So ein tolles Buch wird verschwendet!
Aus irgendeinem Grund ist Barbara krank und kommt nicht mehr aus dem Bett. Das ist etwas, das Herr Schmidt verwirrt, weil doch Barbara den Kaffee macht, das Frühstück zubereitet und er nach dem Aufstehen einen vorbereiteten Küchentisch vorfindet. Jetzt soll er zum ersten Mal in seinem Leben Kaffee machen? Und auch noch Frühstück? Und das Abendessen. Hallo?Und was soll ich da sagen? Es war so köstlich, Herrn Schmidt dabei zu verfolgen, wie er verzweifelt versucht, zu kochen und gleichzeitig seine Frau zum Essen zu bringen. Außerdem muss er nun den Computer benutzen und sucht im Netz verzweifelt nach Rezepten. Und erst die dicke Verkäuferin mit den blauen Haaren! Herr Schmidt hat noch nie jemanden um Rat gefragt, und doch kommt er aus seiner Komfortzone heraus und will von der Verkäuferin wissen, wie man einen einfachen Kaffee zubereitet.Alles, was für Herr Schmidt selbstverständlich war, ist es nicht mehr, und Kochen wird nicht einfach zu einer Leidenschaft, sondern zu einer aufgezwungenen Notwendigkeit, die ihn überstrapaziert und er doch keine andere Wahl hat. Alles, damit Barbara wieder isst und aufsteht und wieder gesund wird.Am Anfang war es ein Highlight, dieses Buch zu lesen, und ich war auf die Auflösung gespannt, vielleicht nicht auf die Genesung von Barbara, aber immerhin dachte ich, das Buch würde sich zu einem Finale hinarbeitet, der eine emotionale Bombe verspricht. Und siehe da: Die Autorin vera****t uns.Anders kann ich es nicht erklären. Aus dem Nichts taucht ein behinderter Sohn auf, der vorher überhaupt nicht erwähnt wurde. Die Autorin wirft ihn einfach zwischen die Seiten und wünscht uns Glück. Ich war schon darüber verärgert, aber dann habe ich gedacht, was soll's! Bis hierhin war das Buch wunderbar und so eine Unart werde ich der Autorin nicht nachtragen.Auf dem Kindle sehe ich, dass das Buch langsam dem Ende neigt, 30 Seiten stehen da, und ich gespannt, was am Ende passieren wird, wie die Familie auf Arthur reagieren wird, ob überhaupt die Geschwister ihn kennen, wie Barbara darauf reagieren wird, was mit Heike passiert, ob der Penner in der Unterführung eine größere Rolle bekommt, ob die Schwester eine Lesbe ist und Herr Schmidt das wirklich weiß, was nun mit der dicken Bäckerin passiert, ob es zwischen ihm und Lydia was wird, ob der Fernsehkoch noch einen Auftritt bekommt, ob dies, das oder jenes!Knapp 30 Seiten und es gibt so viele offene Fragen, die dringend beantwortet werden müssen. Aber da endet das Buch. Einfach so. WTF? Wie kann das sein? Das Buch endet und die 30 Seiten danach sind nur eine Leseprobe für das nächste Buch! Alter, Kacke!! Einfach nur Kacke!Ich soll alles selbst interpretieren? Wie soll ich das machen? Das sind so viele Fragen offen, eindeutig zu viele Fragen, und das Buch ist vorbei und ich sitze davor und verstehe nicht, wie die Autorin das nur machen konnte. Das ist so Kacke von ihr.Wäre das Buch bis dahin schlecht gewesen, hätte ich mich nicht derart getroffen gefühlt. Es hat wirklich Spaß gemacht und knapp vor dem Ende wurde das Buch auch richtig spannend. Aber dann endet es so, als hätte die Autorin das Manuskript zerteilt und das richtige Ende einfach geschreddert, damit der Leser eine eigene Interpretation davon machen kann. Das kann ich nicht! Es sind viel zu viele Fragen offen und ich schwör, ich ärgere mich darüber immer noch!Was für eine Verschwendung!