Ein Buch zum Reflektieren und Diskutieren. Nicht nur empfehlenswert, sondern fast schon ein Muss in der heutigen Zeit.
June ist wirklich die unsympatischste Protagonistin, aus deren Sicht ich jemals ein Buch gelesen habe. Aber tatsächlich liegt genau darin der Reiz des Buches. Ich kann mich nicht erinnern je so viele Gefühle gegenüber einer Hauptfigur gehabt oder so viele Denkanstöße in nur einem Buch erlebt zu haben.Es kommen so viele Themen zusammen, denen wir täglich im realen Leben begegnen und man hinterfragt sich und das eigene soziale Umfeld immer wieder auch selbst. Reagieren wir immer richtig oder lässt man sich doch manchmal unbewusst in eine Richtung lenken? Gerade was soziale Medien und den Druck, den diese auslösen, angeht, ist dieses Buch ein Mahnmal. Aber auch das Erkennen von Depressionen, Unsicherheiten und Angststörungen von Mitmenschen und wie damit umgegangen wird, wird hier thematisiert. Und dann sind da natürlich die offensichtlichsten Themen des Buches: Rassismus, ob nun verdeckt oder ganz offen ausgelebt, sowie Cancel Culture. Aktueller kann ein Buch kaum sein.Yellowface ist keine Geschichte, die einen zufriedenen Leser zurücklassen will. Tatsächlich muss ich sagen, dass ich die Geschichte schrecklich und genau deshalb unfassbar gut fand. Alles in allem nicht einfach nur empfehlenswert, sondern fast schon ein Muss dieses Buch in der heutigen Zeit zu lesen.