Ein bewegender historischer Roman
"Ihr Vater hätte eine gute Partie für sie gefunden, denn dazu ist sie schließlich erzogen worden; um verheiratet zu werden, um als Bestandteil der Machtkette zu dienen und für Männer wie Alfonso Erben zu gebären.¿ S. 302Florenz im 16. Jahrhundert: Lucrezia de' Medici, Tochter des Herzogs von Florenz, wächst zusammen mit ihren sieben Geschwistern im prunkvollen Palazzo auf. Sie ist das typische Kind in der Mitte - zu jung für die älteren Geschwister, zu alt für die jüngeren. Hinzu kommt, dass sie etwas anders ist, verträumt, sehr intelligent und künstlerisch begabt. Nur Sofia, ihre Kinderfrau, gibt ihr die Wärme und Aufmerksamkeit, die sie von ihren Eltern nicht bekommt. Und da ist das Malen, das ihr so viel Kraft gibt.Als Mitglied der Familie de' Medici muss man funktionieren und seine Pflicht erfüllen und als weibliches Familienmitglied bedeutet das, möglichst prestigeträchtig zu heiraten. Da kommt Alfonso, der Herzog von Ferrara, ins Spiel. Eigentlich war eine Hochzeit zwischen ihm und der älteren Schwester Maria geplant, die kurz zuvor allerdings verstirbt. Um die Verbindung der Familien trotzdem zu gewährleisten, soll nun Lucrezia anstelle ihrer Schwester Alfonso heiraten. Sie ist erst 12, als sie mit dem 27-Jährigen verlobt wird und 15, als die beiden heiraten und für Lucrezia eine Reise ins Ungewisse beginnt.Die historische Notiz zu Beginn des Romans verrät bereits das tragische Ende, trotzdem hatte ich während des Lesens die leise Hoffnung auf ein Happy-End. Ich habe Lucrezia ins Herz geschlossen und hätte sie am liebsten fest in den Arm genommen.Anfangs habe ich mich mit der bildlichen, teilweise ausufernden Sprache schwergetan, doch bald war ich drin in der schönen, aber auch düsteren Welt der italienischen Renaissance.Sehr interessant fand ich auch das Nachwort der Autorin, sind doch die Figuren des Buches und ihre Eckdaten historisch belegt.