Ein Buch, das zwischenzeitlich an Spannung gewinnt, am Ende aber doch enttäuscht
Der Anfang gestaltet sich wirklich unfassbar schleppend. Amanda und Clay sind unerträglich, komplett unsympathisch und man fragt sich lange, in welche Richtung sich diese Geschichte entwickeln soll, was das Buch einem sagen will. Mit dem Auftauchen von G.H. und Ruth hab ich kurz geglaubt, die ersehnte Wendung würde eintreten, aber da habe ich mich zu früh gefreut, es ging zunächst genauso schleppend weiter.Nachdem man sich an den offenen, ständig zwischen den Figuren springenden Schreibstil gewöhnt hat und die Geschichte weiter ihren Lauf nimmt, gab es zwischenzeitlich einige Stellen, die sich doch interessant lasen und es kam etwas Spannung auf. Die Grundidee des Buchs gefällt mir an sich auch. Dystopisch und zeitgemäß. Wie aufgeschmissen würden wir selbst uns fühlen, wenn das Internet ausfällt, wir keinen Kontakt mehr nach außen aufnehmen können, völlig abgeschieden von der Zivilisation, ohne Informationen. Eine Frage, die sich einige vielleicht bereits gestellt haben, wenn man auf das aktuelle Weltgeschehen blickt. Eine stille Angst von vielen. Das hat das Ganze ziemlich erdrückend, schaurig und unheimlich gemacht. Zwischenzeitlich hat man beim Lesen Eindrücke aus der Außenwelt bekommen, die unseren Figuren verborgen blieben und man bekam ein paar Antworten, die gleichzeitig noch mehr Fragen aufgeworfen haben, von denen man dachte, man wird sie bis zum Schluss noch offenbart bekommen. Doch das ist nicht der Fall. Während ich auf der einen Seite verstehe, dass das genau der Sinn dieses Buchs ist, dass es gewollt mit offenen Fragen spielt, auf der Ungewissheit aufbaut, so fühlt man sich doch unbefriedigt, wenn man das letzte Kapitel beendet. Es fühlt sich einfach unvollständig an und am Ende stellt sich mir wieder die Frage vom Anfang: Was will mir das Buch sagen? Auch wenn ich im Verlauf der Geschichte eine vage Antwort darauf finden konnte, so bleibt es in der Umsetzung doch deutlich hinter meinen Erwartungen zurück.