Ein interessanter Einblick in das samische Rendrifterleben und ein zutiefst tragischer Fall.
Ravna, die samische Polizeischülerin, hat Sonderurlaub. Es ist Mittsommer und hoch oben in den Nachtbergen, in ihrer Heimat, ist Kälbermarkieren angesagt. Dazu kommen sämtliche Rentierzüchterclans zusammen, auch um sich gegenseitig zu unterstützen. Doch das Leben als Rentierzüchter ist hart und es gibt Streitereien zwischen den Familien. Ravna sitzt als zukünftige Polizistin zwischen allen Stühlen. Und dann findet sie bei einem Absturz in einer Höhle eine Tote. Es handelt sich um Linneá, eine junge norwegische Frau, die vor zehn Jahren verschwunden ist und an sie sie sich noch gut erinnert, denn sie hat sie als Kind auf der Sommerweide getroffen. Befindet sich unter den Rendriftern ein Mörder? Wieder ist es Rune Thor, mit dem Ravna zusammenarbeiten muss ...Auch im zweiten Fall gelingt es der Autorin wieder, tief in das harte Leben der Samen einzuführen. Sie schafft dabei einen guten Spagat zwischen dem Alltag auf der Hochweide, dem Stress, den Umweltbedingungen und der Geschichte zu finden und einen interessanten Fall zu kreieren, bei dem man bis zum Schluss nicht sicher ist, wie er ausgehen wird. Was mir auch gut gefällt, ist ihre Sprache. Nicht zu leicht, nicht zu plump, sehr intensiv in den Beschreibungen. Ravna ist für mich kein absolutes Highlight, aber die Geschichte ist wie eine warme Decke, in die man sich gern einkuschelt, ein bisschen wie nach Hause kommen.