Mac P. Lorne - ein Pferdezüchter aus Bayern mit krudem Schreibstil und fragwürdigen Ansichten. Ihn Autor zu nennen wär Overrating.
Mac P. Lorne ist der schlechteste Autor, von dem ich je etwas gelesen habe - mitgroßem Abstand!Ich schreibe diese Rezension zum Buch "Die Pranken des Löwen", obwohl sie eigentlich die gesamte Robin-Hood-Saga von Lorne umfasst -zumindest das, was ich von dieser zu lesen auszuhalten bereit war (Band 1 bis 3).Die Robin-Hood-Saga von Mac P. Lorne erfährt im Internet interessanterweise eine mehrheitlich positive Resonanz. Daher ist kaum vermutbar, dass diese Leute dieselben Bücher gelesen haben, die ich mir antun musste - oder es gibt eben eine Anzahl von geschmacklosen Menschen mit vereinfachtem, reaktionärem Weltbild unter den Leuten hierzulande (Spoiler: Letzteres. Aktuelle Wahlumfragen und -ergebnisse bestätigen es.)Mac P. Lorne - bürgerlich Matthias Lisse - ist ein ehemals ostdeutscher Emigrant (1988), der sich in Bayern eine Pferdezucht aufgebaut hat und Bücher über Veterinärmedizin verfasste (Bleibt zu hoffen, dass die besser sind als seine Romane - die armen Pferde wären sonst zu bemitleiden!), bevor er sich als Romancier versuchte. Und ich sage hier bewusst "versuchte". Denn Können ist etwas Anderes. Matthias Lisse/Mac P. Lorne scheint großer Fan alter Technicolour-Mittelalterfilme der 1950er Jahre zu sein - das jedenfalls spiegeln seine Inhalte und auch seine zur Schau getragene, sehr gestrige Denkweise wieder. Lorne besticht in seinem (Nicht)Einfallsreichtum mit der absolut grandiosen Idee, eine der durch Filme und Billigromänchen toterzähltesten Figuren der Literaturheschichte zum Protagonisten seiner Stoffe zu machen - Robin Hood, den er dann mehr oder weniger auch noch wie eine reale historische Figur (die Existenz Robin Hoods ist absolut umstritten) an den Ränken seiner Zeit teilnehmen lässt und ihn später sogar zum Vertrauten König Richard Löwenherz' werden lässt. ... Kann man machen. Man kann natürlich im Historiengenre - und wenn man mit einer Figur arbeitet, deren Existenz mindestens strittig ist - kontrafaktische Eigeninterpretationen herein bringen. Man KANN auch, wie Lorne, einfach sämtliche alte Filme und Kinderbücher zur Hand nehmen und daraus und ein paar Geschichtsfakten eine ganze Romanreihe zusammen tackern - sollte man aber eher nicht, wenn man originell sein will, und würde man nicht, wenn man Phantasie hätte.Aber über Phantasie, kontrafaktische Geschichte oder Ähnliches zu diskutieren ist bei Lorne sowieso sinnlos - beziehungsweise deutlich zu hoch gegriffen im Niveau.Denn was Lorne schreibt, ist, wofür ein durchschnittlicher Realschüler eine 4 im Deutschunterricht erhielte. Schund! Gleich zum Auftakt des zweiten Bandes begibt er sich dann in die Perspektive eines aufgeschreckten Pferdes und der klebrige Stil stürzt endgültig in dümmsten Kitsch ab - was dann nur noch davon getoppt wird, dass Lorne in diesem zweiten Band, der vom Dritten Kreuzzug handelt, in der Mitte extrem massiven Islamhass auslebt und dann im Nachwort es schafft, zunächst den Invasoren Richard Löwenherz als "den Guten" und Saladin als "den Bösen" darzustellen (schon eine wirre Leistung, nach heutigem Menschenrechtsverständnis die Kreuzzüge - religiös aufgeladenen Kolonialismus + in Teilen Völkermord - komplett zu rechtfertigen), und dann auch noch homophob zu werden: Man sage Richard Löwenherz heutzutage ja nach, er sei vielleicht homosexuell - aber das sei eigentlich nur dem woken Zeitgeist geschuldet. Zitat: "Mittlerweile behauptet man das sogar schon von Robin Hood!" (Da steht mir ein Fragezeichen im Kopf: Wer sagt, Robin Hood sei homosexuell gewesen? ¿ Niemand. Ist doch auch völlig irrelevant, zumal "Robin Hood" mit Sicherheit nicht als Einzelperson und mit hoher Wahrscheinlichkeit überhaupt nie existierte!) Okaaay - klingt nach dem Tenor von Neuen Rechten und MAGA, was der Herr "Lorne" da produziert.Im dritten Band hat sich Herr "Lorne" dann entschieden, den Roman mit einer völlig sinnfreien, mit dem Rest des Buches in keinerlei Zusammenhang stehenden Vergewaltigung eines 12jährigen Mädchens durch König John zu eröffnen - geschildert wird dies im Stil eines Gewaltpornos. Da war bei mir dann auch die Grenze mit dieser Saga erreicht - CP-Inhalte über Sex mit Kindern tue ich mir nicht an, auch nicht in literarischer Form (und da der literarische Mehrwert der Romanreihe nicht besteht, gab es auch keinerlei andere Anreize, mich nochmal rein zu quälen in diesen Schund).Solide null Sterne für eine unangenehme Romanreihe eines fragwürdigen Autors. Ich werde mehr von ihm lesen - sei es nur, um ihn hier zu zerlegen ... ¿