist der Name des jeweiligen Protagonisten zu finden, so dass nie Unklarheit darüber herrschte, zu welcher Zeit und an welchem Ort man sich befand. Mein Fazit: Mir wird "Die Geschichte der Bienen" wohl hauptsächlich wegen des schlichten, aber dennoch sehr gelungenen Covers im Gedächtnis bleiben, der Inhalt konnte mich trotz der tollen Idee leider nicht ebenso überzeugen.
Hochgelobt und das zurecht!
von jegelskerboger - 16.08.2017
Schon vor dem Erscheinen wurde dieses Buch für Erwachsene von Maja Lunde hochgelobt- und das zu Recht! Das Buch ist sehr fesselnd, allerdings auch traurig. Es regt zum Nachdenken an: wie konnte es soweit kommen? Was hat der Mensch im Laufe der Jahrhunderte mit der Erde und der Natur gemacht? Wenn die Umweltverschmutzung weiter so zunimmt, wird dieses Buch auch in Zukunft eine große Rolle spielen! Um dies zu bekräftigen liefert Lunde wahre Ereignisse, wie Colony Collapse Disorder , eine aus den Vereinigten Staaten stammende Bezeichnung für eine bestimmte Form des Bienensterbens. Die drei Geschichten/ Handlungsstränge, die in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spielen, zeigen unterschoedliche Orte zu unterschiedlichen Zeiten: ein Wissenschaftler aus England, ein Imker aus den USA und China in der Zukunft.
von Gisela Block - 24.07.2017
Von allen Seiten ist mir dieser Roman empfohlen worden und die Bestsellerlisten führt er nun schon seit Wochen an. Eigentlich wollte ich ihn gar nicht lesen, weil er mich nicht sonderlich interessiert hat, aber dann habe ich doch angefangen und konnte ihn seitdem nicht mehr aus der Hand legen. Sprachlich hervorragend erzählt Maja Lunde hier drei Geschichten auf einmal, in drei unterschiedlichen Jahrzehnten, bzw. Jahrhunderten, die alle miteinander verbunden sind, weil sie sich mit Bienen beschäftigen. Ende des 19. Jahrhunderts spielt es in England und handelt von einem gescheiterten Wissenschaftler, der plötzlich die Bienen, ihre Lebensweise und Nestbau erforscht und eine fast manische Leidenschaft entwickelt. Der zweite Erzählstrang spielt in der Gegenwart, um 2007, in den USA, und handelt von einem Bienenfarmer, der mit den ersten unerklärlichen Bienenschwunden zu kämpfen hat. Und der dritte Part spielt im Jahr 2098 in China, in dem es keine Bienen mehr gibt. Der Mensch muss die Bäume und Pflanzen mühevoll selber bestäuben um sein karges Überleben zu sichern. Das es mit dem Bestand der Bienen heutzutage nicht zum Besten steht ist Fakt und allseits bekannt. Pestizide und Rodungen haben vielen Bienenvölkern den Garaus gemacht und lassen den interessierten Leser in eine düstere Zukunft blicken. Deshalb ist dieser Roman so wichtig ! Er rüttelt auf und bohrt in der Wunde. Gleichzeitig ist es ein literarisches Meisterstück und grandioses Debüt !
Wenn das Summen verstummt
von jenvo82 - 19.06.2017
"Im einen Moment waren die Bienenvölker gesund, hatten genug Nahrung und Brut, alles in bester Ordnung. Und plötzlich, im Laufe weniger Tage, ja sogar Stunden, war der Bienenstock so gut wie leer. Die Bienen waren weg, hatten ihre eigene Brut verlassen, alles verlassen. Und kamen nie wieder zurück." Inhalt William entkommt 1852 seiner Depression, indem er sich zu Forschungszwecken mit dem optimalen Bau eines Bienenstocks beschäftigt, der den Imkern ermöglichen soll, das Leben im Bienenstock optimal zu erforschen und die immense Leistung des fleissigen Insekts besser beobachten und nutzen zu können. George versucht ein Jahrhundert später seinen feinen Imkereibetrieb optimal zu nutzen und den Bienen ein angemessenes Zuhause zu schaffen. Doch aus schier unerfindlichen Gründen sterben ihm seine Schützlinge einfach weg, die Bienen kommen nicht zurück zu ihrer Brut und die Königin ist dem Untergang verdammt, ebenso wie der Betrieb von George, indem sein ganzes Herzblut steckt. Für Tao werden die Bienen erst wieder interessant, als sie sich auf die verzweifelte Suche nach ihrem kleinen Sohn macht, der plötzlich unheimlich krank wurde und in einen anderen Landesteil verlegt wurde - niemand kann ihr sagen wohin. Hat ihr Sohn womöglich Kontakt mit jenen Insekten gehabt, die es angeblich nicht mehr gibt? Hat ihr Sohn gefunden, was die ganze Welt sucht? Bienen, die auf natürliche Art und Weise die Blüten bestäuben und damit einen unheimlich wertvollen Beitrag zur Ernährungsgrundlage der Menschen leisten! Meinung Maja Lunde entfaltet ihren Roman anhand dreier Lebensschicksale, deren Gemeinsamkeit die Bienen sind, wenn auch aus vollkommen unterschiedlichen Perspektiven und innerhalb verschiedener Jahrhunderte. Diese Grundidee, die ein eher biologisches Thema gekonnt mit einer belletristischen Erzählung verknüpft, hat mir gut gefallen. Tatsächlich sind es zwar die Bienen, die sämtliche Handlungen der drei Hauptprotagonisten beeinflussen, dennoch zieht sich ihr Vorhandensein bzw. Fehlen eher wie der rote Faden durch das Buch. Die Einzelgeschichten und der jeweilige Charakter stehen vielmehr im Fokus des Geschehens. Dadurch entsteht ein irgendwie dreigeteiltes Werk, bei dem sich die Übergänge und die Aussagekraft nicht so formschön finden, wie ich es mir gewünscht hätte. Dafür ist es Maja Lunde ausgesprochen gut gelungen, die Hintergründe und Lebensweisen der einzelnen Abschnitte einzufangen. Historisch konnte man sich sehr gut in die Vergangenheit, Gegenwart und sogar in die Zukunft einleben. Obwohl der dystopische Teil der Erzählung den wohl spannendsten Part innehat, einfach weil die geschilderten Lebensumstände so bedrückend und grausam erscheinen, weil es hier auch darum geht, wie die Menschheit nicht nur ihre Lebensgrundlagen verliert, sondern auch ihre Menschlichkeit, haben mir persönlich die Schilderungen aus der Vergangenheit und Gegenwart besser gefallen, weil dort unsere summenden Bienenvölker noch so schön lebendig wirken. Sprachlich trifft der Leser auf einen leicht lesbaren Unterhaltungsroman, der schnell und effektiv das entsprechende Wissen vermittelt, welches man sich wünscht, ohne ausufernd zu werden oder in langweiliges Geplänkel abzudriften. Vorkenntnisse sind nicht nötig, man erfährt aber auch nichts wirklich Neues. Die verschiedenen Charaktere werden gut beschrieben, bleiben aber dennoch etwas blass, zumindest konnte ich mich mit keinem der Protagonisten so wirklich identifizieren, was weder an der Handlungsebene noch am Geschlecht der Person festzumachen war. Hier wäre mir ein klares Bild vor Augen lieber gewesen, doch die geschilderten Personen verlieren sich derart in ihren Handlungen, dass ich nicht recht einzuschätzen wusste, ob ich die Person nun mag oder nicht und warum überhaupt. Fazit Ich vergebe 4 Lesesterne für einen ansprechenden Unterhaltungsroman, der den klassischen Familienroman durch summende, kleine Lebewesen ausschmückt, die so viel oder auch so wenig bedeuten, dass es sich lohnt darüber nachzudenken, wie wir Menschen mit unserer Umgebung, mit den natürlichen Ressourcen umgehen, um unseren derzeitigen Standard beizubehalten oder ihn sogar zu verbessern. Das Buch macht darüber hinaus aufmerksam auf Missstände und entwirft ein gar grausiges Zukunftsszenario, in welchem der Einzelne überhaupt nicht mehr zählt, weil es verpasst wurde, das Leben lebenswert zu erhalten und sowohl Menschen als auch Lebewesen mit Respekt zu behandeln. Ein lesenswertes Buch, mit kleinen Mängeln aber großen Aussagen, sofern wir ihnen Gehör verschaffen können.
Berührender Beitrag zum Umweltschutz
von Sursulapitschi - 17.06.2017
Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, das mich so mitgenommen hat, dabei fängt es ganz harmlos an. Wunderhübsch und einfühlsam beschreibt Maja Lunde das Schicksal dreier Menschen, das eng mit der Bienenzucht zu tun hat. 1852 in England lebt William, ein depressiver Wissenschaftler, der verzweifelt versucht, Anerkennung für seine Arbeit zu erhalten. Er möchte fortschrittliche Bienenbeuten entwickeln. 2007 in Ohio kommt George mit seinem Imkerbetrieb so gerade über die Runden. Sein großer Kummer ist, dass sein Sohn und Erbe sich mehr für Bücher als für den Familienbetrieb interessiert. In China arbeitet Tao 2089 als Bestäuberin für Obstbäume. Eine wichtige Arbeit, weil nach dem großen Bienensterben die Landwirtschaft zusammengebrochen ist und es nur noch sehr wenige Lebensmittel gibt. Ihr kleiner Sohn ist ihr ganzer Stolz. Zäh sparen Tao und ihr Mann, das Geld für ein zweites Kind zusammen. Das Wohlergehen der Bienen hat unmittelbaren Einfluss auf das Leben dieser Drei, zu ganz unterschiedlichen Zeiten, über die Welt verstreut. Das erstaunt als Erstes. Wer hätte gedacht, dass Bienen so wichtig sind? Dann allmählich, stellt man fest, dass sie auch noch etwas miteinander zu tun haben. Und wenn auch nicht jeder der Protagonisten ein Sympathieträger ist, kommt man ihnen doch sehr nahe. Maja Lunde macht sie lebendig, leicht und eindrucksvoll. Man ist ganz nah dran, fühlt mit ihnen und leidet mit, wenn das Geschehen in jedem Handlungsstrang tatsächlich dramatische Formen annimmt. Nach und nach verbinden sich die drei Geschichten tatsächlich zu einer "Geschichte der Bienen". Vom Beginn der professionellen Bienenzucht bis zu ihrem Untergang hat man alles miterlebt, sieht, welchen Einfluss Bienen auf das Leben der Menschen haben können und ist erschüttert. Kann es wirklich so weit kommen? Dieses Buch fesselt, unterhält und macht auch sehr nachdenklich. Man sollte es als dringende Warnung verstehen, die Natur und die Umwelt mehr zu schützen und zu schätzen. Vielleicht ist es genau zur richtigen Zeit geschrieben worden. Oder ist es schon zu spät? Auf jeden Fall sollte man es unbedingt lesen.
Bienensterben
von Lesehörnchen99 - 17.06.2017
Tao lebt ihm Jahr 2098, die Bienen sind schon lange ausgestorben und Tao und ihre Gefährten bestäuben die Blüten auf den Obstbäumen von Hand. George lebt in den USA im Jahr 2007. Sein Lebenswerk ist die Imkerei. Schon seit Generationen lebt seine Familie von den Bienen und ihrem Honig. William ist Saathändler in England und lebt im Jahr 1852. Diese drei Menschen gaben zweierlei Dinge gemeinsam, ihre Liebe zu ihren Söhnen und die Bienen... Die Geschichte ist faszinierend. Jeder Protagonist hat sein Schicksal und trägt es mit Fassung. Jeder für sich erzählt von seiner Geschichte, man könnte gerade meinen, es hat nicht gemeinsam, aber am Ende werden die Fäden zusammengefasst und es ergibt eine stimmige, nachdenkliche Story, die mich total fasziniert hat. Nur zu gerne vergisst man die Notwendigkeit der Bienen für die Natur und vor allem für uns Menschen. Und damit meine ich nicht den Honig ;)
Umweltroman mit düstern Visionen
von Willi - 14.06.2017
William, George und Tao leben in drei verschiedenen Jahrhunderten und mit ganz unterschiedlichen Gegebenheiten. Doch das Leben aller drei Personen ist eng mit den Bienen und ihren Söhnen verbunden und alle müssen sie mit den Widrigkeiten ihrer Zeit ruckrechtkommen. William blickt im 19. Jahrhundert auf eine gescheiterte Karriere als Forscher zurück. Seine Ehe hat ihm acht Kinder beschehrt, jedoch lediglich einen missratenen Sohn. Er verfällt in Depressionen bis er den modernen Bienenstock erfindet. Doch sein Geistesblitz soll ihm leider keinen Ruhm einbringen. Anfang des 21. Jahrhunderts verdient George seinen Lebensunterhalt als Imker. Auch er steht im Konflikt zu seinem Sohn. Denn dieser entscheidet sich gegen das traditionsreiche Familienunternehmen der Imkerfamilie und will stattdessen Journalismus studieren. Unterdessen ist eine rätselhafte Krankheit unter den Bienen ausgebrochen, die diese massenweise sterben lässt. Kurz vor Beginn des 22. Jahrhunderts sind die Bienen durch Umweltverschmutzung, moderne Landwirtschaft und Parasiten ausgestorben, daher müssen in Taos Welt die Pflanzen aufwendig von Menschen bestäubt werden. Es ist ein einseitiges, karges und anstrengendes Leben. Doch dieses ändert sich schlagartig als ihr kleiner Sohn während eines seltenen Familienausflugs schwer erkrankt. Das mysteriöse Bienensterben ist inzwischen wohl jedem bekannt. Lundes Roman zeichnet diesen Weg fort, in eine Zukunft ohne Bienen, mit all seinen Folgen für die Menschen und die Umwelt. Zugleich erhält der Leser auch Einblicke in den Beginn der Imkerei sowie der aktuellen Probleme des Bienensterbens. Dahinter steht außerdem eine spannende Familiengeschichte über mehrer Generationen und Jahrhunderte, deren Zusammenhang dem Leser erst gegen Ende des Romans offenbahrt wird. Fazit: Ein spannender, lehrreicher und mahnender Roman, der in eine düstere Zukunft blickt und uns an unersere Verantwortung gegenüber der Umwelt und kommender Generationen erinnert.
Etwas besonderes
von küchenqueen - 06.06.2017
England, 1852. Der Biologe und Samenhändler William liegt seit Wochen bettlägerig. Ihm kommt die Idee eines völlig neuen Bienenstockes.  Ohio, 2007. Imker George will seinen Hof vergrößern. Sohn Tom, der den Hof übernehmen soll, will jedoch Journalist werden. Doch dann verschwinden die Bienen.  China, 2098. Es gibt keine Bienen mehr. Die Arbeiterin Tao muß die Bäume von Hand bestäuben. Ihr Sohn soll einmal ein besseres Leben führen. Doch er wird in einen mysteriösen Unfall verwickelt.  Dies Buch ist ein Plädoyer an das Umweltdenken. Es führt dem Leser vor Augen, wie abhängig man auch von den kleinsten Tieren ist. Die Autorin beschreibt hier sehr eindringlich, in welchem Zusammenhang der Mensch zu der Natur steht und wie alles aus dem Ruder läuft, wenn ein Glied der Kette fehlt. Dabei läßt sich das Buch sehr gut lesen, der Schreibst ist nicht abgehoben oder übertrieben "professorisch".
Geschichten von Bienen
von Klaraelisa - 04.06.2017
Mit "Die Geschichte der Bienen" legt die Norwegerin Maja Lunde nach mehreren Jugendbüchern ihren ersten Roman für Erwachsene vor - einen Roman wohlgemerkt und kein Sachbuch. In drei auf unterschiedlichen Zeitebenen angesiedelten Handlungssträngen erzählt sie in vielen kurzen Kapiteln mit ständig wechselnder Perspektive die Geschichte von drei Familien, die alle irgendwie mit Bienen zu tun haben. William lebt im 19. Jahrhundert in England. Er musste seine Träume von einer Karriere als Wissenschaftler angesichts seiner schnell wachsenden Familie aufgeben und verdient sein Geld als Samenhändler. Irgendwann hat er die Idee für einen neuartigen Bienenstock. Allerdings ist eine Anmeldung als Patent nicht möglich, weil es so etwas anderswo schon gibt. George ist Imker und lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Ohio. Finanziell wird es sehr eng für ihn, als 2007 der größte Teil seiner Bienenvölker von einen Tag auf den anderen verschwindet wie in vielen anderen Teilen der USA auch. Der dritte Teil spielt im China der Zukunft. Im Jahr 2098 gibt es dort keine Bienen mehr. Millionen von Arbeitern bestäuben die Obstbäume von Hand. Die Menschen arbeiten sehr schwer und sind trotzdem arm, haben kaum genug zu essen. In diesem Teil geht die Autorin auf die Probleme ein, die uns auch aktuell beschäftigen. Wie sieht die Zukunft für uns Menschen aus, wenn es keine Bienen mehr gibt? Was können wir tun? Mich hat das Buch sehr interessiert. Allerdings bin ich nach der Lektüre etwas enttäuscht. Es passiert nicht allzu viel auf den gut fünfhundert Seiten. Es gibt keine bedeutenden oder überraschenden Entwicklungen. Auf mich wirkte es eher wie eine endlose Wiederholung des ewig Gleichen. Mich stört aber vor allem auch der irreführende Titel. Bei diesem Roman handelt es sich nicht um eine Geschichte der Bienen und der Imkerei, wie man erwarten könnte, und auch das Thema "Bienensterben" wird nicht besonders ausführlich dargestellt. Auf der anderen Seite spielt eine zweite Thematik eine große Rolle: Die Autorin beschreibt sehr ausführlich familiäre Beziehungen, vor allen Dingen das Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern und die Sprachlosigkeit in großen Krisen. Das ist nicht uninteressant, hat aber mit Bienen nichts zu tun. Aus all diesen Gründen kann ich den Roman nur bedingt empfehlen.
Wir müssen die Bienen schützen
von marpije - 03.06.2017
Das Buch ist in drei verschiedenen Handlungssträngen erzählt auf unterschiedlichen Zeitebenen - William lebt in England im 19 Jahrhundert , er ist ein Wissenschaftler welche muss seine Kariere wegen seine große Familie aufgeben , er liegt mit schweren Depression monatelang im Bett bis sein Sohn ihn auf ein Buch aufmerksam gemacht hat. George ist ein Imker in USA, im 2007 passiert etwas schreckliches, größte Teil von seinen Bienen ist verschwunden und er gerät in finanzielle Probleme. Die dritte Handlungsstrang nimmt uns in Zukunft , nach China in 2098, dort die Leute müssen die Arbeit von die Bienen übernehmen und die Bäume von Hand bestäuben, weil in der Zukunft lebt keine Biene mehr.... Die Autorin hat sehr geschickt in die drei Familiengeschichten die traurige Geschichte von die Bienen hinzugefügt und sie hat uns aufmerksam gemacht welche Auswirkungen auf die gesamte Menschheit das verschwinden von die Bienen hat. Ich bin mir sicher , dass einigen von die Leser welche eigene Garten haben werden für die Bienen schöne Blumenwiesen anbauen ohne Giftstoffe , weil ohne Bienen schrumpft der Nahrung und ohne Nahrung schrumpft der Menschheit..... Der Schreibstil ist einfach zu lesen mit viele schönen, poetischen Sätzen , aber für mich ein bisschen kühl und distanziert , genauso habe ich hier die Probleme mir die männlichen Protagonisten  - die sin für mich nicht erreichbar, William und Georg sind Egoisten ,unter die Haube ich mache das alles für meine  Familie merken nicht dass die Familienmitglieder  seelisch leiden und die Verhältnisse sind immer schwieriger. Die Nähe habe ich nur zu Tao gefunden , ihre große Verzweiflung, Angst, Liebe und Gier nach Wissen habe ich gut gespürt und zusammen mit ihr, als Mutter die Leere und der Schmerz empfunden. Die Autorin hat mir noch eins hier sehr deutlich gezeigt und das  hat überhaupt nichts mit die Bienen zu tun - der große und unterschätzte Wert von Reden . Hier die alle drei Familie sind mit Schweigen geplagt, die reden über die Probleme nicht, die kapseln sich in eigenem Frust , die leben neben aber  nicht zusammen und nicht für die andere. Das ist ein Buch welche bestimmt nach den lesen noch langzeitige Wirkung hat, ich bin nachdenklich und traurig geworden, weil der Mensch langsam vernichtet alles und am Ende wird aus eigener Hand selber sterben....
Hat einige Längen, aber trotzdem lesenswert!
von MaggyGray - 01.06.2017
Maja Lunde hat mit Die Geschichte der Bienen ein schönes Stück Literatur vorgelegt, auch wenn ich mit dem Hype, der um das Buch gemacht wurde und wird, nicht so ganz nachvollziehen kann. Aber wahrscheinlich ist soetwas irgendwann ein Selbstläufer. In drei verschiedenen Erzählsträngen beschreibt die Autorin Menschen, die direkt oder indirekt mit Bienen zu tun haben: in der nicht mehr ganz so fernen Zukunft bestäubt Tao in ihrer chinesischen Heimat zusammen mit hunderten anderen Arbeiterinnen die Blüten von Bäumen, um Früchte zu produzieren . Bienen gibt es nicht mehr, und somit auch keine Pollenweitergabe. Im England mitte des 19. Jahrhunderts pirscht sich der Händler William an die Konstruktion eines neuen Bienenstocks heran und in den USA der Jetzt-Zeit sieht sich der Imker George von einer Gefahr bedroht, die ihn, seine Bienen, aber auch seinen Sohn hart treffen könnte. Alle drei Stränge werden abwechselnd erzählt, wobei es am Anfang ein bisschen mühsam ist, in die Geschichte hinein zu kommen. Gerade die Erlebnisse von Tao sind stellenweise sehr futuristisch und kühl. Das mag an der Atmosphäre liegen, mich hat es aber als Leser ein bisschen unbehaglich zurückgelassen. Auch ihre Ambitionen, mit denen sie in die Großstadt fährt, und was sie dort erlebt, war ein bisschen unrealistisch. Ganz anders die beiden anderen Stränge, die zwar sprachlich ebenfalls auf einem sehr simplen Niveau waren, aber irgendwie näher an der Realität waren, sodass ich mich damit besser identifizieren konnte. Teilweise hatte ich den Eindruck, die Autorin verheddert sich ein bisschen in ihren Fäden, bevor sie sie am Schluss dann aber doch recht gut miteinander verwebt. Die Charaktere bleiben durch die Bank etwas blass; vielleicht wäre die Konzentration auf ein paar wenige besser gewesen, aber auch das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Der Schreibstil ist nicht allzu anspruchsvoll, was aber nicht heißt, dass die Übersetzung schlecht wäre. Insgesamt also ein netter Schmöker, dem man die eine oder andere Länge verzeiht.
Ein nachdenkliches Buch von Bienen und Menschen
von Gisel - 28.05.2017
Im England des Jahres 1852 sieht sich der Biologe und Samenhändler William gescheitert und droht in der Depression zu versinken. Doch dann entdeckt er ein neues Lebensziel für sich in seiner Arbeit mit den Bienen. - 2007, Ohio, USA: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum, seinem Sohn Tom eine gute Zukunft vorzubereiten, doch der sieht sein Lebensglück eher im Studium. Erst als die Bienen verschwinden, finden die beiden wieder zueinander. - China, 2098: Die Bienen sind schon längst verschwunden, die Bäume werden von Hand bestäubt, in einer trostlosen, vorgeplanten Welt scheint es nur wenig Freude für die Arbeiterin Tao zu geben. Als ihr kleiner Sohn nach einem mysteriösen Unfall verschwindet, macht sie sich auf die Suche nach ihm und lässt dabei nicht locker. In drei Zeitebenen rollt die Autorin Maja Lunde drei Geschichten auf, die scheinbar nicht zusammenhängen und doch durch die losen Fäden um die Bienen miteinander verknüpft sind. Verlust und Hoffnung der Protagonisten schimmern durch alle drei Erzählstränge, dabei greift die Autorin die bedenklichen Rückmeldungen über das Sterben und Verschwinden der Bienen in den letzten Jahren auf. Können wir uns überhaupt eine Welt ohne Bienen vorstellen? Was bedeutet das für unsere Nachkommen? Gibt es ein Zurück der Menschheit, um auch weiterhin eine lebenswerte Umwelt zu erhalten? Ganz unversehens findet sich der Leser in diesen Fragen wieder, die Maja Lunde halbwegs optimistisch beantworten lässt in ihrer Zukunftssequenz zum Ende dieses Jahrhunderts. Ungewöhnlich erscheint diese Zusammenstellung der drei Geschichten, die abwechselnd erzählt werden und so allmählich die Spannung in der Erzählung aufbauen. Die einzelnen Kapitel sind kurz geraten, enden aber oft mit einem Cliffhanger, so dass man gerne weiterlesen möchte. Erst in der Verknüpfung der drei Geschichten entsteht ein ganz besonderes Buch, das die Zusammenhänge um die Bedeutung der Bienen aufzeigt. Eine nachdenkliche Geschichte, die mich mit vielen Gedanken hinterlassen hat, die noch lange nachwirken werden.
Großartig und wichtig
von Beate Stüber - 27.05.2017
...denn um in der Natur und mit der Natur zu leben, müssen wir uns von der eigenen Natur entfernen. Ein düsteres Zukunfts-Szenario einer Welt ohne Bienen ist der Beginn des preisgekrönten Buches Die Geschichte der Bienen der Norwegischen Autorin Maja Lunde. Mit großer Erzählkraft entfaltet sich dieses Debüt vor dem Leser, das ein anspruchsvoller und spannender Familienroman gespickt mit interessanten Sachdetails und zugleich Historienbuch und ebenso Dystopie ist. Die Kinder ernten die Zahlen und einige Schriftzeichen, davon abgesehen war die Schule aber nur eine Form der kontrollierten Verwahrung. Der Verwahrung und der Vorbereitung auf das Leben draußen. Das Buch spielt in drei Zeitebenen, deren Verbindung die Bienen sind. Es setzt ein in einer Zukunft ohne Bienen mit Tao, der jungen chinesischen Arbeiterin, den Aufgabe zusammen mit tausenden anderen das Bestäuben von Obstbäumen ist und die sich für ihren kleine Sohn Wei-Wen eine bessere Zukunft erträumt. Doch plötzlich verschwindet der Junge auf unerklärliche Weise und Tao begibt sich auf die Suche nach ihm. Im England des Jahres 1852 begleitet der Leser den gescheiterten und depressiven Biologen William. Als achtfacher Vater hatte er große Hoffnungen in seinen gescheiterten Sohn gesetzt und seine klügste Tochter Charlotte nicht beachtet. Als er mit der Erforschung der Bienenstöcke beginnt und einen perfekten Bienenstock entwirft, bekommt Williams Leben neuen Aufschwung. Die dritte Geschichte erzählt vom Imker George in Ohio im Jahr 2007, der mitansehen muss, wie seine Bienen verschwinden und immer weniger werden. Der Sohn Tom soll den Hof mit der Imkerei übernehmen, dieser hat jedoch andere Pläne. Maja Lunde spannt den Bogen von den Wurzeln der professionellen Imkerei Mitte des 19. Jahrhunderts zum Beginn des Bienensterbens Anfang des 21. Jahrhunderts bis zu einer Welt ohne Bienen im Jahr 2098. Alle drei Geschichten dienen letztlich der Frage, wie eine Welt ohne Bienen aussehen würde und wo und wie der Anfang vom Ende begann. Sie vermittelt das Gefühl der Freude am Erfinden und Forschen für den Biologen William, die massive Hilflosigkeit und Ohnmacht von George, der seinen Bienen beim Sterben zusieht ebenso wie den Mut und die Kraft einer jungen Mutter, die ihren Sohn finden möchte und auf der Suche nach einem kleinen Hoffnungsschimmer gegen das System rebelliert. Gleichzeitig hat die Autorin ein feines Gespür für familiäre Beziehungen von Eltern und Kindern, insbesondere die Erwartungshaltung von Vätern an ihre Söhne, die sich über die Jahrhunderte nicht geändert hat, und die Kraft der Frauen, die der Sprachlosigkeit und Enttäuschung Paroli bieten können. Wie verwachsene Vögel balancierten wir auf unseren Ästen, das Plastikgefäß in der einen Hand, den Federpinsel in der anderen. ... Das kleine Plastikgefäß war gefüllt mit dem luftigen, leichten Gold der Pollen, das zu Beginn des Tages exakt abgewogen und an uns verteilt wurde, jede Arbeiterin erhielt genau die gleiche Menge. Nahezu schwerelos versuchte ich, unsichtbar kleine Mengen zu entnehmen und in den Bäumen zu verteilen. Vieles, was wir essen, hängt von der Bestäubung durch Insekten ab, und wenn Menschen wie Vögel mit Pinsel in Bäumen hängen um Blüte für Blüte selbst zu bestäuben erinnert das nicht nur an Mao, der in China vor Jahrzehnten alle Insekten ausrotten wollte und die Blüten auf die im Buch dargestellte Weise bestäuben ließ, sondern ist für den Leser eine durchaus greifbare Version einer vom Hunger geprägten und streng kontrollierten Zukunft. Ein weltweites Bienensterben hat verheerende Folgen für uns alle, und Maja Lunde ist nicht nur eine Autorin, die einen spannenden und sehr gut recherchierten Roman zum Thema geschrieben hat, sondern auch besorgte Mutter, die aufrütteln will. Das ist ihr gelungen, und ich vergebe begeisterte fünf Sterne für das Buch.
Die Bienen und die Menschen
von Reader - 24.05.2017
"Die Geschichte der Bienen" ist in drei Handlungsstränge unterteilt. In der Vergangenheit (England, 1852) wird die Geschichte des Biologen und Samenhändlers William erzählt. Nach einer längeren depressiven Phase entwickelt er, mit Hilfe seiner Tochter Charlotte, einen - wie er glaubt - neuartigen Bienenstock. Wird er damit sich selbst und die Familie retten/ernähren können? In der Gegenwart (USA, 2007) arbeitet der Imker George hart für den Erhalt seiner Bienenstöcke und den Ausbau seines Hofes. Leider schlägt sein Sohn, Tom, einen anderen Weg ein und ist nicht begeistert von der Idee den Hof zu übernehmen. Als die Bienen aber plötzlich verschwinden steht Tom an der Seite seines Vaters. Können Sie gemeinsam den Hof und die Bienen retten? In der Zukunft (China, 2098) ist es die Aufgabe der Menschen, die Bäume von Hand zu bestäuben weil es keine Bienen mehr gibt. Eine dieser Arbeiterinnen ist Tao, deren Sohn Wie-Wen während eines Familienausflugs plötzlich krank wird und vor den Eltern versteckt gehalten wird. Tao macht sich auf die Suche nach ihrem Sohn und der Wahrheit hinter seinem "Unfall". Wird sie Wie-Wen wiederfinden und was hat das mit dem Fortbestand der Menschheit zu tun? Zu Beginn habe ich mir schwer getan - mit den einzelnen Handlungssträngen, die mir so "kalt" erschienen, so lieblos in den Eltern-Kind-Beziehungen. Es fiel mir schwer, die Vergangenheit und Gegenwart-Stränge auseinanderzuhalten und ich sah den übergeordneten Sinn nicht. Nach den ersten etwa 100 Seiten nahm die Handlung Fahrt auf, gespickt mit diversen Cliffhangern entwickelte sich das Buch zum Pageturner. Die Auflösung des Zusammenhangs der einzelnen Handlungsstränge hat mir gut gefallen, wenngleich ich schnell auf die Ursache von Wei-Wens Beschwerden/Krankheit kam. Die Thematik rund um die Bienen und auch ihre Bedeutung für die Menschheit und ihren Fortbestand ist meiner Meinung nach nicht zu kurz gekommen und ganz gut in die Gesamtgeschichte eingewoben. An manchen Stellen hätte man sicher etwas Umfang sparen können, aber da sich das Buch insgesamt gut und flüssig lesen lässt, fällt dieser Punkt nicht wirklich ins Gewicht.
sehr spannend
von XY - 12.05.2017
Ein Buch, das eigentlich gar nicht in meinen Lesegeschmack passt, jedoch hat mich von Anfang an irgendwas dazu getrieben, es trotz aller Zweifel zu lesen. Und somit bin ich nun wirklich froh, denn es war wirklich ein interessantes und lesenswertes Buch. Mit viel Spannung und eigenem Charakter. Es ist wirklich flott, flüssig und einfach zu lesen und kaum hat man damit begonnen, will man es eigentlich auch gar nicht mehr aus den Händen legen. Die Geschichte drei unterschiedlicher Menschen, in drei unterschiedlichen Ländern, hinzu kommen drei unterschiedliche Zeiten... Am besten gefallen, haben mir in dem Fall die kurzen Kapitel, somit konnte ich besser den Überblick behalten und das Umspringen auf eine andere Geschichte war somit erleichtert.
Ungewöhnlich und klug
von Sylvia Mangl - 12.05.2017
Drei Geschichten über drei außergewöhnliche Menschen in unterschiedlichen Epochen. William, der verhinderte Wissenschaftler, der im 19. Jahrhundert einen neuartigen Bienenstock erfindet und dann feststellen muss, dass ein Australier ihm zuvorgekommen ist. George, ein Imker, dessen Familie seit Generationen Bienen züchtet und der seinem Beruf mit ganzem Herzen nachgeht. Er wird vom großen Bienensterben getroffen. Tao, eine chinesische Arbeiterin, die 2092 die Obstbäume von Hand bestäuben muss, weil es keine Bienen mehr gibt. Drei Schicksale, die eng mit den Bienen verbunden sind und die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Erst gegen Ende erschließen sich die Zusammenhänge. Ein geniales, einfühlsames Buch, das sehr nachdenklich macht. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.
Wenn es die Bienen nicht gäbe
von Jonas1704 - 07.05.2017
Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. In drei Zeitebenen und in drei verschiedenen Ländern werden die Auswirkungen von einem peau a peau Austerben der Bienen geschildert, das fatale Folgen für die Menscheit haben könnte. Im Jahr 1852 erfahren wir von dem englischen Samenhändler William, der versucht eine neue Lebensart der Bienen zu erforschen, hat aber wenig Erfolg damit und verfällt immer wieder in tiefer Auswegslosigkeit. In der nahen Gegenwart und zwar im Jahr 2007 erleben wir einen Imker in den Usa der sein ganzes Hab und Gut an seinen Sohn weiterreichen möchte, damit er die Tradition der Bienenzucht weiterführt, doch dessen Sohn hat andere Pläne. Als die Bienen anfangen aus einem unerklärlichen Grund auszusterben, wird das Problem landesweit erkannt. Letztendlich finden wir uns im Jahr 2098 wieder und zwar in China. Die Bienen sind schon längst ausgestorben und die Menschen bestäuben nun von Hand die Blumen. Doch nicht nur das hat tragische Folgen. Eine einfühlsame Geschichte, die uns erneut klarmacht wie wichtig jeder Lebensteil unserer Welt ist, und sei er noch so klein.
Pageturner
von Ina Stahl - 05.05.2017
Von einer Autorin namens Maja erwartet man natürlich fundiertes Wissen zum Thema Bienen :-). Aber Spaß beiseite: das Buch hat meine Erwartungen weit übertroffen. Es ist nicht nur spannend und informativ geschrieben, sondern auch mit viel Humor (Swammerpie!). Maja Lunde beschreibt in diesem Buch die Geschichte dreier Familien. William lebt mit seiner Familie im 19. Jahrhundert in England, die Geschichte des Imkers George spielt in den USA im Jahr 2007 und Tao lebt mit Mann und Sohn im China des Jahres 2098. Was diese Geschichten miteinander verbindet, ist, dass sie allesamt mit Bienen zu tun haben. Außerdem lebt in jeder Familie ein Sohn, an den bestimmte Erwartungen gestellt werden. Taos Geschichte fand ich besonders faszinierend. Sie spielt in der Zeit nach dem Kollaps, einer fernen Dystopie, in der jeder sich selbst der Nächste ist. Aufgrund von Misswirtschaft und Ausbeutung der Natur gibt es fast nichts mehr zu essen. Bienen sind ausgestorben, weshalb ganze Heerscharen von Arbeitern nichts anderes zu tun haben, als von Hand die Blüten von Obstbäumen zu bestäuben. Es ist ein durch und durch lesenswertes Buch über die Zusammenhänge in der Natur und die Verantwortung des Menschen der Natur gegenüber, jedoch ohne erhobenen Zeigefinger. Ich konnte es kaum aus der Hand legen.
Immer wenn ich eine Biene sehe....
von Anonym - 03.05.2017
.. muss ich an dieses Buch denken . Dieses abich hat es geschafft mich von Kapitel zu Kapitel immer mehr in seinen Bann zu ziehen so das ich es innerhalb kürzester Zeit durch hatte . Ein Buch über ein Tier welches eigentlich für uns selbstverständlich dazugehört aber über welches man selten nachdenkt . Eingebettet in eine Geschichte über 3 Familien für diese die Biene alles oder nichts bedeutet. Zum Inhalt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft England 1852 . Der gescheiterte Biologe William gibt sich seinen Depressionen hin doch dann kommt ihm eines Tages die Idee für einen neuartigen Bienenstock und er shhöpf wieder Kraft. Ohio 2007 Seit Generationen schon ist die Imkerei fester Bestandteil von Georgs Familie . Der Hof und das Unternehmen wächst ,dabei achtet er jedoch stets auf das wohl seiner Bienen damit er später ein gut laufendes Geschäft an seinen Sohn weiterverwenden kann . Doch dieser hat zu Georgs Unmut andere Pläne und dann geschieht auch noch das unfassbare ,nach und nach verschwinden die Bienen . China 2098. Längst sind die Bienen ausgestorben und so arbeitet die junge Mutter Tao als menschliche Bestäuberin Tag ein Tag aus auf den Feldern um dort mühevoll per Hand die Blüten zu bestäuben . Viel Zeit für Mann und Kind bleibt nicht . An einen freien Tag begibt sich die Familie zu einem Ausflug und dort geschieht etwas was Taos Leben für immer verändern wird Zum Buch . Aufmerksam geworden bin ich durch das Cover . Schlicht gehalten mit einer Toten Biene darauf hatte es mich wirklich Neugierig gemacht . Das Buch umfasst 510 Seiten die ich aber binnen 2 Tagen durchgelesen hatte . Der Schreibstil ist einfach und flüssig lesbar ,der Aufbau des Buches etwas ungewöhnlich denn es wird laufend zwichen den Charakteren und Zeiten gesprungen ,was das ganze für mich als Leser als sehr spannend gestaltete jedoch ohne dabei zu verwirren . Dieses springen hatte viel mehr den Affekt das man um so schneller gelesen hat um zu erfahren wie es bei den anderen weitergehen mag . Geschrieben sind die Kapitel jeweils aus der Ich Perspektive des jeweiligen Protagonisten welche vom Charakter nicht unterschiedlicherhätten sein können . So war die junge Tao mir anfangs etwas unsympathisch doch je mehr man laß umsomehr Verstand man die Beweggründe hinter ihrem Verhalten . William ging mir streckenweise auf die Nerven mit seinen Launen und seiner Unzufriedenheit und so richtig warm wurde ich auch zum Ende hin nicht mit ihm .
Ruhiges Buch mit einer eindringlichen Warnung
von anushka - 01.05.2017
England, 1852: William ist ein gescheiterter Wissenschaftler. Er war vielversprechend, doch dann gelingt ihm nichts mehr. Schließlich kommt er nicht mehr aus dem Bett und überlässt seine Frau und die acht Kinder sich selbst und ohne Einnahmequelle. Alle Hoffnung setzt er in den einzigen Sohn und lässt sich schließlich von dem Gedanken an ihn motivieren, das Leben und die Forschung wieder aufzunehmen. Doch die Unterstützung bei seiner Idee eines völlig neuen Bienenstock kommt von anderer, unerwarteter Seite. Kann ihm der große Wurf als Wissenschaftler doch noch gelingen? USA, 2007: George ist Imker und arbeitet hart auf seinem Land, denn dieses Leben und der Beruf sind nicht einfach. Er hadert damit, dass sein Sohn studiert und lieber etwas anderes werden will als Imker, obwohl doch dieser Beruf seit Generationen in der Familie ausgeübt wird. George kümmert sich liebevoll um seine Bienenvölker. Doch dann verschwinden die Bienen plötzlich in anderen amerikanischen Staaten, aber George ist überzeugt, dass ihn das nicht betreffen wird ... China, 2098: Die Weltbevölkerung ist massiv dezimiert durch Hungerskatastrophen und Kriege um Nahrung. China hat triumphiert und ist eine der führenden Mächte. Wahrscheinlich, weil auch weiterhin alle Arbeitskräfte so billig sind und nun von Hand tun, was früher die Bienen getan haben. Eine von ihnen ist Tao, die für ihren Sohn Wei-Wen mehr will als das Leben eines einfachen Arbeiters, das schon im Kindesalter beginnt. Doch dann hat Wei-Wen einen mysteriösen Unfall, der nicht nur für Tao alles verändern könnte. Maja Lunde erzählt alternierend aus jedem dieser Handlungsstränge. Gekennzeichnet sind die Kapitel jeweils unten an der Innenseite mit dem Namen der jeweiligen Hauptfigur. So kann man nie den Überblick verlieren. Aber auch so würde das eigentlich nicht passieren, denn die Geschichten sind voneinander stark unterschiedlich, auch wenn sie sich alle vor allem mit zwischenmenschlichen Beziehungen befassen, die von den Bienen (und ihrem Schicksal) geprägt sind. Es geht nicht wirklich um einen historischen Abriss der Biene als (Nutz-)Tier, sondern darum, wie sie das Leben dieser einzelnen Figuren (aber auch der Menschheit) prägt. Das Schicksal der Bienen ist ja auch regelmäßig Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Hier zeichnet Lunde ein eindringliches Bild davon, wie wichtig die Bienen eigentlich sind und (in Taos Handlungsstrang) was passiert, wenn sie nicht mehr da sein sollten. Lunde Schreibstil ist ansprechend; weder trivial noch zu komplex. Es ist ein angenehm dahinfließender Stil mit sparsamer Poesie. Aber auch von der äußeren Gestaltung her ist das Buch ansprechend und wirkt wie ein Kleinod. Durch den Schrifttyp der Überschrift und dem Cremeton des Buchumschlags wirkt das Buch ein wenig historisch. In seiner Sparksamkeit mit der einzelnen toten Biene (oder eher Hummel?) weckt das Buch bereits Mitgefühl. Mir hat dieses eher ruhige Buch gut gefallen und auch wenn es hier und da ein wenig an Spannung mangelte, haben mich die Geschichten der einzelnen Figuren gefangen genommen und mich mit- und nachfühlen lassen. Ein wenig mehr tatsächliche Geschichte der Bienen hätte ich mir allerdings gewünscht und auch, dass die Bienen eine größere Rolle einnehmen. Der Faden zwischen den Handlungssträngen war allerdings gut gesponnen, auch wenn er hauchdünn war. Mir hat dieses Buch gefallen und ich finde es für Leser empfehlenswert, die gern eher ruhigere und eindringliche Bücher lesen.
Von Bienen und Menschen
von cosmea - 30.04.2017
Maja Lunde hat mit "Die Geschichte der Bienen" zum ersten Mal einen Roman für Erwachsene geschrieben. Der Titel lässt den Leser an ein Sachbuch denken. Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen fiktionalen Text, bestehend aus drei Erzählsträngen mit drei Protagonisten und ihren Familien. Die Autorin erzählt ihre Familiengeschichten aus der Perspektive von William, George und Tao und ordnet ihnen drei Kontinente und drei verschiedene Epochen zu. William lebt in England. Er ist gescheiterter Wissenschaftler, inzwischen Samenhändler und durchlebt 1852 eine akute Krise, die ihn ans Bett fesselt. Er hat seine Forschungen aufgeben müssen, um seine 10köpfige Familie zu ernähren und muss sich von Rahm, seinem ehemaligen Mentor, deshalb verspotten lassen. Er schöpft neue Hoffnung, als er einen neuartigen Bienenstock entwickelt, bis Rahm ihm mitteilt, dass es so etwas längst gibt. George lebt 2007 in Ohio mit Ehefrau Emma und Sohn Tom. Sein Hof samt Imkerei bringt nicht viel ein. Sein Sohn soll den Hof übernehmen, hat aber eigene Pläne. Dann passiert das Unfassbare: wie in anderen Regionen weiter südlich verschwinden auch in Ohio eines Tages die Bienen, und George verliert die Mehrzahl seiner Bienenvölker. Die Geschichte von Tao spielt in China im Jahr 2098. Bienen sind inzwischen ausgestorben. Riesige Obstplantagen werden von Arbeitern von Hand bestäubt. Es ist Schwerstarbeit, für die ein Schulbesuch bis zum achten Lebensjahr ausreicht. Die Bevölkerung ist drastisch geschrumpft, Armut und Hunger bestimmen den Alltag, die Städte verfallen. Die Katastrophe bricht über Tao und ihren Mann herein, als ihr kleiner Sohn Wei-Wen eines Tages bei einem Ausflug ins Koma fällt und an einen unbekannten Ort gebracht wird. Die Autorin zeigt, wie das Leben dieser Menschen mit den Bienen zusammenhängt, wie eine Krise die familiären Bindungen und die Partnerbeziehung zerstört. Vor allem die Ehepartner entfernen sich voneinander und können nicht über die Dinge sprechen, die sie belasten. Lunde erzählt ihre Geschichte in sehr kurzen Kapiteln und führt die drei Erzählstränge am Ende zusammen. Sie macht deutlich, dass menschliches Leben, so wie wir es kennen, vom Wohlergehen der Bienen abhängt, dass die katastrophale Entwicklung, die sie aufzeigt, schon angefangen hat, denn die Ursachen - der Einsatz von Pestiziden, Monokulturen und Klimawandel mit extremen Wetterlagen - vernichten bereits heute Bienenvölker in aller Welt. Nur ein anderer, vernünftiger Umgang mit der Natur kann uns vielleicht noch retten. Lundes zweites großes Thema ist das Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern, von Müttern zu Söhnen, im Fall von William und George auch von Vätern zu ihren Söhnen. Überzogene Erwartungen und fehlende Kommunikation sorgen für gewaltige Probleme in diesen Familien. Lundes Roman liest sich trotz einiger Längen gut und regt zum Nachdenken an, weil er Zusammenhänge aufzeigt, die so vielleicht nicht jedem bewusst sind. Eine durchaus empfehlenswerte Lektüre.
Brisante Thematik schwach umgesetzt in zähen Geschichten
von TheUjulala - 30.04.2017
Die Leseprobe zu "Die Geschichte der Bienen" fand ich sehr interessant. Ich bin zwar kein Bienen-Experte, bin aber fasziniert von meinen Solitärbienen, die in meinem Bienenhotel ihre Brut ablegen. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, dass ich bei vorablesen.de zum Rezensieren dieses Buches ausgewählt wurde. Das Cover: Auf dem Cover ist eine Biene zu sehen, die tot zur Seite gekippt auf dem Boden liegt. Schlichter und aussagekräftiger kann man wohl dieses Cover zu dieser Thematik gar nicht gestalten. Allein das da liegende, unschuldige Insekt hat mich schon sehr erschüttert. Mehr braucht und darf dieses Cover eigentlich gar nicht sagen, um so mehr steckt einfach dahinter. Es geht mir unter die Haut. Die Handlung: Maja Lunde erzählt in drei Erzählsträngen (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) jeweils die Geschichte von drei Protagonisten, die mehr oder weniger mit Bienen zu tun haben. Nach einer schweren Depression, ausgelöst durch die Abweisung seines Mentors, schöpft der Wissenschaftler William neue Kraft und entwirft 1852 in England die Savage Stantard-Beute. Ein Bienenstock mit dem die Gewinnung des Honigs vereinfacht wird, ohne dass die Bienen wie beim Strohkorb sterben müssen. Durch diese Erfindung erhofft er sich wieder neue Anerkennung seines Mentors und seiner Familie, insbesondere seines verzogenen und abtrünnigen Sohnes Edmund. 2007: George ist Imker und besitzt seit Generationen in Ohio eine Honigfarm. Er lässt seine Bienen vor allem zur Honig-Produktion, aber auch zum Bestäuben der Obst- und Nutzpflanzen fliegen. Sein Sohn Tom studiert und möchte sich der Schreiberei widmen. Der griesgrämige George sieht dadurch die Zukunft seiner Farm bedroht und die Beziehung zu seinem Sohn droht noch mehr zu scheitern. Tao kämpft 2098 in Sichuan mit den dystopischen Auswirkungen, die die radikale Ausrottung der Bestäuberinsekten in der Welt mit sich geführt hat. Alle Bienen und andere Blütenbestäuber sind verschwunden und die Nutzpflanzen müssen per Hand bestäubt werden. Bei einem Ausflug in die Obstplantagen mit ihrem Mann Kuan und ihrem 5 jährgen Sohn Wei-Wen passiert ein Unglück. Ihr Sohn bricht bewußtlos zusammen und wird ins Krankenhaus gebracht. Ab da beginnt für Tao die Odysse auf der Suche nach ihrem verschwunden Sohn. Buchlayout / Haptik: Die Gebundene Ausgabe kommt sehr einfach daher. Der Schutzumschlag ist aus einem etwas festeren Ökopapier. Die Biene auf dem Umschlag ist in Glanzlack gedruckt. Schön ist das gelbe Lesebändchen. Jedes Kapitel besitzt als Titel den Namen des Protagonisten, der ebenfalls noch mal in der Fußzeile auftaucht. So weiß man immer sofort, in welchem Handlungsstrang man sich gerade befindet. Idee / Plott: Spätestens, als das rätselhafte Massensterben der Bienen in unseren Medien schon vor Jahren behandelt wurde, ist das Bewusstsein aufgekommen für die Blütenbestäubenden Insekten als wichtigste und mächtigste Arbeitskraft der Massenproduktion unserer heutigen Zivilisation. Die Idee, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Zivilisation mit der Biene als medienwirksamen Sympathieträger darzustellen, fand ich persönlich großartig. Auch die Überlegungen, was passiert, wenn tatsächlich alle Bestäuberinsekten verschwunden sind? Wie geht es mit uns und unserer Erde weiter? Handlungsaufbau / Spannungsbogen: Da die drei Stories immer in kleinen parallel laufenden Kapiteln erzählt werden, wechseln sich die Handlungen ab. Ist die eine ruhiger, so passiert gerade was in der anderen. Den Reiz des Buches macht tatsächlich diese Form aus. Leider wirkt dieser positive Effekt sich nicht auf die einzelnen Erzählungen aus. Alle Drei wirken für mich allein betrachtet eher zäh und sind an sich unspektakulär. Die Spannung wird nur durch den Wechsel angetrieben, da die meisten Kapitel mit einem Mini-Cliffhanger enden. Emotionen / Protagonisten: Williams Verhalten kann ich am allerwenigsten nachvollziehen. William wirkt wie ein geprügelter Knabe, der nach Aufmerksamkeit heischend seine Umwelt und Familie vergisst und ein unglaubwürdiges Verhalten an den Tag legt. Er erwischt seinen 16 jährigen Sohn beim Zechen und Herumhuren in den Gassen, und was macht er? Er läuft wie ein beleidigtes Kind in den Wald und heult sich dort aus. Und dafür, dass Tao als (für die Zeit) hochbegabt gilt, ist sie mir viel zu unreflektiert und handelt unüberlegt. Der Einzige, den ich noch am authentischsten fand, war George. Er ist zwar ein Grantler und kann mit dem Snobismus der "Gelehrten" nichts anfangen. Seine Gefühle seinem Sohn gegenüber kann ich aber noch am meisten nachvollziehen. Sprache / Schreibstil: Alle 3 Protagonisten erzählen in der Ich-Perspektive im Präteritum, und auch entsprechend im Sprachstil der Handlungszeit. Bei Tao ist die Sprache abgehakt, schnörkellos und wird begleitet von kurzen Sätzen. Wilhelm hingegen hat eine altertümliche Sprache mit gestochenen, gehobenen Formulierungen. George hingegen spricht dem Jahr 2007 angemessen, direkt und ehrlich. Sprachlich ist es ansonsten insgesamt relativ einfach gehalten. Wenn ich mir da andere Werke anschaue, die mit viel mehr Raffinesse auch feine, leise Geschichten erzählen können, haut mich dieses hier nicht wirklich vom Hocker. Teilweise empfinde ich sie sogar eher berichtartig, und sehr emotionslos. Meine Meinung: Ich finde diese Unterscheidung zwischen den Zeiten und Protagonisten absolut passend und richtig ansprechend. Der Einstieg hatte mich gepackt und konnte ich mich mich zunächst in jede einzelne Geschichte gut einfühlen. Trotzdem hatte ich dann aber ständig das Gefühl nach dem direkten Zusammenhang suchen zu müssen. Bei William und George kristallisierte sich die Gemeinsamkeit relativ früh heraus, Tao passte da lange Zeit nicht hinein. Die Bienen-Thematik finde ich hier insgesamt viel zu mau. Erst kurz vor Schluß sitzt Tao in der Bibliothek und knallt uns anhand von Lehrfilmen die eigentliche Geschichte der Bienen in 2 Seiten vor den Latz, aber insgesamt so gefühllos. Da ist so viel Brennstoff drinnen, das hätte schon viel früher in Taos Geschichte und dem Leser serviert werden müssen. So wird es nur nebenbei "abgehandelt" - schade. Wahrscheinlich bin ich einfach mit einer zu hohen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Ich hatte mir viel mehr Gesellschaftskritik und Dramatik erwartet. Aber im Grunde sind es nur drei parallel laufende Geschichten von Familien, mit ihren gekränkten Eitelkeiten und zwischenmenschlichen Problemen. Am Schluß taucht zwar der gemeinsamen Nenner auf, der ist aber meines Erachtens sehr dünn. Dabei sind alle drei Geschichten in ihrer Handlung so vorhersehrbar, dass es das ganze Buch für mich tatsächlich so zäh wie Honig macht. Einzig die Hoffnung, ob Wei-Wen noch lebt, hat mich angetrieben, das Buch zu Ende zu lesen. Fazit: Für mich enttäuschend, da ich nicht das gelesen habe, was mir durch Umschlag und Titel versprochen wurde. Zu wenig Dramatik, zu zähe Geschichten, zu einfacher Sprachstil. Das brisante Thema wurde mir hier zu flach und nebenbei angekratzt.
Das Schicksal der Bienen ist auch unser Schicksal!
von sommerlese - 27.04.2017
Die Geschichte der Bienen ist ein ganz besonderes Buch. Es hat mich tief ergriffen und mit seinen Schicksalen sehr berührt. Denn es wirft die Frage auf, ob die Menschen auch ohne Bienen existieren können und natürlich auch, wie man die Bienenvölker vor dem Aussterben retten kann. Aber es geht auch um zwischenmenschliche Beziehungen, Hoffnungen, Ziele und Selbstverwirklichung und das Miteinander der Generationen. Anhand von drei parallel erzählten Geschichten geht es in drei Zeitebenen, deren Gemeinsamkeit der Bezug zu den Bienen ist. Im Jahr 1852 beschäftigt sich der Biologe und Samenhändler William Savage mit der Verbesserung der Imkerei und konstruiert neuartige Bienenstöcke. In Ohio, USA lebt 2007 der Imker George, dessen Traum ein Unternehmen ist, das Hunderte von Bienenstöcken umfasst und das in der Familie durch seinen Sohn Tom weiter geführt wird. Leider kommt es zu einem unerklärlichen Verschwinden seiner Bienen. In China schreibt man das Jahr 2098 und es gibt keine Bienen mehr. Die Arbeit der Bienen, das Bestäuben von Blüten, wird nun von Hand durch Tausende Arbeiter vorgenommen. Wir begleiten die Arbeiterin Tao auf der Suche nach ihrem Kind. Diese Geschichten lesen sich klar verständlich, sie wirken authentisch und die Personen und ihre Konflikte werden gut sichtbar. Sie alle verbindet ein gemeinsames Band: Die Existenz der Bienen. Bewegender kann kein Buch erzählt werden. Die Autorin hat ein echtes Schreibtalent, alles erscheint so leicht erzählt und ist doch voller Brisanz. Man wird unweigerlich in die Geschichten hineingesogen. Wie kommt William wieder auf die Beine? Was treibt George zu seinem Lebensplan an und was geht in China vor? Gleichzeitig erfährt man einiges über Bienen, ihr Schwärmverhalten, die verschiedenen Bienenwesen von Königin, Arbeiterin oder Drohne und das Leben in ihren Bauten. Aber es wird auch deutlich gemacht, wie sehr die Bienen gefährdet sind. Nicht nur Milben, Krankheiten, Kälte und Regen machen ihnen zu schaffen, auf lange Sicht können mit Pestiziden vergiftete Pflanzen für den Untergang dieser Spezies sorgen. Aber die alles verbindende Frage ist, ob die Menschheit ohne Bienen bestehen kann! Was für ein besonderes und lesenswertes Buch! Es hat mich tief ergriffen und mit seinen Schicksalen sehr berührt. Das Wissen über Bienen lässt die Hoffnung aufkeimen, dass für diese Spezies alles menschenmögliche getan wird, um ihr Aussterben zu verhindern.
Von Bienen, Beziehungen und der Hoffnung
von Rabentochter - 27.04.2017
Tao hat im China der Zukunft die Arbeit der Bienen übernommen, weil diese ausgestorben sind. George versucht im Hier und Jetzt seine Bienenfarm am Leben zu erhalten und seinen Sohn dafür zu begeistern. Im England des 19. Jahrhunderts hat William mit Depressionen zu kämpfen, die nur die Bienen beenden können. Drei Leben. Aus drei unterschiedlichen Jahrhunderten. Alle verschieden und doch verbunden durch das gemeinsame Thema der Bienen und durch ähnliche Familienprobleme. Denn anders als der Titel es vermuten lässt, sind die Bienen oftmals nur der Anstoß gebende Stein um die Probleme dahinter aufzudecken. Den Generationenkonflikt (dass die Kinder etwas anderes möchten als die Eltern) gibt es in allen drei Handlungssträngen. Alle drei Protragonisten sind blind für die Probleme/Wünsche ihrer Kinder, aber gerade diese sind es, die ihre Eltern später aus dem Tief, in dem diese stecken, ziehen. Der Roman brauchte etwas, bis er mich in seinen Bann ziehen konnte. Als ich dann aber gefesselt war von den Figuren und der Handlung, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die gegebenen Informationen zu den Bienen wirken gut recherchiert und fundiert. Zusätzlich ist der Schreibstil sehr angenehm und leicht zu lesen. Ich hatte großen Spaß bei der Lektüre und fand es interessant zu sehen, wie die drei Geschichten letztendlich miteinander verwoben werden. Der Roman lässt sich Zeit für die Entfaltung der Handlung und der Probleme der Protagonisten, aber am Ende bleibt bei allen eines bestehen: Die Hoffnung, dass alles wieder besser wird. Fazit: Ein Buch, dem man auf jeden Fall die Chance geben sollte, einen zu verzaubern.
Bewegend und zum Nachdenken anregend
von LinaLiestHalt - 25.04.2017
Dieser Roman reizte mich aufgrund seiner hochwertigen Gestaltung und des Themas, das hier aufgegriffen wird. Die Biene ist unser wichtigstes Nutztier - und kaum jemandem ist das wirklich bewusst! Maria Lunde entwickelt in ihrem Buch Die Geschichte der Bienen drei Erzählstränge, drei Zeiten und Geschichten, die eine vierte umfassen, nämlich die der Bienen. So entspinnt sich die Erzählung zwischen 1852 und 2098 - und entfaltet eine ungeheure Wucht und Achtung vor diesem kleinen Wesen, ohne das unsere heutige Landwirtschaft nicht funktionieren würde. Die EInzelschicksale berühren ebenfalls, der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen. Die ausgiebige Recherche der Autorin macht sich bezahlt und trägt dazu bei, dass der Leser auch noch Wissenswertes aus dem Roman mitnimmt. In einer Rezension konnte ich den Begriff der bitteren Dystopie entdecken, der sehr gut passt, auch wenn das Gedankenspiel, dem die Geschichte zugrunde liegt, gar nicht so undenkbar ist. Jeder von uns trägt einen Teil der Verantwortung für diese Welt - und sei es auch nur für so unscheinbare Lebewesen wie die Bienen..
Ein Zukunftsroman mit Realitätssinn
von Richi - 25.04.2017
William, George und Tao leben in drei verschiedenen Jahrhunderten und mit ganz unterschiedlichen Gegebenheiten. Doch das Leben aller drei Personen ist eng mit den Bienen und ihren Söhnen verbunden und alle müssen sie mit den Widrigkeiten ihrer Zeit zurechtkommen. William blickt im 19. Jahrhundert auf eine gescheiterte Karriere als Forscher zurück. Seine Ehe hat ihm acht Kinder beschert, jedoch lediglich einen missratenen Sohn. Er verfällt in Depressionen bis er den modernen Bienenstock erfindet. Doch sein Geistesblitz soll ihm leider keinen Ruhm einbringen. Anfang des 21. Jahrhunderts verdient George seinen Lebensunterhalt als Imker. Auch er steht im Konflikt zu seinem Sohn. Denn dieser entscheidet sich gegen das traditionsreiche Familienunternehmen der Imkerfamilie und will stattdessen Journalismus studieren. Unterdessen ist eine rätselhafte Krankheit unter den Bienen ausgebrochen, die diese massenweise sterben lässt. Kurz vor Beginn des 22. Jahrhunderts sind die Bienen durch Umweltverschmutzung, moderne Landwirtschaft und Parasiten ausgestorben, daher müssen in Taos Welt die Pflanzen aufwendig von Menschen bestäubt werden. Es ist ein einseitiges, karges und anstrengendes Leben. Doch dieses ändert sich schlagartig als ihr kleiner Sohn während eines seltenen Familienausflugs schwer erkrankt. Das mysteriöse Bienensterben ist inzwischen wohl jedem bekannt. Lundes Roman zeichnet diesen Weg fort, in eine Zukunft ohne Bienen, mit all seinen Folgen für die Menschen und die Umwelt. Zugleich erhält der Leser auch Einblicke in den Beginn der Imkerei sowie der aktuellen Probleme des Bienensterbens. Dahinter steht außerdem eine spannende Familiengeschichte über mehrer Generationen und Jahrhunderte, deren Zusammenhang dem Leser erst gegen Ende des Romans offenbart wird. Fazit: Ein spannender, lehrreicher und mahnender Roman, der in eine düstere Zukunft blickt und uns an unsere Verantwortung gegenüber der Umwelt und kommender Generationen erinnert.
Bewegend und visionär
von cachingguys - 25.04.2017
Das Buch beinhaltet quasi drei Geschichten, die sowohl auf verschiedenen Kontinenten, als auch in verschiedenen Zeiten spielen. Allen gemein sind die Bienen und die Hoffnungen der Eltern, die nicht immer mit den Wünschen der Kinder übereinstimmen. England im Jahr 1852: einst träumte William von einer großen Karriere als Naturforscher, doch sein kinderreicher Haushalt ließen ihn zum Samenhändler werden und in tiefe Depressionen stürzen. Die Entwicklung neuer Bienenhäuser holt ihn ins Leben zurück. Im Amerika der Jetztzeit wünscht sich George, dass sein Sohn der Familientradition folgt und auch Imker wird. Doch das "Bienensterben" erreicht auch ihn. Im China des Jahres 2098 lebt Tao als Bestäuberin. Bienen gibt es nicht mehr und die Welt hat sich dadurch drastisch verändert. Interessante Charaktere, ihr Leben und ihre Träume sind Thema dieses Buches. Aber wir bestimmen nicht alleine durch unseren freien Willen über unser Leben, sondern sind abhängig von dem Ökosysthem in dem wir leben, dass wir zunehmend zerstören. Der Planet wird ohne uns überleben, wir aber nicht ohne ihn. Ein gutes Buch, das zum Nachdenken anregt.
Die Bedeutung der Bienen
von Langeweile - 24.04.2017
In diesem Roman wird die Geschichte von drei Familien, die in unterschiedlichen Ländern, zu verschiedenen Zeiten leben, erzählt . Alle sind auf irgendeine Weise mit dem Leben der Bienen verbunden. Da ist der Samenhändler William der im Jahre 1852 mit seiner Frau und vielen Kindern in England lebt. Sein Leben verläuft nicht so, wie er es sich vorgestellt und gewünscht hat. Deshalb verfällt er in eine tiefe Depression, aus der ihn alle ärztliche Kunst und das Zureden seiner Familie, nicht zu befreien vermag. Dann hat er die Idee, sich mit der Bienenzucht zu beschäftigen, dieser Gedanke reißt ihn aus seiner Lethargie und gibt ihm wieder neuen Lebensmut. Im Jahre 2007 lebt der Imker George mit seiner Familie in Ohio. Er lebt von der Bienenzucht und möchte sein Werk später einmal an seinen Sohn weitergeben. Dieser hat jedoch eigene Pläne, er möchte nach Abschluss des College Journalismus studieren. Als plötzlich die Bienen über Nacht verschwinden, bricht für George eine Welt zusammen. Danach geht es nach China im Jahr 2098, wo Tao und Kuan mit ihrem kleinen Sohn Wei- Wen leben. Zu dem Zeitpunkt gibt es schon lange keine Bienen mehr und so müssen die Arbeiterinnen die Blüten mühsam per Hand bestäuben. Als der kleine Sohn schwer erkrankt und die Ärzte keine Ursache hierfür finden können, stürzt die Familie in ein tiefes Loch. Am Beispiel dieser drei Familien, die alle eng mit der Bienenzucht und dem Leben der Bienen verbunden sind, wird in ständig wechselnden Kapiteln ein umfangreiches Wissen über das Leben der Bienen, ihre Fortpflanzung, ihre Wichtigkeit für das Überleben der Menschen und das Zusammenspiel der Natur, berichtet. Der Leser wird auf eine unauffällige und dennoch sehr eindrückliche Weise dazu gebracht, wieder mehr auf die Natur zu achten. Fazit: Ein Buch welches mich sehr beeindruckt hat und was ich gerne weiterempfehle.
Fesselend und packend und regt zum Umdenken an.
von Lena Kaspers - 22.04.2017
Inhalt England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte - die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock. Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden. China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit. Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen? Meine Meinung: Die Autorin hat hier etwas sehr besonderes geschaffen. Der Schreibstil ist schön und fesselnd. Die Autorin erzählt hier 3 Geschichten von 3 sehr verschiedenen Menschen. Sie spielen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ebenso auf verschiedenen Kontinenten. Aber eins haben alle gemeinsam die Bienen und die Eltern, die ihren Kindern etwas mitgeben wollen für die Zukunft. Die Autorin hat es geschafft mich zum nachdenken anzuregen und zeigt einmal mehr wie wichtig die Natur ist. Denn, die Natur kann ohne Menschen leben, wir aber nicht ohne die Natur - allem vorran nicht ohne Bienen. Dieses Buch zeigt deutlich auf was wir den Bienen antun und was wir ändern müssen. Das wir nicht über die Bienen bestimmen sollten, sondern, dass wir den Bienen nur begleitend zur Seite stehen dürfen. Die Geschichten der 3 Protagonisten wird in der Ich-Form erzählt und die Wechsel zwischen den Geschichten sind flüssig und man ist immer schnell wieder bei der jeweiligen Person und deren Gefühlswelt. Die Gefühle werden durch den Schreibstil gut rübergebracht und man kann sich gut in die Person hinein versetzen. Fazit Dieses Buch ist ein Leseempfehlung. Es hat mich sprachlos gemacht und gleichzeitig zum nach- und umdenken gebracht. Die Thematik ehrlich und schockierend und berührend zu gleich. Ein Highlight von 2017.
Ein echter Pageturner!
von Diamondgirl - 21.04.2017
Zum Glück bin ich mit nicht ganz so hohen Erwartungen gestartet, denn das stellt immer ein Problem dar. Im Vorfeld hatte ich sogar etwas Bedenken, ob es wirklich das richtige Buch für mich sein würde. Aber ich war rundum begeistert! Das Buch umreißt die Geschichte der Imkerei bzw. der Bienen vom 19. bis ins 21. Jahrhundert. In England 1852 leidet William unter Depressionen, weil sein Leben so ganz anders gelaufen ist, als er es sich erhofft hatte. Er wollte ein wichtiger Pionier im Bereich Biologie werden, doch gerieten ihm Frau und einige Kinder dazwischen. Seine Hoffnungen ruhen auf seinem Sohn Edmund, der ebenfalls studieren soll. Schließlich kommt ihm die Idee für einen ganz neuartigen Bienenstock, mit dem er die Imkerei revolutionieren möchte und reißt ihn aus seiner Lethargie. In Ohio/USA 2007 muss der Imker George miterleben, wie 90 % seiner Bienenvölker einfach von einem Tag auf den anderen verschwinden. Sein einziger Nachkomme Tom studiert und träumt eher vom Schreiben als von der Übernahme des väterlichen Betriebes. Im Jahr 2098 in China lebt Tao mit ihrer kleinen Familie. Inzwischen sind die Bienen längst ausgestorben und die Welt ist nicht mehr die, die wir kennen. Da passiert ihrem kleinen Sohn ein Unfall, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. Das Buch ist in diese 3 Handlungsstränge aufgeteilt, die immer abwechselnd erzählt werden. Für mich stellte sich gerade die Form der dreigeteilten Zeit- und Handlungsstränge als Glücksfall dar, obwohl genau das meine vorherigen Bedenken begründete. Es las sich wirklich wie Butter! Gerade die abwechselnden Stränge wirkten wie ein PageTurner auf mich. Das Kapitel endete und ich wollte immer unbedingt wissen, wie es mit George oder William weitergeht. Jedesmal musste ich mich regelrecht losreißen von diesem Buch, um nicht doch noch 2 oder 3 Seiten zu lesen, aus denen dann doch wieder 30 geworden wären. Die Geschichte der Zukunft um Tao und ihre kleine Familie weckt bei mir am wenigsten Interesse und Empathie. Die Protagonistin ist mir einerseits nicht sonderlich sympathisch und das ganze Geschehen lässt mich eigenartig unbeteiligt. Wären es einzelne zusammenhängende Geschichten geworden, bin ich fast sicher, dass ich Taos Geschichte abgebrochen hätte. So waren es immer nur ein paar Seiten und so schlecht ist dieser Teil nun nicht, dass ich die nicht mitgenommen hätte zwischendurch. Außerdem interessierte mich dann ja doch, wo und wie sich die Verbindung zu George und William ergab. Der Schreibstil ist wirklich super! Niveauvoll und trotzdem keine verschwurbelten Sätze über eine halbe Seite. Man kann mit den ersten Sätzen einsteigen und sich einfach treiben und mitnehmen lassen. Der Erzählstil - alle drei Storys sind in der Ichform geschrieben aus Sicht des jeweiligen Protagonisten - trug sicherlich seinen Teil dazu bei, denn man erfuhr ja tatsächlich, was in dem Einzelnen vorging. Aber eben ausschließlich im Protagonisten. Alle anderen Personen wurden zu Randfiguren, die man als Dritter nur so betrachten konnte, wie es der Erzähler tat. Dazu gehörte natürlich auch, dass man den ganzen negativen Gedanken ausgesetzt war. Zum Ende zeigte sich, dass meine frühen Vermutungen allesamt richtig waren - was nicht unbedingt für die Geschichte spricht, denn der Verlauf war halt doch insgesamt recht vorhersehbar. Trotzdem hat es wahnsinnigen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, denn auch wenn manches vorhersehbar war, so war hier eindeutig der Weg das Ziel!
Die Geschichte der Biene - sehr nachdenklich stimmend
von kabru712 - 19.04.2017
Der Titel und der Klappentext haben mich sofort angesprochen und ich wurde nicht enttäuscht. Der Roman spielt in drei Zeitepochen, jeweils in Ich-Form der drei Hauptpersonen. Jedes Kapitel spielt in einer anderen Epoche und ist mit dem Namen der jeweiligen Hauptperson überschrieben. Zusätzlich steht auf jeder Seite der Name. So weiß man immer "wo" man ist. Der Inhalt stimmt sehr nachdenklich. Da die Bienen ja tatsächlich immer weniger werden, kann man nur hoffen, dass es nicht wirklich so weit kommt, wie es im Teil der Geschichte aus der Zukunft beschrieben wird. Die Bienengeschichte, die die ganze Welt angeht, wird anhand von drei Einzelschicksalen erzählt. Alles ist gut verständlich geschrieben mit ausreichend Hintergrundinformationen, so dass man alles auch als Nicht-Imker versteht. Sehr zu empfehlen!
Eine fein verwebte Geschichte
von vielleser18 - 19.04.2017
Drei Zeitebenen, drei Geschichten - doch die Bienen verbindet sie, aber nicht nur sie. Abwechselnd erzählt uns die Autorin von William (1852, Großbritannien), einem Forscher, der nach seiner Heirat viele Kinder bekommen hat, die es zu ernähren gilt. Seine Forschungsarbeit leidet darunter und er verfällt in eine tiefe Depression. George lebt 2007 als Imker in den USA. Er betreibt den seit Generationen betriebenen eigenen Hof und hadert damit, dass sein Sohn Tom nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten will. Tao lebt im Jahre 2098 in China. Die Bienen sind auf dieser Welt ausgestorben, die Blüten der Bäume müssen durch viele Arbeiter per Hand bestäubt werden. Eine anstrengende Arbeit. Kinder müssen schon früh mitarbeiten. Tao will das bei ihrem 3jährigen Sohn verhindern und versucht mit aller Macht ihm Wissen zu vermitteln, damit er ein besseres Leben führen kann. In allen drei Geschichten geht es um Bienen. Doch in verschiedenen Stadien. Bei William tauchen sie erst später auf, bei George erfahren wir eindrucksvoll von der Arbeit mit den Bienen und viel über sie. In Taos Welt sind sie verschwunden und die Menschheit kämpft um ihr eigenes Überleben. Es geht aber in allen Geschichten auch um Eltern-Kind-Beziehungen. Alle drei Fäden hat die Autorin anfangs lose miteinander verwoben, erst nach und nach stellen sich die Zusammenhänge heraus. Mich hat dieses Buch gefesselt. Die drei so verschiedenenen Hauptprotagonisten haben alle ihren Kampf mit dem Leben auszufechten. Die Autorin Lunde hat es geschafft, dass ich mir alle drei sehr gut vorstellen konnte und auch ihre Probleme, ihre Eigenarten, ihre jeweilige Welt. Denn wir sprechen hier von drei verschiedenen Jahrhunderten. Immer wieder wird die eine Geschichte unterbrochen um die andere weiter zu erzählen, dadurch kommt Dynamik und Spannung auf. Auch wenn es kein Action-Roman ist, findet doch Entwicklung statt. Es geht jedem der Protagonisten um die Zukunft, vor allem um die Zukunft der eigenen Kinder. Was will man weitergeben ? Es geht um Hoffnungen, Wünsche, die eigenen Vorstellungen, die meist nicht die selben sind wie bei den Kindern. Konflikte sind daher vorprogrammiert. Es geht aber vor allem auch um die Bienen, die in jeder der Geschichten eine ganz besondere Rolle spielen. Wir als Leser erfahren so mehr von den Anfängen der Imkerei, der Arbeit, die damit verbunden ist, aber auch um die Wichtigkeit der Bienen und was für Auswirkungen ihr Verschwinden haben wird. Was heute schon beginnt kann für unsere Zukunft bedeutungsvoll und verheerend sein. Daher ist dies auch ein Roman, der nachdenklich stimmt und dem man Beachtung wünscht. Fazit: Die Autorin hat es verstanden mich zu fesseln und zu beeindrucken und auch mich immer wieder mal zu überraschen bei den Wendungen, die sie mit eingebaut hat. Eine Geschichte, die nachdenklich macht was unsere Zukunft betrifft und erwartet.
Ein Ausnahmewerk!
von RD - 14.04.2017
[[ Normalerweise bin ich nicht der Typ für Romane, aber die Geschichte der Bienen hat mich sofort angesprochen und nachdem ich es bei einer Freundin gefunden hatte musste ich es lesen - und bin restlos begeistert. Es gibt sozusagen drei verschiedenen Geschichten , die miteinander verwoben werden und in denen die Bienen eine wichtige Rolle spielen. Maja Lunde erschafft nicht zuletzt durch ihren fantastischen und wortgewaltigen Schreibstil eine Welt, die sowohl erschreckend wie auch realistisch klingt. Spätestens nach der Lektüre wird einem mal wieder klar, wie wichtig die kleinen Tiere für uns Menschen doch sind. Alle drei Menschen, die die jeweiligen Handlungsstränge prägen, werden durch verschiedene Probleme belastet und müssen damit umgehen. Teilweise gleicht das Buch mehr einem Familiendrama, aber die Bienen sind praktisch das Leitmotiv. Alle drei Geschichten sind für sich einzigartig ergeben aber im Großen und Ganzen ein Muster, das vor Augen führt wie sehr unser heutiges Handeln, das was wir jetzt und zu diesem Zeitpunkt tun, doch unsere Zukunft beeinflusst. Wer außerdem einiges über die schwarz-gelben Tiere lernen will, der wird zufrieden sein. Die Autorin streut immer wieder kurze Informationen über die Bienen, sodass man sowohl informiert, aber nicht überfordert ist. Das hat mir auch sehr gut gefallen. Insgesamt kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Selbst ich als Genre-Außenstehende konnte mich von diesem Buch restlos begeistern lassen. Die Geschichte der Bienen ist definitiv ein Ausnahmewerk!
beeindruckend
von nane 2408 - 12.04.2017
Buch durchgelesen, zugeklappt und erst einmal durchgeatmet. Das war meine Reaktion auf diesen absolut lesenswerten Roman von Maja Lunde. Und das Fazit dieser Geschichte ist für mich: Es gibt noch eine Rettung für die Menschheit - es muss nur gehandelt werden. Die Autorin hat ihren Roman praktisch "gedrittelt". Es sind drei Zeitebenen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Jede Epoche hat ihren eigenen Protagonisten: Im Jahr 1852 ist es der Engländer William, 2007 der Amerikaner George und im Jahr 2098 die Chinesin Tao. Jeweils wird in der Ich-Form geschrieben. Bei jedem Wechsel der Zeiten steht der Name des Protagonisten am Anfang der Seite in großen fetten Buchstaben und am Ende der Seite auch in Normalschrift. So hat man immer den Überblick, bei welcher Person man sich gerade befindet. Das finde ich sehr gut gelöst. Die einzelnen Abschnitte sind nicht zu lang gehalten und geben einen Eindruck vom Leben und Wirken der Personen, von deren menschlichen Schicksalen, die eng verbunden sind mit dem Thema Bienen. In welchem Zusammenhang diese einzelnen Geschichten stehen, wird erst zum Schluss aufgelöst. Die Autorin hat mit einer sehr gefälligen Sprache ein einzigartiges Werk geschaffen. Am Schluss hofft man eigentlich nur, dass das Szenario aus der Zukunft niemals Wirklichkeit wird. Obwohl es die Blütenbestäuber in China tatsächlich gibt. Wer etwas mehr über dieses Thema wissen möchte schaut sich bitte diese interessante Reportage an http://www.galileo.tv/weltweit/die-menschlichen-bienen-aus-china/
von Anonym - 11.04.2017
Die Geschichte der Bienen ist auch unsere eigene Geschichte, denn wenn die Bienen sterben, sterben auch wir. Wir wissen um die Gefahr und verändern unser Verhalten dennoch nicht. Wir nutzen die Bienen, wie William 1852 in England, der sich mit dem Bau neuartiger, besser nutzbarer Bienenkörbe, beschäftigte. Er war besessen davon, Ruhm zu ernten, seinem einzigen Sohn und seinem Professor gegenüber, doch andere waren schneller und besser als er. Einzig seine Tochter Charlotte teilte sein Interesse an den Bienen. In einem weiteren Handlungsstrang beschäftigt sich der in Ohio im Jahre 2007 lebende Imker George mit dem Bau besonderer Bienenstöcke damit es seinen Bienen besser geht als denen in industriell gefertigten. Sein einziger Sohn Tom, der einmal die seit Generationen in Familienbesitz befindliche Bienenfarm übernehmen soll, möchte lieber Journalist werden. Doch auch diese besonders gepflegten Bienen erteilt das gleiche Schicksal wie den meisten in den USA, das mysteriöse Bienensterben hat begonnen. China, das Land in dem es begonnen hat, ist im Jahr 2098 schon weiter, dort wird die Arbeit der Bienen von Menschen mit Handbestäubung erledigt. Tao ist eine von den Arbeiterinnen, die alles daran setzt, dass es ihrem kleinen Sohn Wei-Wen einmal besser haben wird. Bei einem Ausflug passiert es, Wei-Wen liegt im Koma, doch warum und wo bringen sie ihn hin. Sie macht sich auf die Suche und entdeckt schreckliche Dinge. Maja Lunde gelingt die Balance ein sehr ernsten Thema unterhaltsam und nachdenklich machend zu beschreiben. Die drei Handlungsstränge werden am Ende interessant zusammengeführt.
Bedrückende Zukunftsaussichten!
von FreizeitLeser - 10.04.2017
Auf dieses Buch bin ich durch das Cover aufmerksam geworden: Zuerst sah ich die Biene, dann erst las ich den Titel und dann stellte sich mir die Frage: Was wäre, wenn...? Eine sehr interessante (und auch düstere) Thematik! In ihrem Roman Die Geschichte der Bienen verflechtet die Autorin Maja Lunde drei verschiedene Erzählstränge von Personen aus unterschiedlichen Epochen, deren Leben allesamt in irgendeiner Form mit Bienen zu tun hat. Alle Geschichten sind einzeln betrachtet schon sehr spannend, verstärkt wird die Neugierde beim Leser zudem durch die Frage, wie sie zusammenhängen. Die Autorin hat einen anschaulichen, flüssigen Schreibstil und versteht es, dem Leser mit ihrem Roman auf unterhaltsame Weise viel Wissen über die nützlichen Insekten nahezubringen und zum Nachdenken anzuregen. Was wäre wenn...? Von mir eine klare Kaufempfehlung!
Unglaublich packend und sehr dystopisch! Eine Welt ohne Bienen? Bitte nicht.
von Nepomurks - 07.04.2017
Maja Lunde entwirft in "Die Geschichte der Bienen" ein durchweg schockierendes Szenario. Die Bienenvölker werden im Verlauf der Zeit von Menschenhand ausgerottet - und der Mensch steht in der Zukunft nach Klimakatastrophe, diversen atomaren Unfällen und einer Hungerkrise beinahe vor dem Ende. Dezimiert und ruiniert. Im vorliegenden Roman werden dabei drei unterschiedliche Erzählstränge skizziert, die sich in drei epochalen Zeitfenstern ansiedeln und mit einem jeweiligen Hauptprotagonisten aufwarten: Tao (Sichuan, China, 2098), William (Hertfordshire, England, 1852) und George (Autumn Hill, Ohio / USA, 2007). Immer wieder im Wechsel wendet sich die Autorin hier ihren drei Hauptprotagonisten und deren Zeit zu, gibt so Einblick in die jeweilige Epoche, sowie den dazugehörigen Charakter und dessen Umfeld. Die einzelnen Inhalte und Figuren haben auf den ersten Blick nicht viel gemein. Nur die Bienen verbinden die Lebensentwürfe der jeweiligen Protagonisten auf ganz eigene Weise. Der Schreibstil ist dabei derart eindringlich, intensiv und fesselnd, dass man von Kapitel zu Kapitel hastet und sich von der Tragik der einzelnen Erzählstränge mittragen lässt. Die Figuren scheinen sehr authentisch und wirken in ihrem Denken und Handeln äußerst beeindruckend. Der Verlauf der Geschichten erinnerte zudem beinahe an dystopische Inhalte - bedrückend, düster und niederschmetternd. So z.B. die Zukunft, in der 8-Jährige herangezogen werden, im Arbeitsdrill 12 Stunden täglich Baumblüten per Hand zu bestäuben. Klingt banal, liest sich im Roman aber sehr bedrohlich und spannend. Eine Welt ohne Bienen. Ein Szenario, das wesentlich schlimmer und bedrohlicher ist, als man es vermuten könnte. So begibt man sich mit diesem Roman auf eine Reise, die zum Nachdenken anregt und oftmals auch das eigene Verhalten in Frage stellt. Ein Buch, das absolut realistisch ist, sehr in unsere Zeit passt und eine erschreckende Zukunft vor Augen hält. Nicht nur die Charaktere in Maja Lunds` Roman "Die Geschichte der Bienen" sind meiner Meinung nach großartig konzipiert, auch der eigentliche Inhalt und die Aussagen der Erzählung sind schockierend ehrlich dargelegt. Für mich ein leises Buch, das aufrüttelt, den Leser durch den Verlauf und seine Figuren fesselt und im Grunde deprimiert zurücklässt. Absolut lesenswert. 5 Sterne.
Bienen und Menschen gehören zusammen
von Dirk Heinemann - 05.04.2017
Vor einiger Zeit habe ich den Film More than honey gesehen, der sehr interessant aber auch traurig ist. Als ich durch Zufall auf dieses Buch gestoßen bin, musste ich gleich an den Film denken und entschied mich es zu lesen. Das Buch erzählt drei Geschichten, die alle in der Ich-Form geschrieben sind. William, George und Tao erzählen über ihr Leben. William lebt im Jahre 1852 in England. Er ist Samenhändler und bettlägerich. Durch seinen Sohn kommt er auf die Idee einen Bienenstock zu entwickeln, um die Bienen besser beobachten zu können. Bisher gibt es nur unpraktische Bienenkörbe. George lebt im Jahre 2007 in Ohio. Er entstammt einer Imkerfamilie und kämpft mit dem bereits auftretenden Bienensterben. Tao lebt in der Zukunft im Jahre 2098 in China. Sie ist Arbeiterin und bestäubt jeden Tag Blüten mit der Hand, da die Bienen inzwischen komplett verschwunden sind. An ihrem freien Tag hat ihr Junge einen Unfall. Auf den ersten Blick bzw. in den ersten Kapiteln gibt es keinen wirklichen Zusammenhang zwischen den Geschichten, doch am Ende wird alles klar. Maja Lunde schafft es durch das abwechselnde Erzählen der drei Stories in allen eine gewisse Spannung aufzubauen. Auch wenn das Buch zum Teil in der Zukunft spielt, basiert es doch auf Tatsachen. Es handelt sich um einen Roman in den fachliche Aspekte wunderbar eingeflochten wurden. Bislang wird weltweit viel zu wenig auf das Bienensterben eingegangen. Doch ohne Bienen kann der Mensch nicht oder nur sehr schwer überleben. Vielleicht schafft es dieses Buch mehr Aufmerksam auf das brisante Thema zu richten. Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich gebe ihn 5 Sterne.
Spannend und lehrreich
von TanyBee - 05.04.2017
"Die Geschichte der Bienen" spielt zu drei verschiedenen Zeiten und an drei verschiedenen Orten: In England im Jahr 1852 lernen wir William kennen, der als Samenhändler arbeitet, acht Kinder hat und seine Karriere als Biologe als gescheitert ansieht. Bis sein Forscherdrang von den Bienen neu entfacht wird. In Ohio im Jahr 2007 begleiten wir George, dessen Familie seit Generationen Bienen züchtet. Sein Sohn scheint jedoch kein Interesse daran zu haben, das Unternehmen zu übernehmen. Außerdem verschlägt es den Leser nach China im Jahr 2098: Die Lebensmittel sind knapp und Tao und ihr Mann Kuan sind zwei von vielen Arbeitern, die täglich die Blüten der Obstbäume bestäuben, da es keine Bienen mehr gibt. Der Aufbau des Buches hat mich sofort an "Der Wolkenatlas" von David Mitchell erinnert, den ich sehr mochte. "Die Geschichte der Bienen" ist nicht ganz so komplex und etwas weniger überraschend, aber geht in die gleiche Richtung. Die drei Handlungsstränge verlaufen erst unabhängig voneinander. Die Kapitel sind relativ kurz und nach jedem Kapitel wechselt der Handlungsort. Dadurch fiel es mir sehr schwer, dass Buch aus der Hand zu legen ("nur noch ein Kapitel"). Nach und nach erahnt der Leser Zusammenhänge zwischen den drei Hauptpersonen William, George und Tao. Am faszinierenden ist sicherlich Geschichte rund um Tao. Es ist eine Art Dystopie, die dort erzählt wird und nach und nach wird immer klarer, wie es dazu kommen konnte. Und das diese Zukunft durchaus auch für uns eine mögliche Zukunft ist. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass einige Wendungen sehr vorhersehbar waren und mich nicht überraschen konnten. Im letzten Drittel nimmt das Buch aber noch einmal richtig Fahrt auf und alle Puzzleteile fallen an ihren Platz. Übrigens lernt der Leser nebenher auch noch einiges über das Leben der Bienen und über Imkerei, ohne dass es langweilig wird. Besonders gut hat mir auch die Aufmachung des Buches gefallen. Das Cover ist so toll, es wirkt richtig edel, und sogar ohne Schutzumschlag ist das Buch schön anzusehen. Fazit: Ein tolles Buch, ein Schmöker, spannend und sogar lehrreich. Für Fans von David Mitchell oder Margaret Atwood, auch wenn es ein wenig seichter ist.
Ein großartiger Roman, der zum Nachdenken anregt
von Gaby2707 - 04.04.2017
In ihrem Buch "Die Geschichte der Bienen" nimmt mich Maja Lunde mit auf eine Zeitreise und in die Welt dreier ganz verschiedener Familien. Im Jahr 1852 bin ich in Maryland, Hertfordshire, England und lerne den bettlägerigen William Savage, seine Frau Thilda, seine 7 Töchter und seinen einzigen Sohn Edmund kennen. William zweifelt an sich, bis es sein Sohn schafft ihm wieder Lebenswillen zu geben. Er rafft sich auf und baut einen neuartigen Bienenstock. Doch nur seine Tochter Charlotte teilt mit ihm die Liebe zu den Bienen. 2007 verbringe ich mit dem Imker Georg, seiner Frau Emma und seinem Sohn Tom in Autumnhill, Ohio, USA. Georg will seinen Hof und damit das Erbe von Tom vergrößern. Der allerdings hat ein Stipendium bekommen und möchte Journalist werden. Als auch bei ihm, wie im ganzen Land auch, die Bienen verschwinden, ist Georg am Boden zerstört. Die Pflanzenbestäuberin Tao lebt zusammen mit ihrem Mann Kuan und dem dreijährigen Sohn Wei-Wen im Jahr 2098 in Sichuan, China. Per Hand wird hier jede einzelne Blüte mit einem Pinsel aus Hühnerfedern bestäubt. Pflanzenschutzmittel hatten die Bienen schon ab 1980 vertrieben. Tao¿s ganzes Glück ist der kleine Wei-Wen. Als der eines Tages nach einem Picknick ins Krankenhaus kommt und dann verschwindet, bricht für sie eine Welt zusammen. Durch die Bienen sind die Schicksale der drei Familien miteinander verbunden. Es ist erschreckend, wie nahe die Geschichten an unserer Realität dran sind. Zeitgleich werden die Geschichten der drei Familien erzählt, wobei es sehr hilfreich ist, dass die Autorin jedem Kapitel den Namen über den es handelt stellt. Auch am jeweiligen Seitenende steht dieser Vorname. So weiß ich immer gleich um wen es hier geht. Die Kapitel selbst haben eine angenehme Länge und lassen sich sehr gut lesen. Vor allem auch die bildhafte Schreibweise lassen in meinem Kopf gleich Bilder entstehen und ich bin schnell mittendrin in der Geschichte. Es baut sich auch eine leise Spannung auf, da ich unbedingt wissen will, wie die einzelnen Geschichten weiter gehen und wo die Bienen abgeblieben sind und welche Konsequenzen das für uns Menschen hat. Da sich diese Zusammenhänge erst ganz zum Schluss erklären, konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen. Durch die sehr gut dargestellten Emotionen der Protagonisten bin ich total von diesem Buch gefesselt. Besonders die Geschichte von Tao, die nicht aufgibt ihren kleinen Sohn zu finden, hat mich sehr berührt. Noch kennen wir eine Welt mit unseren Bienen. Aber wie wird es sein, wenn sie verschwinden? Das Buch hat mich mit einigen Fragen zum Nachdenken zurückgelassen. Ich habe schon lange kein so interessantes und zugleich informatives Buch gelesen. Meine absolute Leseempfehlung.
Ein Buch zum Weiterdenken
von Anonym - 03.04.2017
Mich nerven Bienen. Sie nerven mich, wenn ich mit einem Buch und einem Stück Kuchen auf dem Balkon sitze und plötzlich angeflogen kommen um mir mein Stück Kuchen zu verleiden indem sie mich wild herumfuchteln lassen um sie zu verscheuchen. Zu oft habe ich in der Vergangenheit Bekanntschaft mit ihrem Stachel gemacht, auch wenn ich meinte, dass ich sie nicht geärgert hätte. Ich stellte irgendwann Duftkerzen auf, von denen es hieß, deren Duft vertreibe sie. Allzu oft benutzte ich die Fliegenklatsche um den Plagegeistern den Garaus zu machen. An diesem Bewusstsein hat dieses Buch etwas verändert. Natürlich ist dem Menschen, der sich halbwegs bewusst durch unser Zeitalter bewegt klar, dass das Aussterben einer Tierart einen Dominoeffekt nach sich zieht, aber selten wird es einem so vor Augen geführt wie in diesem Buch. Die Autorin schildert eine Episode aus dem Leben Williams (England, 1852), Georges (Ohio 2007) und Taos (China 2098). Das verbindenden Glied, dieser in mehreren Jahrhunderten lebenden Personen sind die Bienen. William, ein Forscher, erfindet einen neuartigen Bienenstock, der den Bienen aber auch der Forschung das Leben erleichtern soll. George ist ein Imker, der alten Traditionen nachhängt und die moderne fabrikartige Bienenzucht verweigert, obwohl sie wirtschaftlich erträglicher ist. Tao erlebt die Folgen des Bienensterbens. In dem China jener Zeit werden Obstbäume nun von den Menschen bestäubt um dafür zu sorgen, dass das Notwendigste an Essen für die Menschen produziert werden kann. Die Leben dieser drei in verschiedenen Jahrhunderten lebenden Personen sind miteinander verbunden, dies stellt sich zum Ende der Geschichte heraus. Sehr geschickt lässt die Autorin den Leser bis dahin im Unklaren, welche Verbindung die einzelnen Geschichten (außer dass Bienen darin vorkommen) haben. Überhaupt gelingt es der Autorin den Leser am Ball zu halten. Die kurzen Kapitel erzeugen einen wahren Lesestrom, in den der Leser hineingezogen wird. Die Protagonisten erreichen den Leser. Man bedauert William, der als gescheiterter Forscher enden wird. Man leidet mit George, den das Bienensterben wirtschaftlich trifft und Tao (die Figur, die mir am nächsten ging) vermittelt dem Leser Verzweiflung aber zum Ende des Buches auch Hoffnung. Zwar werden hier keine wesentlich neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse vermittelt, allenfalls zum Ende des Buches bekommt der Lesen einen kurzen Exkurs in die Hintergründe des Bienensterbens, jedoch regte mich das Buch zum Weiterdenken an. Fortan keine Duftkerzen und keine Fliegenklatschen mehr!
Beeindruckende und großartig erzählte Geschichte
von Lesemone - 28.03.2017
Das Buch erzählt die Geschichte von drei Familien, die in unterschiedlichen Zeitepochen leben, aber bei allen dreht sich das Leben um das Thema Bienen. Zum einen geht es in England 1852 um den Biologen und Samenhändler William, der es nicht mehr schafft aus dem Bett zu kommen, weil sein Mentor sich von ihm abgewendet hat und er sich als Forscher gescheitert sieht. Doch seine Kinder geben nicht auf und eines Tages schaffen sie es, dass sein Forschergeist wieder lebendig wird und er kommt auf die Idee, einen völlig neuartigen Bienenstock zu konzipieren. Die zweite Geschichte dreht sich um den Imker George, der 2007 in Ohio lebt und sehr hart für seinen Traum als Imker arbeitet. Er will seinen Hof vergrößern, den einmal sein Sohn Tom übernehmen soll. Doch Tom will lieber Journalist werden. Und dann passiert, was im ganzen Land schon zu hören ist, die Bienen verschwinden. Die dritte Geschichte handelt von Tao, die 2098 in China lebt und per Hand Bäume bestäubt, denn es gibt schon längst keine Bienen mehr. Sie wünscht sich für ihren Sohn Wei-Wen ein besseres Leben. Doch dann verunglückt Wei-Wen und dieser mysteriöse Unfall stellt ihr ganzes Leben auf den Kopf. Was ist mit ihrem Kind passiert und warum sagt ihr niemand etwas? Das Buch ist chronologisch aufgebaut, die Geschichten werden aber nicht nacheinander erzählt, sondern kapitelweise zeitgleich. Gut fand ich von der Autorin, dass sie die Kapitel immer mit dem Namen gekennzeichnet hat, sogar innerhalb der Kapitel steht unten am Seitenende immer der jeweilige Name, um wen es gerade geht. So kommt man nicht durcheinander, wobei die Kapitel auch nicht so arg groß gehalten sind. Während dem lesen kam bei mir öfter mal der Gedanke auf, wie die Geschichten zusammenpassen, weil sie immer so nebeneinander herliefen und anscheinend nichts miteinander zu tun hatten. Daher las ich voller Ungeduld immer weiter, denn die Autorin hat es geschafft, erst ganz am Schluss die Zusammenhänge zu liefern und so blieb mein Interesse und die Spannung auch bis zum Schluss erhalten. Das Buch ist auch nicht spannend, wie wenn man einen Krimi liest, sondern spannend in der Hinsicht, dass man wissen will, warum die Bienen verschwunden sind und welche Auswirkungen das auf die Menschheit hat. Die Ausführungen von Tao fand ich am besten, denn sie stellt die Zusammenhänge der damaligen Zeit bis zum Jahr 2098 dar. Von ihr erfährt man, wie es zu dem Kollaps kam. Aber auch bei den anderen beiden Protagonisten merkte man die Verzweiflung und die Hoffnung, dass man es schafft, dass alles sich zum Guten wenden wird. Aber auch die Trauer und die Frustration, als Rückschläge kamen. Überhaupt hat die Autorin sehr toll die Emotionen der Protagonisten herausgestellt und sie dadurch sehr lebendig werden lassen. Am Ende stellt sich die Frage, was können wir jetzt und heute verändern? Wie können wir dazu beitragen, dass solch ein Szenario nicht passiert? Durch die ganzen Giftstoffe und Insektenvernichtungsmittel, die überall gespritzt werden, ist dieses Buch nicht weit weg von der Realität. Mich hat dieses Buch darin bestätigt, auch weiterhin in meinem Garten Blumenwiesen anzubauen, damit die Bienen und anderen Insekten unterschiedlichen Nektar finden und keine Monokulturen entstehen. Wenn alle Gärten durch Kies und Steine zugeschüttet werden, nur damit der Garten pflegeleicht wirkt, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass Insekten aussterben. Ein sehr unscheinbares Buch, das aber sehr inhaltsreich ist und mich nachdenklich zurücklässt! Für mich jetzt schon ein Lesehighlight in diesem Jahr!
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