Spannende Dystopie über ein Leben in virtuellen Welten als Auswirkung des Klimawandels
Ein interessantes Gedankenkonstrukt wird in dieser Dystopie aufgezeigt. Wie wird wohl unser Leben aussehen, wenn der Klimawandel die Erde mehr und mehr in eine unwirtliche, nicht mehr lebenswürdige Wüste verwandelt? Ursula Poznanski beschreibt hier ein Szenario, in dem die Menschen ihre Zeit in virtuellen Welten nach ihren Wünschen verbringen. Da gibt es die beschaulichen Welten, die zum Beispiel ein ruhiges irisches Dorf simulieren, aber auch die abenteuerlichen, in denen man unter Dinosauriern leben kann oder bei Ritterturnieren teilnehmen kann. Die Menschen kehren nur für ihre Schlafphasen und für kurze Körperpflegeprogramme in die Realwelt zurück, ansonsten liegen sie in Kapseln, die über das Land verstreut sind und sind mit ihren virtuellen Welten verbunden. Dies bleibt alles ohne Risiko, solange der Tod in den Welten nur virtuell ist. Doch was, wenn dieser plötzlich real wird und der Tod keine Illusion mehr ist. Jana designt solche virtuellen Welten und als es in ihren Welten plötzlich Ungereimtheiten und reale Todesfälle gibt, forscht sie nach und kommt einer großen Verschwörung auf die Schliche.Mir hat allein schon diese Idee des Buches unheimlich gefallen, aber besonders faszinierend fand ich die detailverliebte Beschreibung der verschiedenen virtuellen Welten. Man meint, dort wirklich selbst zu Besuch zu sein. Aber der Roman geht noch deutlich tiefer. Er zeigt wie Klimawandel und knapp werdende Ressourcen zu sozialer Ungleichheit führen können und wie in so einer Situation das Wohle aller von Wenigen abhängt. Und obwohl das Thema ja eher bedrückend ist, hat die Autorin es geschafft ein unterhaltsames und packendes Buch zu schreiben, das einen komplett in den Bann zieht. Und so hat es mich sehr gefreut, dass es eine Fortsetzung des Buches geben wird und ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.