Neue Menschen auf alter Erde ist Felix Saltens eindringlicher Bericht einer Reise nach Palästina, in dem Beobachtung, kulturgeschichtliche Reflexion und erzählerische Verdichtung ineinandergreifen. Das Buch betrachtet ein Land, dessen biblische und imperiale Vergangenheit überall gegenwärtig ist, und zugleich jene jüdischen Siedler, Arbeiter und Idealisten, die dort eine moderne Zukunft zu errichten suchen. Saltens Stil verbindet journalistische Genauigkeit mit literarischer Anschaulichkeit; im Kontext der deutschsprachigen Reiseliteratur und der zionistischen Debatten der Zwischenkriegszeit gewinnt der Text seine besondere Spannung. Felix Salten, 1869 in Pest geboren und in Wien zu einem prägenden Feuilletonisten, Erzähler und Theaterkritiker geworden, bewegte sich zwischen jüdischer Herkunft, österreichischer Moderne und europäischer Öffentlichkeit. Seine Bekanntheit als Autor von Bambi verdeckt oft die Breite seines Werks. Die Erfahrung kultureller Zugehörigkeit und Ausgrenzung, sein Interesse an Erneuerungsbewegungen und seine Nähe zu zeitgenössischen jüdischen Fragen bilden den geistigen Hintergrund dieses Buches. Empfohlen sei Neue Menschen auf alter Erde allen Leserinnen und Lesern, die nicht nur einen Reisebericht, sondern ein historisches Dokument intellektueller Selbstbefragung suchen. Salten zeigt Palästina als Landschaft der Erinnerung und als Labor politischer Hoffnung; gerade darin liegt die anhaltende Bedeutung dieses klugen, anschaulichen und vielschichtigen Buches.