Nur ist eine starke junge Frau im damaligen Konstantinopel (heute Istanbul). Durch den ersten Weltkrieg in einer Gesellschaft von Frauen zurückgelassen und um ihren herrschaftlichen Wohnsitz beraubt, kümmert sie sich um einen kleinen Jungen, der als Waise zurückblieb. Als dieser schwer erkrankt, sieht sie keinen anderen Weg, als ihn zum Krankenhaus der englischen Besatzer zu bringen, ausgerechnet in ihr enteignetes Elternhaus. Auch wenn der Hass gegen die Besatzer, ihre ärgsten Feinde, tief sitzt, so beginnt sie Sympathien für den Arzt George zu entwickeln, da dieser sich trotz Verbot um den Jungen kümmert. Derweil ist Nurs Bruder in Kriegsgefangenschaft und wird zu grausamen Taten gezwungen, die aus ihm einen anderen, sehr gefährlichen Menschen machen."Die leuchtenden Tage am Bosporus" - dieser Titel klingt romantischer, als das Thema des Buches es eigentlich zulassen würde. Wir werden zurückversetzt in eine Zeit, in der die Grausamkeit regierte, über verängstigte und schwache Menschen, ganze Länder und Städte, Arme wie Reiche. Doch wie in jedem Krieg gibt es sie Gott sei Dank immer und immer wieder: Diese besonderen Menschen, die sich Regeln widersetzen, um zur Menschlichkeit zurückzufinden. Diese Menschen, die keine Staatszugehörigkeit schert, für die es kein ultimatives Feindbild gibt und die einfach ihrem Herzen und Moralgefühl folgen. Und so wird aus auferlegtem Hass eine lebenslange Freundschaft, deren Zeuge wir in diesem Buch werden dürfen.