Weniger wäre mehr gewesen.
Petra Hammesfahr schreibt Bücher, die sich gut lesen. So ist es auch mit diesem hier. Ich war sofort gefesselt. Zuerst eine Szene aus der Sicht des "Frauenjägers", die übrigens die einzige dieser Art bleibt. Danach wechselt die Handlung zwischen zwei Strängen, und zwar vor und nach der Entführung von Marlene, der Hauptfigur.Die Kapitel vorher zeigen ihr Leben mit allem Drumherum. Es gibt eine Menge Personen, die ich mir nicht gleich alle merken konnte. Es sind zusammen mit Marlene vier Freundinnen, die sich schon von früher her kennen, und dann ihre vier Männer, die auch früher schon untereinander befreundet waren. So haben sich daraus vier Ehepaare gebildet. Das fand ich etwas zu konstruiert, aber es hat nicht wirklich gestört.Es sind jedenfalls ganz schön viele Namen. Dann kamen noch die Namen der Kinder hinzu. Aber es ist zum Verständnis nicht unbedingt erforderlich, sich gleich alle zu merken. Es treten nach und nach ohnehin einzelne Personen in der Geschichte auf, so dass sie sich dann besser einprägen lassen.Die Kapitel nach der Entführung zeigen Marlenes Bemühungen, sich in der bedrohlichen Situation zurechtzufinden und dieser zu entkommen.Die Wechsel zwischen den beiden Handlungsebenen sind immer mit Cliffhangern abgeschlossen. So war ich zunächst immer wieder gespannt.Aber ungefähr ab der Hälfte des Buches war ich ein wenig genervt, weil es meinem Empfinden nach alles zu langsam voranging. Die Szenen in der finsteren Gefangenschaft wirkten immer mehr wie ein Escape-Room. Die Szenen von davor im echten Leben hatten zwar ein paar Twists, aber die waren eher lasch.Zum Ende hin plänkelte es mir zu viel hin und her. Ich hatte auch irgendwann keine Lust mehr, mutzumaßen, wer der Täter sein könnte. Ich wollte nur noch ein Ende haben.Das kam dann auch und brachte zum Glück die Auflösung.Fazit: Eine prima Idee, aber das Buch hätte meiner Meinung nach durch etliches Weglassen gestrafft und verbessert werden können. Insgesamt wurde ich ganz gut unterhalten.