Witzige Idee, viel düsterer Humor
Nach der Trennung von ihrem Mann steht Hannah plötzlich ohne Haus, ohne Geld und ohne Job da. Als sie schließlich bei der Zeitung Stranger Times anfängt, landet sie in einer Redaktion voller skurriler Gestalten, die über die seltsamsten Ereignisse berichten. Doch je länger Hannah dort arbeitet, desto mehr muss sie sich fragen, ob an den verrückten Geschichten nicht doch etwas dran ist.Stranger Times lebt vor allem von seinem typisch britischen, oft schwarzen Humor und seinen liebenswert-schrägen Figuren. Besonders Hannah war mir sofort sympathisch, während der cholerische Chefredakteur Banecroft anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Die Dynamik innerhalb der Redaktion macht aber viel Spaß und wirkt mit der Zeit fast wie eine kleine, etwas dysfunktionale Familie.Die kurzen Kapitel und die immer wieder eingestreuten Zeitungsartikel sorgen für Tempo und viele Lacher. Außerdem lernt man die verschiedenen Figuren gut kennen, da die Handlung immer wieder die Perspektive wechselt. Die Mischung aus Urban Fantasy und Krimi hat mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn die Geschichte für meinen Geschmack später etwas stärker in Richtung Krimi abdriftet, als ich erwartet hatte.Letztlich hat für mich aber nicht alles perfekt funktioniert. Manche Szenen und Figuren waren etwas überzogen und das Finale wirkte stellenweise hektisch und leicht verwirrend. Trotzdem hatte ich viel Spaß mit diesem verrückten Haufen und dem lockeren Schreibstil. Wer britischen Humor, schräge Charaktere und eine Mischung aus Fantasy und Krimi mag, dürfte hier gut unterhalten werden.