William Shakespeares "Was ihr wollt" entfaltet eine kunstvoll konstruierte Komödie der Verwechslungen, in der Schiffbruch, Maskerade und unerwiderte Liebe die Ordnung Illyriens ins Schwanken bringen. Die als Page Cesario verkleidete Viola wird zum Zentrum eines erotischen und sozialen Spiels, das Begehren, Geschlecht und Identität mit bemerkenswerter sprachlicher Eleganz untersucht. Zwischen lyrischer Melancholie, scharfem Wortwitz und derben Nebenhandlungen steht das Stück im Kontext der reifen elisabethanischen Komödie und berührt zugleich deren Grenzen. Shakespeare, um 1564 in Stratford-upon-Avon geboren und als Dramatiker der Londoner Theaterwelt geprägt, schrieb für ein Publikum, das höfische Raffinesse ebenso schätzte wie volkstümliche Komik. Seine Erfahrung mit Schauspieltruppen, Rollenwechseln und der Bühne als Ort sozialer Maskierung dürfte die Anlage dieses Stücks wesentlich beeinflusst haben. Die Figur der Viola spiegelt besonders deutlich Shakespeares Interesse an performativer Identität und an der instabilen Beziehung zwischen Schein und Sein. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die eine Komödie suchen, deren Heiterkeit von psychologischer Tiefe und poetischer Mehrdeutigkeit getragen wird. "Was ihr wollt" ist nicht nur ein vergnügliches Theaterstück, sondern eine kluge Reflexion über Liebe, Selbsttäuschung und gesellschaftliche Rollen.