Manchmal braucht ein Spieleabend keine riesige Anleitung, keine hundert Marker und keinen Tisch, der aussieht wie die Steuererklärung eines Drachen. Manchmal reicht ein geheimer Begriff, ein Imposter am Tisch und sechs Familienmitglieder, die plötzlich alle so tun, als wären sie völlig unschuldig. Spoiler: Waren sie natürlich nicht.
Wir haben Imposter zu sechst als Familie gespielt und waren richtig begeistert. Schon nach der ersten Runde war klar, dass hier keiner mehr normal guckt. Jeder Hinweis wurde seziert, jede kleine Pause verdächtigt und sobald jemand auch nur minimal zu clever klingen wollte, gingen innerlich sofort die Alarmglocken los. Herrlich.
Das Spielprinzip ist schnell verstanden, aber genau darin liegt der Reiz. Alle versuchen Hinweise zu geben, ohne zu viel zu verraten. Der Imposter versucht mitzuschwimmen, als hätte er voll den Durchblick. Und genau da wird es witzig. Diese Momente, wenn jemand einen Hinweis rausdrückt, der entweder genial oder komplett daneben ist, sind pures Spieleabend Gold.
Besonders gut gefallen haben uns die Sonderrollen. Saboteur, Altersschwacher und Co. bringen nochmal Würze rein und sorgen dafür, dass es nicht einfach nur bei einem netten Rateklassiker bleibt. Da wird geblufft, gezweifelt, gelacht und manchmal auch völlig zu Unrecht beschuldigt. Was soll ich sagen, Familie eben.
Für mich ist Imposter ein richtig starkes Partyspiel für Runden, die Spaß an Täuschung, Beobachtung und ein bisschen Chaos haben. Locker, schnell, gemein genug und trotzdem absolut familientauglich. Ein Spiel, bei dem man nach einer Runde nicht aufhört, sondern direkt sagt: Noch eine. Und genau das ist für mich immer das beste Zeichen.