Deans Vergangenheit wird aufgedeckt. Nachahmungstäter, interessante neue Figur und nach schwachen Anfang, spannendes Ende.
Cassie nimmt mit weiteren 4 Jugendlichen an einer Eliteausbildung des FBIs teil. Sie kann Menschen ihr Wesen regelrecht am Gesicht ansehen, die perfekte Profilerin. Michael kann Emotionen lesen. Lia Lügen aufdecken. Sloan kennt sich mit Zahlen und Statistiken jeder Art aus. Und Dean ist wie sie. In diesem Buch geht es um seine Vergangenheit, denn ein Nachahmungstäter tötet wie sein Vater. Durch den Serienmörder Daniel Redding ist Dean zu einem Profiler geworden, da er besten weiß wie ein Mörder tickt, denn lange Zeit musste er mit ihm zusammenleben. Da ich mich nun nach dem ersten Band an die Ich-Perspektive gewöhnt habe, ist es mir im zweiten Band nun wesentlich leichter gefallen, diese zu lesen. Dennoch hätte ich es nicht schlecht gefunden, wenn die Sichten geändert hätten. Man hat ja hier noch eine Du-Perspektive, die den Täter darstellt. Das kommt daher, wenn Cassie sich in den Täter versetzt, sie ihn mit Du anredet. Es ist, wie ich schon in meiner ersten Rezi gelesen habe, ungewöhnlich, aber es passt auch zu der Reihe und jetzt im zweiten Band hat es mir noch besser gefallen.Mich hat allerdings erneut dieses Liebesdreieck gestört. Es ist einfach so unnötig, weil meine Meinung immer noch die Gleiche ist: Es hätte vollkommen gereicht, wenn sich eine tiefe Freundschaft zwischen den Figuren entwickelt hätteAuch fand ich es am Anfang etwas langatmig, da die Agenten die Devise fahren, dass sie ihre Naturtalente nicht an aktiven Fällen mitwirken lassen wollen, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Es ist eigentlich eine dumme Regel, wenn sie Jugendlichen im Hintergrund agieren lassen würden. Zudem brechen sie dauern ihre eigenen Regeln, um dann die Jugendlichen mit ins Gefängnis zu nehmen, um Deans Vater zu befragen.Allgemein wurden hier Risiken eingegangen, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Diese waren wichtig für die Handlung, damit diese sich in die Richtung entwickelt, aber für den logischen Menschenverstand habe ich es nicht wirklich verstehen können, besonders, wenn dann wieder Seitenweise darüber gesprochen wurde, wie gefährlich dies ist. Interessant fand ich die neue Figur, die eingeführt wurde. Agentin Veronica Mullins empfand ich direkt am Anfang als interessante Figur, wobei ich mir noch nicht sicher war, ob ich sie sympathisch finden werde. Aber das ist für mich nicht unbedingt ausschlaggebend, ob ich eine Figur spannend empfinde. Je mehr man über Mullins gelesen hatte, umso tiefgründiger wurde. Sie hat jetzt nach diesem Band für mich eine tiefgründige Geschichte als Sloan und Michael. Diese beiden Figuren bleiben für mich noch immer recht flach, obwohl ich Sloan zum Beispiel ziemlich spannend finde. Da sie mit zwischenmenschlichen Beziehungen nicht ganz so klarkommt, da sie ja einen mathematischen und analytischen Sinn hat, agiert sie anders als die anderen Figuren. Das macht sie spannend für mich.Michael hingegen empfinde ich für schwierig. Lia soll ja eigentlich die unsympathische Figur sein, da sie mit Cassie nicht die beste Beziehung hat (wahrscheinlich nervt es sie einfach, dass diese als "Neue" immer so im Mittelpunkt steht und die beiden Jungs um sie buhlen). Aber Lia hat für mich auch etwas sehr Spannendes an sich. Da sie Lügen so gut aufdecken kann und dabei selbst eine perfekte Lügnerin ist, weiß man nicht immer 100% woran man bei ihr ist. Zudem scheint sie eine spannende Vergangenheit zu haben, wo ich hoffe, dass da noch näher drauf eingegangen wird.Michael ist für mich eher nervig. Der tut so, als wäre er der Beste und Cassie könnte sich ja nur für ihn entscheiden. Dann ist er wieder gönnerhaft, wenn er mal was für Dean macht, obwohl er doch sein Konkurrent ist. Dabei mag er Dean eigentlich auch. Seine besondere Fähigkeit, dass er Emotionen lesen kann, finde ich auch irgendwie nervig und auch nicht ganz so nachvollziehbar. Er liest ja nicht nur grob die Emotionen, sondern detailgenau und irgendwie fehlt mir da die Vorstellungskraft, wie das in dieser Genauigkeit funktionieren soll. Aber ich mag ihn auch einfach nicht. Das war so ein Bauchgefühl, schon nach seinem ersten Auftritt.Dean ist eine verschlossene Figur, an die man schlecht herankommt und damit etwas Mysteriöses/Düsteres verströmt. Das ist begründet in seiner Vergangenheit und ich bin ehrlich, das sind einfach Figuren, die mir zusagen. Ich mag nicht die fröhlich, laut lachenden, sondern die ruhigen, die aber mehr versprechen, als sie preisgeben.Ja und Cassie ist eben die Protagonistin. Man liest aus ihrer Sicht und muss sich mit ihr arrangieren. Meistens find ich es in Ordnung, obwohl ich andere Figuren spannender finde. Ihr hin und her mit Dean und Michael ging mir auf den Keks. Ich hoffe, dass das jetzt etwas geklärt ist, aber ich befürchte, dass dem nicht so ist. Das Ende war sehr spannend, wenn ich es auch erneut drüber fand. Es war nicht so wie im ersten Band, dass es mich komplett überrascht hat, aber ähnlich überdramatisch. Noch immer kann ich nicht sagen, ob das etwas Positives oder Negatives ist. Ich mochte die Spannung am Ende, aber wie diese zustande kam, die Situation an sich, hat mir die Augen verdrehen lassen. Fazit:Auch dieser Band hat mir gut gefallen und sogar noch ein Ticken besser. Die Gespräche mit Deans Vater und die Analysen haben mir sehr gut gefallen und waren interessant. Mir haben die Figuren besser gefallen und den Band fand ich insgesamt etwas tiefgründiger als den ersten, was ich ja besonders an diesem bemängelt habt. Vier Sterne.