Anders als normaler Horror und doch fesselnd
Jedes Jahr am 1. Mai machen sich 100 ausgewählte Jungen zum "Großen Marsch" auf - nur einer wird überleben. Denn wer unter 4 Meilen die Stunde läuft, wird alle 30 Sekunden verwarnt. Nach der 3. Warnung bekommt derjenige die "rote Karte". Um nicht mehr und auch nicht weniger geht es in diesem Buch.Der Leser begleitet Garraty, die Hauptfigur, auf seinem Marsch durch Maine und darüber hinaus. Er ist quasi "Norman Normal" wie einer der Läufer einmal beschrieben wird und warum er am Lauf teilnimmt, bekommt man nicht heraus. Das ist auch das einzige Manko für mich, dass so ein paar Hintergrundinformationen zu diesem Marsch fehlen, aber scheinbar scheint es eine riesige Sache zu sein 100 Jungen beim Laufen zuzusehen. Aber was andere Stört, eben die fehlenden Hintergrundinfos, sind für mich gar nicht relevant - denn irgendwie wird der Leser auch zu einem der Läufer und sind die Gespräche anfangs noch voll Komik und recht oberflächlich, werden sie gegen Ende tiefgründiger und verrückter. Man schließt Freundschaften und hegt Abneigungen - wie im echten Leben und man fiebert mit den Läufern mit. King schreibt als Bachmann sehr bildlich und lässt in die Abgründe der menschlichen Seele blicken. Für mich ist das eine andere Art von Horror, die sich aber auch gut lesen ließ. Für mich gehört der Todesmarsch durchaus zu den Büchern, die man mal gelesen haben sollte (ich bereits zum 3. Mal) und ich bin jedes Mal wieder gefesselt, auch wenn die Story sehr geradlinig ist und selten nach rechts und links blickt - man konzentriert sich auf die Straße.