Caja ist in einer Sackgasse gestrandet und weiß nicht mehr, wie sie ihrem Leben wieder mehr Pep verpassen soll. Normalerweise schwingt sie den Pinsel als Künstlerin, aber der ruht schon länger unbeachtet an seinem Platz, stattdessen schwingt sie Buntstifte und Fasermaler als Illustratorin. Erfüllend ist das nicht. Genauso wenig wie ihre Beziehung mit Ben, die auch nur noch vor sich hindümpelt und eher am seidenen Faden hängt, anstatt ihr ein sicherer Halt und Rückzugsort zu sein. Doch hält die Aufregung Einzug in Cajas Leben, denn sie findet das Smartphone einer Fremden und nach ein bisschen hin und her überlegen knackt sie den Code, taucht ein in das Leben der anderen und nimmt ihr eigenes selbst in die Hand....Franziska Fischer gibt am Ende ihres Romans freimütig zu, dass sie während des Schreibens eine Flaute gehabt hat und sie der Meinung gewesen ist, dass sie bereits alles erzählt hat, was es zu erzählen gibt. Und genau diesen Leerlauf spürt der Leser hier im Roman, denn so richtig will hier keine Idee der Autorin zünden.Mal ganz abgesehen davon, ob man soweit gehen kann/darf/soll und in einem Handy eines Fremden herumzuschnüffeln (das käme mir nie in den Sinn) , kostet einem Caja wirklich viel an Nerven, weil sie einfach nur antriebslos und träge ist. Sie hat es sich aber auch gar zu bequem in ihrer Schublade für Loser eingerichtet und ihre Missstimmung und das ständige Suhlen in Selbstmitleid sorgen dafür, dass meine Antipathie mit einer großen Gießkanne über ihr ausgeschüttet wird. Kaum zu glauben, dass diese Frau erwachsen sein und auf eigenen Füßen stehen soll. Ich frage mich die ganze Zeit, wie sie ihr Leben bis dahin gemeistert hat, ohne an ihren dunklen Gedanken zu ersticken.Der Roadtrip ans Meer und die damit verbundene Erkenntnisse sind zwar ganz nett erzählt, aber der zündende Funke will einfach nicht überspringen. Ich lese die Seiten einfach so runter, ohne wirklichen Bezug zum Roman und seinen Figuren herzustellen und am Ende bin ich einfach nur froh, dass ich den letzten Buchstaben gelesen habe und das ganze Dilemma beendet ist.Ein paar hübsche Bilder vom Meer können das Buch nicht retten und so kann ich dem Selbstfindungstrip leider nur 1,5 Sternchen verpassen.