Aufgeblähte Geschichte voller Slapsticks, doch in ihrer Häufung sich abnutzend ...
Zum Beispiel indem man diese in möglichst viele Kapitel (86, wenn ich richtig gezählt habe) unterteilt, sowie Anfang und Ende dieser Kapitel mit möglichst viel Freiraum umgibt. Was für Zeitschriften, mehr noch für Zeitungen als besonders gelungenes Gestaltungsmerkmal gilt (auch als "großzügiger Umgang mit Weißraum" bezeichnet; die Wochenzeitung DIE ZEIT bekommt hierfür regelmäßig Preise), erzeugt bei einem Buch eher einen gegenteiligen Effekt, nämlich den des Seitenschindens. Obwohl der aus dem "ersten Band" (vermutlich werden weitere folgen, den der nunmehr 101-Jährige erfreut sich nach wie vor bester Gesundheit) bekannte Wortwitz ungebrochen ist, und auch die an Slapsticks orientierten Erlebnisse nach wie vor die gewünschten Lachfalten hervorrufen, erzeugt dieses Vorgehen eine gewisse Missstimmung. Den insgesamt sind die hier geschilderten "Abenteuer" eher etwas flach geraten. Auch sind die aus dem Vorwerk bekannten tiefgründigen Rückblicke in politisch/historische Ereignisse eher Mangelware. Hier ist also wieder einmal das bekannte Phänomen zu beobachten, dass ein äußerst erfolgreiches Buch einen neuen Aufguss bekommen hat (im übertragenen Sinne ein "Remake"), um im Sog des Vorläuferbuches noch einmal das große Geld zu verdienen, obwohl im ersten Band das "Außergewöhnliche" seinen Platz bekommen hat und weitere Ergänzungen nur den faden Nachgeschmack produzieren, den ein Aufguss meist hervorruft. Die Erwartungshaltung beim Kauf dieses Buches war jedenfalls eine andere. Denn wer möchte schon gerne auf dem Hintergrund des ersten Bandes (im Hinterkopf immer noch die Lachsalven aus eben jenem Band) beispielsweise seitenlang über "Hexengedöns", arttypische Abläufe an Wasserstellen (beides in Afrika) oder "Quaksalberei" lesen? Dass unsere Bundeskanzlerin in diesem Band eine tragende Rolle spielt, ist offensichtlich eine "Hommage" an die treuen deutschen Leser, auch wenn Angela Merkel gelegentlich etwas despektierlich beschrieben wird, wie das folgende Beispiel zeigt: "Putin lächelte. ¿Ja wirklich? Heißt das, dass Angela Merkel gar nicht so sicher auf ihrem breiten Hintern sitzt, wie sie meint?'"Kurz: Leser kurzweiliger Geschichten werden dieses Buch (allein schon des Wortwitzes wegen) mögen, Leser des ersten Bandes werden möglicherweise enttäuscht sein.(20.11.2018)